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Glückspilz: Autor Peter Schiebel im Boxster

Unverschämt?

911 Boxster: Konkurrent aus dem eigenen Stall

Haben Sie diesen Sommer auch so geschwitzt? Und war es in Ihrem Auto auch so heiß, als Sie eingestiegen sind? Und haben Sie sich da vielleicht auch die Frage gestellt, wie wäre es denn, wenn Sie jetzt offen fahren könnten?

Im Cabrio? So ganz ohne Dach? Wir hatten das Glück – und ein unverschämtes noch dazu. Denn wir durften gleich zwei Cabrios fahren. Und die auch noch aus dem Hause Porsche: den klassischen 911 Carrera Cabrio und den kleineren Boxster.

Optik

Die dritte Generation des Boxsters ist die bislang am besten gelungene. Weder billig noch spröde, sondern wertig und in sich stimmig. Große Lufteinlässe, klare Kanten und die in die Heckkante eingebetteten Rückleuchten geben ihm eine deutliche Kontur. Trotzdem: Er kann sich noch so anstrengen, an den Elfer kommt von der Optik keiner ran. Der ist auch im 50. Jahr sexy, sportlich, elegant, zeitlos – nicht umsonst steht ein Elfer in der Pinakothek der Moderne.

Motor

Hier konkurrieren seit 17 Jahren zwei Philosophien – der klassische Heckmotor im Elfer und der Mittelmotor im Boxster. Klar: Würde nach 50 erfolgreichen Jahren jemand den Motor des 911 verlegen wollen, der müsste wohl in die Antarktis oder besser noch auf den Mond auswandern. Wobei wir ehrlich sein wollen – das Boxster-Prinzip hat uns schon sehr überzeugt. Der Wagen neigt kaum zum Über- oder untersteuern, liegt selbst bei einer Vollgas-Beschleunigung wie ein Brett auf der Straße.

Der Porsche Boxter

Der neue Porsche Boxster

Der Boxster liefert aus sechs Zylindern mit 2,7 Litern Hubraum 265 PS, der Boxster S aus 3,4 Litern sogar 315 PS. Deutlich beeindruckender sind die Werte der offenen Elfer. Der Carrera Cabrio produziert aus seinem 3,4-Liter-Sechszylinder 350 PS, der Carrera S (3,8 Liter Hubraum) knackt gar die 400-PS-Marke.

Fahrspaß

Grenzenlos. Die Fahrleistungen, der aufs Wesentliche reduzierte und gleichzeitig luxuriöse Innenraum, das Verdeck, das sich in neun Sekunden schließen lässt, dazu Beschleunigungen von null auf hundert zwischen 4,7 (Carrera S) und 5,8 Sekunden (Boxster) – was will man mehr …

Image

Porsche ist Porsche ist Porsche. Aber natürlich ist der Elfer noch ein bisschen mehr Porsche als andere Porsche. Aber: Der Boxster hat sich vom Ruf des Friseusen-Porsche aus seinen Anfangsjahren deutlich emanzipiert. Ja, auch Boxster-Fahrer dürfen sich mittlerweile als ernsthafte Porsche-Fahrer fühlen.

Preis

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Für das kleinste 911er Cabrio, den Carrera, werden schon 103.150 Euro Grundpreis aufgerufen, für den Carrera S gar 117.906 Euro. Der kleine Bruder ist verglichen damit ein Schnäppchen: 49.243 Euro Grundpreis für den Boxster, 60.191 Euro für den Boxster S. Nach oben geht’s mit ein bisschen Extras rasend schnell. Allein das von uns empfohlene Porsche-Doppelkupplungsgetriebe PDK kostet 3510 Euro (911er) beziehungsweise 2826,25 Euro (Box­ster) extra.

Und nun – entscheiden Sie selbst, falls Sie über das nötige Kleingeld verfügen und sich das unverschämte Glück leisten können, einen offenen Porsche zu fahren.

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Peter Schiebel

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