+
Carsharing klappt auch auf dem Land: Allerdings arbeiten alle Anbieter stationsbasiert. Die Autos müssen also immer an denselben Platz zurückgefahren werden. Foto: Patrick Seeger

Carsharing klappt nicht nur in Großstädten

Carsharing gibt es nur in großen Städten? Stimmt nicht. Auch auf dem Land gibt es Anbieter. Die Fuhrparks sind mitunter aber sehr klein. Auch die Flexibilität der Großstadtangebote fehlt meistens.

Berlin (dpa/tmn) - Auf dem Land und in kleinen Städten haben es Carsharing-Anbieter schwerer als in den Metropolen. Das heißt jedoch nicht, dass es sie dort nicht gibt.

"Es gibt dort unterschiedliche Geschäftsmodelle", erklärt Gunnar Nehrke vom Bundesverband Carsharing (bcs). Für alle gilt aber, dass sie stationsbasiert sind: Der Wagen muss nach jeder Fahrt zurück zur Ausleihstation.

Anbieter wie Car2Go oder DriveNow, die mit dem Free-floating-Prinzip arbeiten, operieren nur in großen Städten. "Sie gehen im Moment, nach eigener Aussage, nicht in Städte mit weniger als 500 000 Einwohnern", sagt Nehrke. Free-Floating heißt: Die Autos kann man nach der Fahrt innerhalb eines bestimmten Gebiets am Abstellort stehen lassen.

Während es in weniger großen Städten für Carsharing-Anbieter mit Leihstationen immer noch genug Kundenpotenzial gibt, stellt sie der ländliche Raum vor Herausforderungen. "Dort ist es nicht leicht, sein Geschäft profitabel zu betreiben", sagt Nehrke. Viele Bewohner haben dort ohnehin ein Auto, weil sie darauf angewiesen sind. "Besonders dann, wenn der öffentliche Nahverkehr nicht gut ausgebaut ist."

Einige Anbieter arbeiten mit Gemeinden oder ortsansässigen Firmen zusammen. "Diese mieten die Fahrzeuge zu bestimmten Tageszeiten dauerhaft und sorgen damit für eine Grundauslastung." Es gibt auch Carsharing-Vereine. Diese sparen Gelder ein, indem ihre Mitglieder ehrenamtlich arbeiten. "Einige wenige bringen sogar ihre eigenen Autos ins Carsharing ein."

Zwar gibt es auch im ländlichen Raum durchaus beachtliche Fuhrparks. Oft haben die Carsharing-Anbieter an ihren Standorten jedoch nur ein bis zwei Autos. "Wer oft und zu bestimmten Zeiten darauf angewiesen ist, muss prüfen, ob das der Anbieter gewährleisten kann", empfiehlt Nehrke. "Und wer wirklich täglich ein Auto braucht, wird in der Regel mit dem eigenen Auto billiger fahren als mit Carsharing." Die Grenze liege bei etwa 10 000 gefahrenen Kilometern im Jahr, schätzt er.

Gut funktioniert Carsharing im ländlichen Raum vor allem dann, wenn auch der öffentliche Nahverkehr gut ausgebaut ist. Dann haben Pendler für ihren täglichen Weg eine Alternative zum eigenen Auto und können mit Carsharing die übrigen Fahrten erledigen.

Der Großraum Karlsruhe zeige, dass das funktioniert, so Nehrke. "Karlsruhe ist Deutschlands Carsharing-Hauptstadt." Dort reicht der ÖPNV weit ins Umland hinein, weswegen mehr Menschen auf ein eigenes Fahrzeug verzichten können.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Im Winter: Darf ich den Motor warmlaufen lassen?
Was machen viele Autofahrer, um ihren Wagen im Winter von Eis und Schnee zu befreien? Genau, sie lassen den Motor warmlaufen. Allerdings drohen Bußgelder.
Im Winter: Darf ich den Motor warmlaufen lassen?
Strafzettel legal umgehen? Dieses Start-Up macht es möglich
Ein Berliner Start-Up will es richten: Strafzettel sollen mit ihrer Hilfe ganz legal verschwinden - und das auch noch kostenfrei. Ist das wirklich möglich?
Strafzettel legal umgehen? Dieses Start-Up macht es möglich
Fahrverbote: Welche Abgasnorm hat mein Diesel?
Durch die Diskussionen, ob Fahrverbote für Diesel in den Städten ausgesprochen werden sollen, sind viele Autofahrer verunsichert: Ist mein Diesel betroffen?
Fahrverbote: Welche Abgasnorm hat mein Diesel?
Ferrari zeigt den 488 Pista mit 720 PS in Genf
Das neue Modell von Ferrari ist etwas für Geschwindigkeitsliebhaber: Der 488 Pista schafft es in unter drei Sekunden auf 100 Kilometer die Stunde und überzeugt durch …
Ferrari zeigt den 488 Pista mit 720 PS in Genf

Kommentare