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Wehe, wenn er losgelassen – der neue BMW M 5

BMW M5: Mächtig Power für Papa

Die Geschichte kennt viele Beispiele des Understatements, also der perfekten Untertreibung tatsächlicher Stärken. Der sprichwörtliche Wolf im Schafspelz ist da immer dabei.

Der Gegensatz davon ist das aus dem Tierreich bekannte Mimikry. Harmlose Tiere ahmen gefährliche Spezies nach, um ihre Ruhe zu haben. Was beide eint, ist die List der Täuschung. Aus diesem Reich kommt ein neuer Vertreter zu uns: der BMW M 5. Und der ist bestimmt nicht Mimikry, sondern genauanders herum. Komplett harmlos kommt das Fahrzeug auf den ersten Blick daher. Kaum ein Unterschied zum regulären Erfolgsmodell der 5er Reihe. Bis auf die Schlitze im Kotflügel, die leicht aufgeblähten Hinterbacken und die vier Auspuffrohre.

Der neue BMW M5

Der neue BMW M5: Business-Limo mit 560PS

Wolf im Schafspelz: Das Kraftpaket erkennt man nur an den Auspuffrohren...

Aber wehe, wenn er losgelassen! Wehe, wenn 560 PS aus dem 8-Zylinder in die Endrohre blasen. Entfesselt und mit einem Sound-Bett, in das sich jeder Heavy-Metaller mit Vergnügen legen würde, faucht das Tier los und fegt über die Straßen wie ein irrwitziger Derwisch. 8 Zylinder beim M 5? Jawohl, Sie haben richtig gehört: Auch hier wird auf gut Neudeutsch „downgesizt“, im Vergleich zum Vorgängermodell hat dieser M zwei Töpfe verloren. Macht aber nichts, denn die acht Zylinder werden von der neuen Biturbo-Technologie angetrieben und peitschen den Wolf im Schafspelz in 4,4 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer. Genügend Power für Papa, der ja ein Auto für viele Zwecke braucht: zum Beispiel die Kinder zur Schule bringen, in den Italien-Urlaub fahren, Samstagseinkäufe tätigen und vor allem auf dem Firmenparkplatz nicht unangenehm auffallen.

...und dem M-5-Schriftzug. Ansonsten herrscht Understatemen

Lesen Sie mehr dazu:

Business-Limo mit Bumms: BMW M5 mit 560 PS

Der M 5 bedient aber auch Rennfahrer-Ambitionen: Wenn er gerade mal allein hinter dem Steuer sitzt, kann sich der kleine Vettel im Vati auch mal Bahn brechen. Das Ganze ist natürlich nicht ganz billig, das Vergnügen fängt bei knapp 102.000 Euro an, aber – sollten Sie Argumentationshilfe für die beste Gattin der Welt brauchen – schließlich kriegt man für diesen Preis ja auch zwei Autos. Freundliche Familienkutsche und rasiermesserscharfe Rennmaschine. Für Fahrspaß sorgen im neuen M 5 nicht nur der neue Motor, sondern auch das Doppelkupplungsgetriebe, das schneller schaltet, als es auch das geübteste Handgelenk hinkriegt. Und exklusiv für M-Kunden gibt es ein Schaltfeld, an dem man individuell das Ansprechverhalten des Gaspedals, die Federung und auch die Lenkung einstellen kann. Wie gesagt, der kleine Vettel im Mann will ja bedient werden.

Cool und modern: Das Cockpit wirkt klar strukturiert und übersichtlich

Fazit: Mit dem M 5 ist der M-Gesellschaft ein feiner Zug gelungen. Mann darf sich auf M wie mehr freuen. Zumal die PS-Schmiede der Bayern nächstes Jahr 40 Jahre alt wird. Und da bereiten die Ingenieure etwas ganz Besonderes vor, wie man hört. Dass es zu einer Neuauflage des kultigsten Rennwagens der Bayerischen Motorenwerke kommt, wurde zumindest nicht dementiert. Ein neuer M 1, der gegen den SLS AMG in der Klasse der Supersportwagen antritt, wäre ja keine so schlechte Idee. Mal wieder ein Wolf ohne Schafspelz. Manchmal darf man auch auf das Understatement pfeifen.

RDF

 

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