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Auch optisch viel Neuland: „Airbumps“ nennt Citroën seinen praktischen Anti-Dellenschutz an den Seiten.

Echter Hingucker

Lässiges Stacheltier: Citroën C4 Cactus

Hey, ich bin anders – signalisiert der Kaktus in freier Wildbahn. Denn er hat Stacheln. Auf der Fahrbahn trifft beides auf den neuen Cactus C4 von Citroën zu.

Als eine „neue Welt voller neuer Ideen“ angepriesen, ist der 2CV-Ururenkel schon von außen recht witzig anzusehen, und drinnen – hui – erst recht ganz anders: durchgehende Sitzbank, nullkommanull Knöpfe, Flatscreens als Displays, Tacho digital und kein Drehzahlmesser, ein Riesen-Handschuhfach (dafür wanderte der Airbag ins Dach, eine Weltpremiere) – insgesamt reduzierter, cooler Lounge-Look.

Der Citroën Cactus ist ganz klar was für Individualisten. Und unterstreicht das mit cleveren Ideen wie diesen Anti-Andengel-Dingern an den Türen, „Airbumps“ genannt, die im City-Segment Schutz vorm bösen Parkplatznachbarn bieten: keine lästigen Macken und Kratzer mehr im Lack! Ob sich der Plastiklook am Chassis aber optisch auch nach Jahren noch ertragen lässt?

Gewöhnungsbedürftig auch für alle, die nicht aus der Generation iPad sind, ist der 7-Zoll-Touchscreen, über den alleine alles Wichtige gesteuert wird (Klimaanlage, Media, Navi, Fahrzeugeinstellungen, Telefon, Internet und Fahrhilfen). Was kinderleicht und technisch gut funktioniert – wenn man es mag. Das getönte Panorama-Glasdach mit hoher Wärme- und UV-Schutzfunktion lässt Licht rein und die Hitze draußen. Details wie die lässigen Türgriffe im Kofferlook werten den Innenraum auf und bringen Reiseflair (sind aber leider flankiert mit reichlich Billigkunststoff, und einer eher klobigen als schicken Handbremse in der Couchmitte).

Motoren im Citroën C4 Cactus

Viel Design also. Da kommt der Cactus her. Das ist seine Stärke und sein Manko. Denn bei soviel Deko fiel die konsequente Motorenabstimmung irgendwie „hinten runter“. Zwei Benziner und zwei Diesel (PureTech und BlueHDi mit Start & Stop-System) erfüllen dank ordentlich Gewichtsreduktion und Downsizing zwar die Euro 6-Norm, und sparen so kräftig Sprit und CO2. Der große 100-PS-Diesel verbraucht sogar nur 3,1 Liter auf 100 Kilometer und bläst lediglich 82 Gramm CO2 raus. Da sind sehr gute Werte.

Insgesamt geht es aber – für unseren Geschmack – unter den Cactushauben allzu gemütlich weiter. Am ehesten noch spritzig zeigte sich der bereits erwähnte große (Vierzylinder-)Diesel, der uns dafür mit einer an frühesten Automobilzeiten gemahnenden Nickautomatik (sechstufig, ETG) strafte. Auch die Dreizylinderbenziner (ab 75 PS) ziehen – bis auf den turbogeladenen Pure Tech mit seine 110 PS – nicht die Wurst vom Teller. Da wird man gern mal übertourig, fährt mit nervösem Schaltknüppel und straft die ansonsten löblichen Sparabsichten ab … also lieber ruhig angehen!

Dafür wird der Cactus wieder eindeutig aufgepeppt durch wertige Hilfssysteme, wie den „Park Assist“ (selbstständige Einparkmanöver), Rückfahrkamera, Berganfahrhilfe, dynamisches Kurvenlicht, Notruf- und Pannenhilfefunktion.

Fazit

Mit dem stacheligen Klein-SUV etablieren die Franzosen designmäßig etwas extra-Olàlà im C-Segment. Großes Lob dafür in Zeiten weitgehender automobiler Uniformität. Motorisch ist der Cactus eher zum lässigen Cruisen als zum launigen Brausen gedacht. Aber preislich ist er ab knapp 14.000 Euro ein echt gut leistbarer Individualist.

Citroëns C4 Cactus B 180 Blue Efficiency

  • Leistung: 122 PS
  • Höchstgeschw.: 190 km/h
  • 0 auf 100 km/h: 10,40 sek.
  • Hubraum: 1595 ccm
  • Verbrauch EU Drittelmix: 6,1 l/100km
  • CO2: 141 g/km
  • Tankinhalt: 50 Liter
  • Leergewicht: 1950 kg
  • Kofferraumvolumen: 486–1545 l
  • Basispreis: 13.990 Euro
  • Testwagen: 39.478 Euro

Citroen C4 Cactus

Genial! Der neue Citroen C4 Cactus

Oliver Menner

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