VW Up! Der City-Spezialist

- Sie ist eine der großen Hingucker in Frankfurt: Mit der Studie "Up!" stellt Volkswagen auf der IAA (13. - 23. September) das Konzept eines umweltfreundlichen und bezahlbaren Stadtautos vor. Der für maximal vier Insassen ausgelegte Zweitürer ist nach den Worten von VW-Chef Professor Martin Winterkorn deshalb "ein echter Volkswagen": Denn die Marke stehe nach wie vor für Jedermann - und dieses Konzept soll mit dem Up! vor dem Hintergrund der Klimadiskussion fortgeführt werden. Wobei der Name Up! nur ein Arbeitstitel für die Studie sei. Diese verbinde Umweltfreundlichkeit mit Funktionalität.

Als Antrieb des 3,45 Meter langen und 1,63 Meter breiten Viersitzers sind laut Winterkorn Zwei- und Dreizylinder- Motoren vorgesehen. In der Studie ist ein Dreizylinder-Benziner montiert: Sein Verbrauch beträgt laut den Angaben aus Wolfsburg 3,5 Liter auf 100 Kilometer. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von rund 83 Gramm pro Kilometer (g/km). "Ziel ist es jedoch, einen Verbrauch von unter drei Litern darzustellen", kündigt der VW-Chef an. Damit käme der Up! auf einen CO2- Ausstoß von lediglich 70 g/km und würde alle geforderten Umweltnormen mit Leichtigkeit erfüllen.

Der Motor ist in sogenannter Unterflurbauweise im Heck kurz vor der Hinterachse positioniert - wie seinerzeit bei den mittlerweile legendären VW-Modellen 412 und Bulli. Daher gibt es zwei Kofferräume, einen vorn und einen hinten. Zum Verstauen sperriger Gegenstände lassen sich bis auf den Fahrersitz alle Sitze umklappen oder ausbauen. Diese kann man zudem leicht der jeweiligen Körperanatomie anpassen, indem man ganz simpel über ein Ventil Luft in die Sitzplätze presst. Außerdem gibt es nach Angaben eines VW-Sprechers auch eine Durchladeeinrichtung zum vorderen Kofferraum. Der Einbauort des Motors im Heck ermöglicht auch den Verzicht auf einen Kühlergrill, was wiederum dem Luftwiderstand zugute kommt. Auch das Raumangebot für die Insassen profitieren durch diese Anordnung: Trotz der geringen Außenmaße ist das Raumangebot wegweisend für diese Klasse.

Verpackt haben die VW-Designer unter der Führung von Walter de Silva das Konzept in einer "puren, frechen" Aufmachung: Die Frontpartie bestimmen schräg nach innen zulaufende Scheinwerfer und ein glattflächiger Stoßfänger mit rundumlaufendem schwarzen Streifen. Das soll das VW-typische "Happyface" ausmachen. Die Karosserieüberhänge wurden knapp gehalten. Ausgestellte Kotflügel, die von den 18 Zoll großen Rädern nahezu bündig ausgefüllt werden, sollen die 1,42 Meter breite Spur noch breiter wirken lassen. Die Heckklappe ist aus transparentem Material gefertigt. Die hochgesetzten Rückleuchten stecken darunter.

Der Up! ist nach der Vorstellung von Winterkorn darüber hinaus als Teil einer "new small family" genannten, künftigen neuen Kleinwagenmodellfamilie von VW konzipiert. Weitere Varianten seien also denkbar. Immerhin sei der Up! noch eine Studie - einen Starttermin für eine Serienfertigung gebe es daher noch nicht. In Wolfsburg wird aber bereits von einer Realisierung 2010 gemunkelt bei einem Preis von unter 8000 Euro. Und wenn man Servolenkung und Klimaanlage weg lassen würde, könnte man das Auto auch in Billigländern wie China oder Brasilien für 6000 Euro anbieten. Sollte VW zum Bau grünes Licht geben, dürfte der Kleinwagen außerdem einen neuen Namen bekommen. So wäre es durchaus möglich, dass dem "Up" ein "L" voran- und ein "o" nachgestellt werden und der Kleinwagen als neuer Lupo zu den Händlern rollt.

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