Dahoam is Dahoam - Mit einer Detailpflege hat BMW sein Erfolgsmodell R 1200 GS überarbeitet

- Knapp vier Jahre nach der Präsentation hat BMW sein Erfolgsmodell R 1200 GS überarbeitet. Wer die nahezu perfekte Vorgängerin schon mal gefahren hat, musste befürchten, dass womöglich zu viel des Guten getan wurde. Kein Wunder, dass wir mit eher gemischten Gefühlen auf die Enduro kletterten.

Aber kaum hat man die 87 Zentimeter hohe Sitzbank erklommen, stellt sich das Gefühl ein, zu Hause angekommen zu sein. Alles ist da, wo es hingehört, alles ist bekannt, Dahoam is halt Dahoam. Sofort erlebt man ein Gefühl der Vertrautheit, auch wenn das eine oder andere Knöpflein am Lenker hinzugekommen ist.

Gleich nach dem Start wird die erste Verbesserung spürbar: Der erste Gang lässt sich leicht und präzise einlegen, und auch die weiteren fünf Schaltstufen springen bereits auf den ersten Kilometern butterweich rein. Dass der Zweizylindermotor nun um 5 PS auf 105 PS (77 kW) erstarkt ist, dürften nur ganz sensible Naturen bemerken. Nach wie vor hat die große GS schlicht und einfach einen enormen Bumms und trotz 229 Kilogramm Gewicht noch genügend Kraft für alle Lebenslagen, im höheren Drehzahlbereich (also ab etwa 5000 U/min) beschleunigt sie nun trotz gleichgebliebenem maximalem Drehmoment (115 Nm) spürbar besser.

Die größten Neuerungen findet der GS-Fahrer am linken Lenker, wo nun - falls man 1140 Euro für dieses Extra gezahlt hat - ein zusätzlicher Knopf für die elektronische Fahrwerksverstellung ESA prangt. Dieses bereits bekannte elektronische Helferlein wurde für die Enduro weiterentwickelt und besitzt neben den bekannten Straßen-Einstellungen nun auch noch zwei Optionen für den normalen und den ambitionierten Geländeeinsatz. Alles geht ruckzuck auf Knopfdruck und ohne langwierige manuelle Federungs- und Dämpfungsanpassung. Weil unser Exemplar mit Straßenreifen ausgerüstet war, erübrigten sich jedoch ausgiebige Offroad-Ausflüge. Die paar Fahrten jenseits befestigter Wege, die wir dennoch wagten, absolvierte die BMW souverän, die Funktion der automatischen Stabilitätskontrolle ASC (auch eine Neuheit), die kontrolliertes Driften möglich machen soll, konnte dabei jedoch nicht ausgiebig erprobt werden. Ganz überlegen spielte die R 1200 GS jedoch ihre Vorzüge als nahezu perfektes Allround-Motorrad auf kleinen Straßen, auf gut ausgebauten Fernverbindungen und innerorts aus.

Auch wer die exzellenten Fahreigenschaften sehr ausgiebig genießt, muss dies nicht an der Tankstelle büßen. 5,7 Liter Super ermittelten wir als Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometer. Erfreulich an der neuen GS ist auch, dass die Kraftstoffanzeige die Spritmenge im Tank nun realistisch anzeigt. Das größte Manko bei der eierlegenden Wollmilchsau ist der Preis: 12 500 Euro kostet die Grundversion. Und das größte Ärgernis bei der BMW R 1200 GS ist die Aufpreispolitik: Wer beispielsweise ABS und ESA will, kann dies nicht einzeln ordern, sondern muss das "Safety-Paket" für 1380 Euro (inklusive ABS, ASC und Reifendruckkontrolle) und dazu das 1140 Euro teure "Touring-Paket" bestellen, das aus ESA, Kofferhalter, Bordcomputer, Heizgriffen, verchromter Auspuffanlage und Handprotektoren besteht.

VOLKER PFAU

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