City-Stromer nicht gefragt

Elektroautos: - An sich ist die Vision verlockend: Sie stoßen kein CO2 aus, sind flüsterleise und finden überall einen Parkplatz. Doch so charmant die Vorstellung vom kleinen Elektroauto für die Stadt in Zeiten der Klimadiskussion auch ist - einen echten Markt gibt es für diese City-Stromer derzeit noch nicht.

So weist die europäische Zulassungsstatistik für die vergangenen acht Jahre durchschnittlich nur 430 Elektroautos aus. Meist sind das Umbauten auf Basis von Peugeot 106, Fiat Panda oder Ford Ka. Kleinstfahrzeuge mit Elektroantrieb tauchen bis auf wenige Ausnahmen in der Statistik gar nicht auf.

Dafür sieht man solche Fahrzeugkonzepte immer häufiger auf Automessen wie zuletzt im März in Genf. Dort hat Visiongreen aus Potsdam in einer Partnerschaft mit der Schweizer Firma Reva den Greeny AC1 vorgestellt. Zu Preisen ab etwa 13000 Euro soll der Wagen von Sommer an auch bei uns angeboten werden. Er basiert auf dem Reva "ElectriCity Car", das angeblich weltweit meistverkaufte Elektroauto. Besonders für den Stadtverkehr konzipiert, soll es emissionsfrei und leise durch Häuserschluchten stromern und so Sommersmog und Feinstaubalarm trotzen.

Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, bekommt der Viersitzer ein knuffiges Design und auf Wunsch auch spezielle Lackfolien im Ze- Stadtauto im Leoparden-Look: Für den Greeny sind auf Wunsch auffällige Lackierungen erhältlich Aus Frankreich: Das BluEcar von Bolloré speichert die Energie in Lithium-Metall-Hybrid-Batterien, die für 250 km reichen Für die Elektroauto-Studie Volt von General Motors ist derzeit eine bezahlbare Batterie-Technik noch nicht verfügbar Die elektrische Energie zum Antrieb der Ford-Studie Airstream erzeugt eine weiterentwickelte Brennstoffzelle bra-, Tiger- oder Leoparden-Look. Angetrieben wird der Greeny von einem 18 PS starken Elektromotor, der aus einer Bleibatterie mit Kapazität für 50 bis 80 Kilometer gespeist wird. Der 2,64 m kurze 2+2-Sitzer wiegt nur 680 kg und kommt deshalb auch mit 54 Nm Drehmoment flott voran. Von Null auf 50 km/h beschleunigt er in etwa elf sek., die Spitze soll bei 80 Sachen liegen. Dabei verbraucht der Greeny auf 100 km umgerechnet nur so viel Energie, wie in einem Liter Benzin steckt.

Nach einem ähnlichen Muster konzipiert ist das "BluEcar" des französischen Herstellers Bolloré, der auf Kleinstfahrzeuge für die Führerscheinklasse S spezialisiert ist. Sein Elektroauto ist 3,20 m lang, wiegt 1100 kg und bietet in der ersten Reihe drei und in der zweiten Reihe zwei Sitzplätze. Es speichert die Energie in Lithium-Metall- Hybrid-Batterien, die laut Bolloré in vier Stunden geladen werden und für eine Reichweite von etwa 250 km reichen sollen. 68 PS stark mit einem max. Drehmoment von 170 Nm, schafft das Auto mit den auffällig kreisrunden Türen eine Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h.

Zwar könnten solche Fahrzeuge, zu denen auch der einst im Ford-Konzern entwickelte und nun in Norwegen wieder belebte Think! zählt, die Umweltbelastung in den Innenstädten entspannen, sagen manche Experten. Doch die geringe Verbreitung beweist, dass diese Minimal- Konzepte noch nicht im Bewusstsein der Kunden angelangt sind. Zumal Nachteile wie die geringe Reichweite, die fehlende Infrastruktur zum Laden der Batterien, die teure Wartung und die problematische Entsorgung auch in naher Zukunft eine Renaissance der elektrischen Autos ausschließen dürften. Der Smart ist wohl das absolute Minimum an "Auto-Ähnlichkeit", das ein Fahrzeug heutzutage beim Kunden haben muss.

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