Berliner Flughafen BER soll im Oktober 2020 in Betrieb gehen

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Offen oder geschlossen: Der Camaro macht immer Eindruck. Ein echtes Muscle Car mit dicken Hinterbacken.

Für Großstadtcowboys

Camaro: Einmal scharf und mit allem

Echte Männer haben Muskeln. Und echte Männer mögen Muscle Cars. Zu Deutsch: muskelbepackte Autos, mit dicker Hose und dicken Backen an den Kotflügeln.

Mus­cle Cars aus Amerika haben wieder Konjunktur. Erst heuer ist die Dodge Viper wiederbelebt worden, und der Camaro feiert in Coupé- und Cabrio-Version in den USA große Erfolge.

So viel PS für so wenig Geld! Dafür sind die Amis ja berühmt. Unser Camaro-Coupé, das wir zunächst mehr oder minder verschämt wegen des kernigen Auspuffgurgelns durch die Münchner Innenstadt kutschieren, kostet beispielsweise ab 38 990 Euro (Cabrio ab 43 990 Euro). Viel Auto und noch viel mehr Pferdestärken für vergleichweise geringes Geld: 432 PS, acht Zylinder, 6,2 Liter Hubraum, 569 Newtonmeter, von 0 auf 100 km/h in 5,2 Sekunden.

Noch Fragen? Na klar: Stimmt es, dass der Camaro nur ein Auto für Tankstellenpächter ist? Um mit Radio Eriwan zu antworten: Im Prinzip nein, aber wenn man mit der Tochter eines Tankstellenpächters gut kann, schadet es auch nicht.

Cooles Cockpit: Das Innenleben des Camaro Coupés

Scherz beiseite! Der Camaro sprudelt so zwischen 14 und 15 Liter durch die Leitungen, wenn man die Pferde erst schön laufen und hinterher schön saufen lässt. Bei gemäßigter Fahrweise soll man den Herstellerangaben zufolge und unter Einsatz der Zylinderabschaltung bei knapp 13 Litern landen. Auch noch stattlich, aber das Auto ist ja auch für die Staaten gebaut, wo der Liter Benzin immer noch bei unter einem Euro rangiert.

Einmal scharf und mit allem: Das ist die Grundausstattung des Camaro. Da ist sogar das HUD-Display mit dabei – also die Projektion bestimmter Autodaten wie Geschwindigkeit und Drehzahlmesser auf die Scheiben-Innenseite. Wer so etwas übrigens mal hatte, möchte nicht mehr darauf verzichten. Ist ja viel praktischer als so ein oller Tacho, der einen beim Draufschauen auch noch von der Straße ablenkt. Ebenfalls Serienausstattung: ESP und Traktionskontrolle, elektrisch verstellbare Ledersitze, Klimaanlage, CD-Radio, Tempomat, Xenon-Scheinwerfer und Einparkhilfe. Sehr ordentlich.

Der Camaro ist ein Auto für echte Großstadtcowboys.

Gewöhnungsbedürftig – vor allem für die Umwelt – ist die bullige Optik des Ami-Torpedos. Gedrungen und kraftstrotzend wie ein gereizter Stier beim Rodeo steht der Camaro auf der Straße. Das ausladende Heck mit den Doppel-Bremslichtern auf jeder Seite ist auffällig und gleichermaßen reizend wie die Hinterpartie von Jennifer Lopez. Und wenn das Fahrzeug auch noch in Alarmgelb mit weißen Rallyestreifen daherkommt, trifft den Fahrer der Vorwurf des postpubertären Rowdys mit der gleichen Sicherheit wie der, dass auf Regen Sonnenschein folgt.

Das muss man souverän aushalten können, wenn man sich das Vergnügen gönnen will, ein Stück Amerika auf den heimischen Straßen auszuführen. Die ausreichende Fahrleistung, das stramme Fahrwerk, das allen Vorurteilen zum Trotz nicht schwammig ist, sowie das feine Gurgeln und Röhren von Motor und Auspuffanlage entschädigen für so manche Anfeindung oder Frotzelei durch die Umwelt.

Fazit: Wenn man das grüne Gewissen mal kurz beiseiteschiebt und als postmoderner Cowboy standesgemäß durch die Gegend reiten will, dann her mit dem Camaro. Er ist der automobile American Way of Life.

RDF

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