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Carsharing-Angebote im Überblick.

Auch beim Auto liegt Teilen im Trend

Carsharing: Die Anbieter in München und für wen es sich lohnt

München - Auch beim Auto liegt Teilen im Trend: Wir listen die wichtigsten Carsharing-Anbieter für München auf und erklären, für wen es sich lohnt.

Teilen liegt im Trend: Carsharing wird in Deutschland immer beliebter. 2015 sind bereits mehr als eine Million Nutzer bei den rund 150 deutschen Anbietern angemeldet – fast 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Entwicklung lässt darauf schließen, dass dieser Trend anhalten wird. Ein Überblick über das Angebot in München.

Carsharing: Es gibt verschiedene Varianten

Es ist teuer, schlecht für die Umwelt – und steht im Mittel mehr als 20 Stunden täglich ungenutzt herum. Das eigene Auto als Statussymbol verliert zunehmend an Bedeutung. Gerade junge Großstädter schaffen sich immer seltener ein eigenes Fahrzeug an. Auf individuelle Mobilität müssen sie dennoch nicht verzichten: Wer ein Auto braucht, ob zum Einkaufen oder für den Ausflug am Wochenende, kann auf das Angebot von immer mehr Anbietern des sogenannten Carsharings zurückgreifen. Dabei gibt es verschiedene Varianten, sich ein Auto zu teilen: Feste Stationen, wo es abgeholt und nachher wieder abgestellt wird, das flexible System mit Buchung über das Smartphone und mit einem abgesteckten Geschäftsgebiet sowie das private Ausleihen über eine Online-Plattform, die Bezahlung, Versicherung und Schlüsselübergabe regelt.

Für wen lohnt sich Carsharing?

Oft ist Carsharing preisgünstiger als ein eigener Pkw, solange die pro Jahr zurückgelegten Kilometer sich in Grenzen halten. Die Zeitschrift Finanztest kam in einer Modellrechnung mit 5000 Jahreskilometern auf Kosten von 138 Euro pro Monat für Carsharing-Dienste, mit einem eigenen Wagen dagegen auf 206 Euro. Hinzu kommt der Vorteil, dass viele Anbieter in mehreren Städten und sogar international aktiv sind, so dass auch im Urlaub oder zu Besuch in einer fremden Stadt ein Auto genutzt werden kann. Für längere Mieten lohnt sich Carsharing hingegen nicht, ermittelte Finanztest, hier sei ein Mietwagen oft günstiger. In der Modellrechnung kostete ein Carsharing-Auto für eine Woche 430 Euro, ein vergleichbarer Mietwagen hingegen nur 328 Euro inklusive aller Kosten.

Für die kurzfristige Nutzung am flexibelsten und in Großstädten wie München, Berlin oder Köln am beliebtesten ist das stationsunabhängige Car-sharing. Die größten Anbieter im Überblick und einen Vergleich der Angebote stellen wir hier vor.

DriveNow

Das Carsharing-Angebot von BMW und Sixt gibt es seit Juni 2011 in München, weitere Städte sind Berlin, Düsseldorf, Köln, Hamburg, Wien, London, Kopenhagen, Stockholm und San Francisco. Die Flotte in München umfasst 500 Fahrzeuge der Marken BMW und MINI, darunter 30 elektrische BMW i3. Das Geschäftsgebiet in München erstreckt sich von Pasing bis Berg am Laim sowie von Milbertshofen bis Solln, zusätzlich gibt es eine Abhol- und Rückgabestation am Flughafen. Die Fahrzeuge können an allen öffentlichen Parkplätzen abgestellt werden. Ausgenommen sind bestimmte Zonen, etwa der Bereich direkt am Hauptbahnhof. Bezahlt wird pro Minute, wobei preislich zwischen Fahren und Parken unterschieden wird.

car2go

In Kooperation mit Europcar betreibt Daimler ebenfalls einen Carsharing-Dienst, der in 30 Städten weltweit vertreten ist. Seit Juni 2013 ist car2go auch in München verfügbar, Nutzer können auf 500 Fahrzeuge von Smart zurückgreifen – ausschließlich Zweisitzer allerdings. Das Geschäftsgebiet ist ähnlich dem von DriveNow. Auch car2go kann für die Fahrt zum Flughafen genutzt werden und genau wie bei der Konkurrenz von BMW und Sixt sind bestimmte Bereiche in der Innenstadt zum Parken tabu. Seit Juni 2015 sind car2go und Flinkster zudem eine Kooperation eingegangen – über die App und die Website von Flinkster können seitdem auch car2go-Autos gebucht werden. Die Abrechnung erfolgt wie bei DriveNow pro Minute mit zwei Preisen für Fahren und Parken.

