Bloß nicht unterbuttern lassen!

- Bei so viel Dreistigheit war Christiane erstmal baff: Als die Studentin mit ihrem Freund ihren Golf in die Werkstatt brachte, wurde sie im Kundengespräch einfach ignoriert. Obwohl es ihr Auto war, hielt es der Meister offenbar für angemessener, den Reparaturauftrag nur mit dem Mann zu besprechen. "Das hat mich hinterher richtig geärgert", sagt die 27- Jährige.

Frauen werden in der Werkstatt oft belächelt und nicht ernst genommen. Schilderungen von Problemen werden angezweifelt oder Reparaturen und Rechnungen nicht erklärt. Ein Grund dafür ist, dass Autos noch immer als Männerdomäne gelten, von denen Frauen angeblich keine Ahnung haben.

Zwar ist es oft tatsächlich so, dass Frauen bei Autos wenig Hintergrundwissen haben. Das ist aber kein Grund, sie herablassend zu behandeln. Dabei sind vor dem Mechaniker viele Männer genauso hilflos. Zwar tun sie eher so, als wenn sie sich mit Autos auskennen. Doch auch sie sind zum größten Teil Laien -und wenn es Schwierigkeiten gibt, hilft ihnen ihre Tarnung letztlich auch nicht weiter.

Oft gibt es grundsätzliche Differenzen im Gespräch zwischen Kunde und Meister. Auf der einen Seite steht jemand mit Herrschaftswissen, auf der anderen Seite jemand, der dieses Wissen nicht hat.

Frauen haben es in der Werkstatt sicher etwas schwieriger. Doch wie Kunden behandelt werden, wird auch von anderen Faktoren beeinflusst. Das ist dann keine Frage des Geschlechts, sondern in erster Linie eine Frage des Auftretens. Je selbstsicherer Mann oder Frau sich geben, desto ernster werden sie genommen. Kunden sollten deshalb nicht als "Bittsteller" in die Werkstatt kommen, sondern ihr Anliegen bestimmt vortragen. Schließlich sind Autofahrer die Kunden, an denen die Werkstatt gut verdient. Schon deshalb haben sie Anspruch auf eine gute Behandlung.

Deshalb: Wenn etwas passiert, das man als Kunde als unverschämt empfindet, sollte das offen angesprochen werden. Den Ärger runterzuschlucken oder sich mit pauschalen Erklärungen abspeisen zu lassen, ist keine Lösung. Denn letztlich wird immer das mit einem gemacht, was man mit sich machen lässt. 

Unser Tipp: Um in der Werkstatt als Kunde ernst genommen zu werden, kommt es auch darauf an, wie die Anliegen vorgetragen werden. Beispielsweise sollten im Gespräch mit dem Meister möglichst keine Konjunktive verwendet werden. Es ist nicht gut, zu sagen: "Es wäre schön, wenn ich mein Auto morgen wiederhaben könnte." Besser ist es, zu sagen: "Ich benötige mein Auto spätestens morgen Abend wieder."

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