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Wer bremst rasende Crash-Piloten?

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- Ein Tempolimit für Kleintransporter von 120 km/h auf Autobahnen haben die Deutschen Versicherer (GDV) jetzt gefordert. Denn nach einer Studie sind rasende Kleintransporter bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht die Unfallursache Nummer eins. An die Automobilindustrie gerichtet erging die Forderung, die Höchstgeschwindigkeit der Transporter durch Eingriffe in das Motormanagement elektronisch zu begrenzen.

 Die Nachfrage nach Kleintransportern boomt seit Jahren. Deren Zulassungszahl hat sich in der letzten Dekade hierzulande auf mittlerweile rund 1,9 Millionen Einheiten annähernd verdoppelt. Auch in punkto Unfallhäufigkeit zeigen sich Kleintransporter alles andere als unauffällig. So stieg in den Jahren 1998 bis 2001 die Zahl der an Unfällen mit Personenschaden beteiligten Transporter bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht um über 22 Prozent, auf Autobahnen sogar um über 50 Prozent.

Erschreckend: In fast zwei Dritteln der Unfälle mit Kleintransporterbeteiligung tragen die Fahrer des Transporters die Schuld. Das Problem: Die Kleinlaster können heute wesentlich größere Ladungen transportieren als vor 20 Jahren und haben mitunter eine Motorleistung von mehr als 136 PS, was sie zum Teil über 180 km/h schnell macht.

Die Analyse von 608 Unfällen mit schwerem Personenschaden in Bayern im Jahr 2001 zeigt denn auch, dass bei gut einem Viertel dieser Crashs auf Autobahnen ein Tempo von mehr als 120 km/h vorlag. Jeder fünfte Unfall ereignete sich sogar bei mehr als 130 km/h. Und in über 90 Prozent aller Fälle hatten die Kleintransporter-Fahrer bei dieser Geschwindigkeit auf Autobahnen Schuld an den Unfällen.

Weiterer Risikofaktor: Fast ein Viertel der Verursacher war übermüdet oder unmittelbar vor dem Crash kurz eingenickt. Nach Einschätzung des GDV liegt das auch an den laxen Vorschriften für Lenk- und Ruhezeiten. So ist das Führen von Fahrtenbüchern erst ab 2,8 Tonnen Gesamtgewicht erforderlich, der Fahrtenschreiber überhaupt nicht. Weiterer Gefahrenpunkt: Der Bremsweg ist im Vergleich zum Pkw insbesondere auf nasser Fahrbahn um bis zu 25 Prozent länger, zudem ist die Schleuderneigung von Kleinlastern deutlich stärker.

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