Brennstoffzelle kommt in Fahrt

- Noch ist der Antrieb mit Wasserstoff, aus dem man schadstofffrei Strom für einen Elektromotor gewinnen kann, nach wie vor weit von der Serienreife entfernt. Doch auf der Motor Show in Tokio (noch bis 6. November) sieht man zahlreiche neue Forschungsautos und deutliche Fortschritte bei der Entwicklung des alternativen Antriebskonzepts.

So zeigt etwa Mercedes- Benz den F 600 Hy- Genius, der von einer neuen Generation der Brennstoffzelle angetrieben wird mit einer um 30 Prozent gesteigerter Leistungsausbeute. Außerdem wurde das Format gegenüber früher um 40 Prozent verkleinert. Den Platz nutzen die Entwickler für eine leistungsstarke Batterie, in der überschüssige Energie wie bei einem Hybrid-Antrieb gespeichert wird. Doch bis zur Marktreife dürfte es noch mindestens bis 2012 dauern. Nissan testet die Brennstoffzelle im Offroader X-Trail.

Ihr Format wurde um 60 Prozent verkleinert. Zudem haben die Japaner einen neuen Wasserstoff-Speicher entwickelt, der bei gleichem Format 35 Prozent mehr Treibstoff fasst. So steigt die Reich weite des X-Trail FCV von 350 auf 500 km. Inzwischen soll die Technik so zuverlässig sein, dass man bald erste Fahrzeuge an Testkunden ausliefern will. Auch Toyota zeigt eine weitere Generation der Brennstoffzelle, die in die Studie Fine-X eingebaut wurde.

Dabei setzt Toyota nicht auf einen Elektromotor, sondern auf vier einzelne Motoren in den Radnaben. Weil das Fahrzeug zudem eine Allradlenkung mit großem Einschlag bekommt, kann der Minivan quasi auf der Stelle wenden. Ebenfalls auf Radnaben- Motoren setzt Honda bei der Studie FCX Concept. Zwar wird hier die Vorderachse von einem konventionellen Elektromotor angetrieben. Doch hinten hat die Mischung aus Coupé und Limousine zwei im Rad integrierte Aggregate. Auch die Brennstoffzelle hat einen neuen Platz gefunden: Sie ist mittlerweile so kompakt, dass sie in den Mitteltunnel passt.

Doch nicht überall wird der Wasserstoff in einer Brennstoffzelle "verheizt": BMW und Mazda arbeiten an einer direkten Verbrennung in umgerüsteten Ottomotoren. Dabei haben die Japaner in einem umgerüsteten Mazda 5 die derzeit wohl flexibelste Lösung vorgestellt: Der Minivan ist streng genommen ein doppelter Hybride. Schließlich kann man seinen Wankelmotor mit Benzin oder Wasserstoff betreiben. Und weil auch ein Elektroantrieb untergebracht wurde, fährt man auf Kurzstrecken auch nur mit Strom.

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