Die bunte Haut des Autos

München - Lack ist die Haut des Autos. Die dünne Farbschicht schmückt das nackte Karosserieblechund schützt es vor Schmutz und Witterung. Neue Lacke sollen beides noch deutlich besser können als bislang. Schon kleine Kratzer ruinieren das schönste Auto. Nissan hat deshalb einen selbstreparierenden Lack entwickelt.

Über der Farbschicht befindet sich eine Lage eines speziellen Kunstharzes; wird diese beschädigt, "fließt" das Harz innerhalb weniger Tage in die Lücke und schließt diese. Für die Selbstheilung ist Wärme nötig, so dass der Prozess im Sommer auch bereits innerhalb weniger Stunden beendet sein kann. Erhältlich ist der regenerationsfähige Lack zurzeit nur in Japan. Doch in der für den Herbst erwarteten neuen Generation des SUV Murano soll er optional auch in Deutschland erhältlich sein.

Mattlacke gibt es hierzulande schon. Sie verhindern Reflexionen und lassen die Design-Linien der Karosserie besser zur Geltung kommen. Vor allem für Sportwagen oder Luxuslimousinen mag sich der Aufwand lohnen, denn so werden sie noch mehr zum Blickfang. Wie etwa bei Mercedes der SLK "Edition 10". Die glanzlosen Farbtöne kann man über Individualisierungs- Sparten oder auf Nachfrage ordern, immer aber gegen saftige Aufpreise. Denn am Fließband lässt sich Mattlack noch nicht verarbeiten, er muss von Hand aufgetragen und nachbearbeitet werden. Zulieferer BASF Coatings arbeitet jedoch zurzeit daran, ihn auch für die Produktion in großem Stil verfügbar zu machen.

Auch noch weit vom Serieneinsatz entfernt ist die sogenannte Haifischhaut. Sie verfügt über eine raue Oberfläche, die sich wie Sandpapier anfasst. Das soll ähnlich wie bei dem Fisch im Wasser den Strömungswiderstand des fahrenden Autos verringern. Wirklich messbare Ergebnisse beim Kraftstoffverbrauch werden aber nicht unbedingt erwartet; in dieser Hinsicht ist der Lack für Flugzeuge und Schiffe nützlicher. Optisch und haptisch ist der matte und raue Lack aber auch beim Auto interessant.

Ein weiterer Hingucker sind zudem changierende Lacke, die je nach Blickwinkel den Farbton wechseln. Für den Effekt sorgen kleinste Metallpartikel, die innerhalb der Lackschicht genau ausgerichtet werden. Ab Werk ist der sogenannte Kolibri-Lack für Autos noch nicht zu haben, nur spezialisierte Lackierer bieten ihn an. Der Kunde hat hier bei der Gestaltung alle Freiheiten, auch mehrere Töne nebeneinander sind möglich.

Zukunftsmusik hingegen ist noch das Farbwandler- Auto. Zwei oder mehr Lackschichten in unterschiedlichen Farben werden dabei übereinander aufgetragen. Mit elektrischer Spannung können dann die oberen Schichten auf "Transparent" geschaltet werden, so dass die darunter liegende Farbe sichtbar wird. In etwa zehn Jahren ist eine Serienreife möglich. Neben rein ästhetischen Aspekten sind hier auch sicherheitsrelevante Vorteile denkbar: Fahrzeugen können nachts heller und besser sichtbar erscheinen oder bei einem Unfall zur Warnung des nachfolgenden Verkehrs in Signalfarben erstrahlen. Mit LED-Zellen auf der Karosserie soll es zudem irgendwann möglich sein, sogar Fernsehbilder auf die Autooberflächen zu projizieren. Dann hätte zumindest die oft schwierige Wahl der richtigen Autofarbe für den Kunden endgültig eine Ende.

osw.

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