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Ein Druck aufs Gaspedal und der Elektro-Golf setzt sich rasant in Bewegung.

Unterwegs im Elektro-Golf

Erst ist es mal ungewohnt: Man drückt den Startknopf - und nichts passiert. Erst nach längerem Druck sieht man einen Zeiger im Armaturenbrett etwas nach oben wandern, alles in totaler Stille.

Doch das Auto ist jetzt startklar. Ein Druck aufs Gaspedal und der Elektro-Golf setzt sich rasant in Bewegung. Lautlos spurtet er die Testgerade entlang, ähnlich wie in der Straßenbahn. Das Tempo wird bestimmt von dem Zeiger, der den Energiehaushalt verrät und von der Anzeige für die noch verfügbare Reichweite.

Statt Drehzahlmesser: Das linke Instrument im Armaturenbrett informiert über den Energieverbrauch.

Aber wann kommt das Elektroauto tatsächlich mit akzeptabler Technik, genügend Reichweite und nicht zuletzt zu konkurrenzfähigen Preisen? Sicherlich, ein paar Hersteller bringen ihre E-Mobile kurzfristig auch auf den deutschen Markt, aber von großen Stückzahlen ist die Industrie noch weit entfernt. Zu viele Hürden muss dieser Antrieb in Zukunft noch nehmen.

Bei VW machen sich Manager und Techniker schon lange Gedanken, wie man die Probleme lösen könnte. Der Hauptansatz für die Wolfsburger lautet dabei, die Energie muss regenerativ erzeugt werden. Hier sind neue Ideen, Partner und Geschäftsmodelle gefragt, die VW mit teilweise kleinen Unternehmen und Universitäten angeht.

Diese Elektroautos gibt's schon

Diese Elektroautos gibt's schon

Die Kernfrage: Wie können wir im Jahr 2020 die geplanten insgesamt rund eine Unterwegs im Elektro-Golf Die E-Mobilität muss in der Praxis noch viele Hürden nehmen Million Elektrofahrzeuge ohne zusätzliche Kraftwerke mit Strom versorgen? VWManager sind sicher, dass die ausreichende Menge Energie schon heute vorhanden ist. Es geht also um die intelligente Verwendung dieser Menge. Die zweite Herausforderung liegt im Produkt: Wie wird aus dem E-Fahrzeug ein fürdenbreiterenMarktattraktives Auto?

Dazu müssen die Batteriekosten drastisch sinken - derzeit kostet ein Akku je kW-Stunde 500 Euro und die Batterie von der Größe des VW Golf blue-e-motion hat 26,5 kW/h. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, deutlich unter 200 Euro zu kommen“, sagt Sven Patuschka, bei VW verantwortlich für die Elektrik-Entwicklung. Trotzdem wird die Batterie ein sehr teures Bauteil bleiben, selbst wenn bei den Lithium- Ionen-Zellen mittelfristig noch eine Menge machbar ist.

Nachtanken: Hinter der Klappe verbirgt sich die Steckdose für die Stromzufuhr.

Vor allem sind Fortschritte bei Materialkosten und Energieausbeute notwendig. Weitere Verbesserungen könnten sich in rund 20 Jahren auch durch neue Batterie- und Zellentypen ergeben, doch die sind heute noch in der Grundlagenforschung. Aber solange preiswerte Lösungen nicht in Sicht sind, hängt der Erfolg des E-Autos stark davon ab, ob der alternative Antrieb staatlich gefördert wird. Neben der direkten Förderung mittels Prämien sind Infrastrukturmaßnahmen wie Ladestationen oder die Unterstützung der Forschung nötig. Viele Hersteller fordern Landesund EU-weite Anpassungen, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

Energie-Management: Auf dem Bildschirm kann man stets verfolgen, wie sparsam man gerade unterwegs ist

Die Ideallösung wäre ein weltweit kompatibles Laden mit Starkstrom. Zum Einstieg ins elektrische Fahren dürfte die Versorgung mit Strom über die übliche Haushaltssteckdose ausreichen. Künftig wird aber der Übergang vom Gleichstrom zum Wechselstrom nötig sein, um die Ladezeit von sechs bis acht Stunden auf gut 20 Minuten zu senken. In Ländern mit 110 Volt, wie in USA und Japan, dauert das Aufladen erst recht zu lang.

Ein anderer Punkt: Bisher sind bei den Forschungsfahrzeugen die Wechselrichter jeweils in dem betreffenden Auto. Aber: Kosten, Platz und Gewicht im Auto könnten gespart werden, wenn es Ladestationen für viele Fahrzeuge gäbe. Über die Gewichtsreduzierung würde dann auch die Reichweite von derzeit bis zu 150 Kilometer für einen Golf Blue-e-Motion steigen.

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