Jeep Cherokee

Blogger lehnt Gratis-Jeep ab - aus rührendem Grund

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Rührende Geschichte aus den USA. Ein Blogger fährt rund 800 Kilometer für einen kostenlosen Jeep. Doch dann kommen unerwartete Emotionen dazwischen.

Es sollte eine ganz normale, wenn auch relativ lange Auto-Überführungsfahrt werden. Doch dann machten dem amerikanisch-deutschen Auto-Blogger David Tracy unerwartete Emotionen einen Strich durch die Rechnung. Er brachte es einfach nicht übers Herz, ein kostenloses Auto - einen Jeep Cherokee von 1992 in desolatem Zustand - tatsächlich mit nach Hause zu nehmen.

Kostenloser Jeep Cherokee: "Unwiderstehliche Anziehungskraft"

Doch von vorne. Wie Tracy in einem Ende Juni auf dem Auto-Blog Jalopnik veröffentlichten Post schreibt, habe er der "Anziehungskraft des kostenlosen Jeeps" einfach "nicht widerstehen" können und sei nach Columbus im Bundesstaat Ohio aufgebrochen. Dort erwartete ihn einer seiner Leser. Ein junger Kerl namens Matt Calhoun.

Dieser hatte ihn im März angeschrieben und berichtet, dass er sich die erneute Reparatur seines mittlerweile ganz schön heruntergekommenen Geländewagens einfach nicht mehr leisten könne. Weil den Jeep zuvor niemand anderes hatte kaufen wollen, bot Calhoun ihm den Cherokee sogar kostenlos an.    

Obwohl er zunächst skeptisch war - "es konnte eigentlich nur ein Drogensüchtiger mit Schlachtermesser sein, der es auf meine Organe abgesehen hatte" - ließ er sich auf den Deal ein. 250 Meilen (rund 400 Kilometer) hin und später dann zurück - von Troy (bei Detroit) in Michigan nach Columbus, Ohio, und umgekehrt.

Weil er wusste, dass der Motor des Wagens nicht mehr richtig lief, packte er seinen eigenen Jeep voll mit allerlei Werkzeugen. In Columbus angekommen, sprang der Motor im ersten Versuch wie erwartet natürlich nicht an. Tracy sagt im Video zu dem Verkäufer scherzhaft: "Was für einen Schrotthaufen willst du mir denn da verkaufen?" Der Motor gab fürchterliche Metallgeräusche von sich:

Jeep Cherokee "Briarwood": "Zweifle niemals den Vier-Liter-Motor"

Tracy, nach eigener Aussage "verrückt nach alten Schrottkisten", und ein Freund machten sich anschließend sofort ans Werk und führten diverse Reparaturen durch. Dabei zeigte sich, dass nicht alle Teile kaputt waren, sondern nur eine relativ simple, wenn auch "berühmt-berüchtigte" Fehlerquelle des Jeeps. Nach diversen gekonnten Handgriffen, die der Auto-Blogger anhand von Fotos bis ins kleinste technische Detail beschreibt, konnte ein zweiter Startversuch unternommen werden.

Tracy kündigt diesen selbst an, mit den Worten "schlimmer als vorher kann er nicht klingen". Und in der Tat: Der Wagen läuft wieder und das Klopfen im Motor ist ebenfalls verschwunden. Tracy kann es im Video kaum fassen: "Klingt ziemlich gut! Heilige Sch****! Schaut euch das an!"

Passenderweise hat das Video den Titel "Zweifle niemals an einem Vier-Liter-Motor".  

Auch die erste Fahrt verzückt den Blogger und Autonarren Tracy: "Wir fahren! Der kürzlich wiederbelebte XJ (Cherokee) ist fantastisch!", beschreibt er seine erste Fahrt:

Trotz Freude über "wiederbelebten" Jeep: Plötzlich kommen unerwartete Zweifel auf

Doch dann kamen Tracy plötzlich Zweifel. Einerseits Freude über den "perfekt laufenden Gratis-Jeep", andererseits Traurigkeit beim Anblick des jungen Verkäufers: "Beim Blick in Matts Gesicht, als er den Vier-Liter-Motor wieder wie beim ersten Mal schnurren hörte, wie zu der Zeit, als er das Auto im Alter von 17 kaufte, wurde mir klar, dass ich diesen Jeep auf gar keinen Fall mitnehmen konnte. Ich brachte es einfach nicht übers Herz". 

Matt hatte den beiden Jeep-Experten während der Reparaturen ständig von seinen Abenteuern mit dem Jeep erzählt. Er liebte den Wagen offensichtlich, hatte trotz Studentendaseins schon sehr viel Geld hineingesteckt. Das alles führte dazu, dass Tracy den Wagen trotz der langen Anfahrt und der Reparaturen nicht mitnahm.

"Nur vier Bolzen montiert"

Als Begründung schreibt er, dass er ein bisschen von sich auch in Matt gesehen habe. Er selbst würde es bis in alle Ewigkeit bereuen, hätte er seinen eigenen allerersten Jeep verkauft. Erst recht nicht wegen einer - wie sich herausstellte - so simplen Reparatur wie dieser. Er sei zwar "acht Stunden gefahren" habe aber letztlich "nur vier Bolzen montiert".

Seine Leser feiern Tracy für diesen, sagen wir einmal, großzügigen 'Akt der Nächstenliebe'. Einer schreibt: "Du bist ein guter Kerl, David. Möge der Geist von Barney Roos (Mitentwickler des Ur-Jeeps, Anm. d. Red.) immer mit dir sein und dich auf all deinen zukünftigen Auto-Abenteuern begleiten."

Auch interessant: Wie ein episches Verkaufsvideo einen alten Suzuki zum Internethit machte.

mop       

New York Auto Show: die Amis stehen auf Größe und PS

Rubriklistenbild: © Screenshot/thegaragejalopnik.com

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