CiteeCar

Das System von CiteeCar ist eine Mischung aus stationsbasiertem und dem „free floating“-Angebot von DriveNow und car2go. Die Fahrzeuge stehen innerhalb eines räumlich begrenzten Bereichs, der etwa ein kleines Wohnviertel oder mehrere Straßenzüge umfasst. Wo die Autos stehen, hängt von den Kunden ab: Wer in seiner Wohngegend eine Parklösung hat, also etwa eine Parkberechtigung und eine in der Regel freie Parklücke, kann sogenannter „Host“, also eine Art Gastgeber für ein Auto von CiteeCar werden – und erhält dafür im Gegenzug monatlich Freikilometer. Andere Nutzer können das Auto per Smartphone oder über die Webseite von CiteeCar buchen. Den exakten Standort erfahren sie kurz vor Mietbeginn per SMS. Abstellen müssen sie das Auto nicht an exakt der selben Stelle, sondern auf einem freien Parkplatz innerhalb des für dieses Fahrzeug festgelegten Bereiches. Rund 150 Autos von CiteeCar stehen in und um München und können stundenweise gebucht werden.

Flinkster

Der Carsharing-Service der Deutschen Bahn heißt Flinkster. Das System ist ähnlich wie bei CiteeCar, die Autos stehen in sogenannten Parkraumquartieren, in denen sie wieder abgestellt werden müssen. Daneben gibt es an verschiedenen Orten feste Stellplätze, etwa an Bahnhöfen. Bezahlt wird auch hier pro Stunde, dazu kommt eine Kilometerpauschale. Die Preise variieren je nach Fahrzeuggröße, vom Kleinstwagen bis zum Kombi ist die Auswahl hier am größten. Weiterer Vorteil: Es gibt über 800 Stationen in mehr als 140 Städten deutschlandweit. Einmal angemeldet, kann also nahezu überall auf ein Fahrzeug zugegriffen werden. In München stehen rund 130 Flinkster-Autos zur Verfügung – zusätzlich alle Fahreuge von car2go.

Zwei Rechenbespiele aus der Praxis

Die Anbieter im direkten Vergleich: Ein Münchner möchte am Freitagnachmittag beim nächstgrößeren Einkaufszentrum den Wochenendeinkauf erledigen. Die zurückgelegte Strecke beträgt 15 Kilometer. Insgesamt ist er zwei Stunden unterwegs, die reine Fahrzeit beträgt 40 Minuten.

-DriveNow: 40 Minuten à 31 Cent sowie 80 Minuten à 15 Cent (Parken), 24,40 Euro.

-car2go: 40 Minuten à 29 Cent sowie 80 Minuten à 19 Cent (Parken), 26,80 Euro.

-CiteeCar: 1. Stunde à 4 Euro, 2. Stunde à 2 Euro, dazu 15 mal 29 Cent/km ergibt 10,35 Euro.

-Flinkster: Zwei Stunden à 2,30 Euro, dazu 15 Mal 18 Cent/km ergibt 7,30 Euro.

Ein weiteres Beispiel: Den Heimweg vom Café am Odeonsplatz nach Milbertshofen will eine Münchnerin per Auto zurücklegen.

-DriveNow: 15 Minuten à 31 Cent kosten 4,65 Euro.

-car2go: 15 Minuten à 29 Cent kosten 4,34 Euro.

-CiteeCar und Flinkster: Können für diese einfache Strecke nicht genutzt werden, da die Fahrzeuge in der selben Gegend oder sogar am selben Platz wieder zurückgegeben werden müssen, wo sie abgeholt wurden.

Die Beispiele zeigen: Nicht jeder Carsharing-Dienst ist für jeden Anlass gleich gut geeignet. Nicht nur deshalb ist es sinnvoll, sich bei mehr als einem Dienst anzumelden. Das erhöht die Chancen, in nächster Umgebung ein freies Fahrzeug zu finden, und macht den Verzicht auf einen eigenen Pkw noch einfacher.

Was bedeutet Carsharing?

Carsharing (auf Deutsch etwa: „Auto teilen“) bezeichnet die gemeinschaftliche Nutzung eines Autos. Dabei können anders als bei herkömmlichen Autovermietungen Autos auch stunden- oder sogar minutenweise gemietet werden. Neben Anbietern wie DriveNow oder car2go mit eigenen Fahrzeugen gibt es auch Anbieter und Plattformen für privates Carsharing. Hier verleihen private Halter ihr Fahrzeug an andere.

Christoph Schneider

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