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Citroën C4: Weniger verspielt, dafür sehr ausgereift

Citroën C4: Neue Ernsthaftigkeit

Extravaganz ist bei Citroën serienmäßig an Bord. Das gilt sowohl für einzigartige technische Lösungen wie das hydropneumatische Fahrwerk, als auch für Dinge, die unsere Welt nicht braucht.

So gab man der ersten Generation des kompakten C4 einen Parfümspender inklusive verschiedener Duft-Optionen mit auf den Weg, außerdem ein Lenkrad mit fest stehendem Pralltopf – mitunter kann französische Lebensart ziemlich gewöhnungsbedürftig sein.

Citroen C4 VTI 120

Hubraum: 1598 ccm

Leistung: 88 kW/120 PS

0-100 km/h: 10,8 s

Spitze: 193 km/h

Verbrauch: 6,2 l/100 km

CO2-Emission: 143 g/km

Preis: ab 19.400 Euro

Die zweite Generation des in der Golf-Klasse antretenden Galliers strahlt dagegen relative Ernsthaftigkeit aus. Ebenso wie das Design der Karosserie signalisiert auch die Formgebung des Innenraums Seriosität. Lediglich Chromspangen rund um die Belüftungsdüsen setzen Akzente im wertigen Armaturenträger aus samtig wirkenden Kunststoff, auf dem Bedienungselemente sinnvoll verteilt wurden und in optimaler Griffweite liegen. Die serienmäßige Schaltpunktanzeige ist wie der digitale Tacho kaum zu übersehen. So aufgeräumt wünscht man sich jedes Auto.

Citroën C4

Erfreulich im Vergleich zum Vorgänger ist auch, dass die aus der Lenksäule wuchernden Bediensatelliten verschwunden sind und deren Funktionen in die Lenkradtasten integriert wurden. Ein Lob verdient die Benutzerführung des Navigationssystems, das bei der Zieleingabe keine Rätsel aufgibt und den Fahrer souverän selbst durch komplexe Verkehrssituationen leitet. Das besondere Extra darf hier natürlich nicht fehlen, kommt aber weniger aufdringlich rüber: Die Beleuchtungsfarbe des Kombiinstruments kann nach Gutdünken stufenlos von Blau zu Grau verändert werden.

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Weg vom extravaganten Design

Dass man sich im C4 auf Anhieb wohlfühlt, dafür sorgen bequeme, großzügige Sitze mit verstellbarer Lendenwirbelstütze. Vorn dürfen sich Fahrer und Beifahrer richtig lang machen, hinten wird es allenfalls im Kopfraum für Erwachsene eng, auch bedingt durch das große Panoramaglasdach unseres Testwagens. Der Kofferraum fasst normalerweise 408 Liter, was etwas unter dem Klassendurchschnitt liegt, kann aber durch Umlegen der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen erweitert werden. Hinzu kommen Schubladen unter den Vordersitzen, ein geräumiges Handschuhfach, Türablagen für 1,5-Liter-Flaschen und ein gekühltes Fach in der Mittelkonsole mit 230-Volt-Anschluss.

Citroën C4

Noch in einem weiteren Punkt unterscheidet sich der aktuelle C4 wohltuend von seinem Vorgänger: Das Fahrwerk des Fronttrieblers wird den Ansprüchen der Marke gerecht. Während man zuvor versuchte, mit härterer Abstimmung den Wettbewerbern Paroli bieten zu müssen, ist das Fahrerlebnis wieder typisch Citroën: gelassenes Gleiten, hoher Autobahnkomfort und ausreichend dynamische Reserven für kurvige Landstraßen. Eine direkte Lenkung und kräftig zupackende Bremsen vermitteln nebst ESP mit Berganfahrhilfe und sechs Airbags Sicherheit.

Leider kann der Vierzylinder-Benziner nicht ganz die gesetzten Komfort-Maßstäbe erfüllen. Erst ab 3 000 Umdrehungen wacht der Turbo auf, zieht dann aber umso vehementer los, leider verbunden mit leicht gequältem Motorengeräusch und einem Durchschnittsverbrauch von 8,5 Litern. Immerhin ermöglicht der 60-Liter-Tank eine angemessene Reichweite. Negativ aufgefallen ist das hakelige Getriebe, bei dem vor allem der Rückwärtsgang Zicken macht. Aber wer will schon rückwärts fahren, wenn er wie Gott in Frankreich reist ...

Von Carsten Müller

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