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Einer von fünf E-Auto-Besitzern steigt wieder auf Verbrenner um

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Von: Ines Alberti

Ein Elektroauto-Hybrid lädt an einer Ladestation.
Ein Elektroauto-Hybrid lädt an einer Ladestation. © Peter Schatz/Imago

Ein Fünftel der E-Auto-Besitzer in Kalifornien satteln wieder auf Verbrenner um. Laut einer Studie trägt das unbequeme Aufladen zu der Entscheidung bei.

Davis - Gewöhnt man sich erst einmal an eine neue Technologie, fällt es oftmals schwer, sie wieder aufzugeben. Ein Leben ohne Smartphone dürfte 2021 für einen Großteil der Menschen unvorstellbar sein - und das trotz Nachteilen wie mit dem Gerät einhergehender ständiger Erreichbarkeit, schlechter Akkulaufzeit und fragwürdiger Sicherheitslage unserer Daten.

Dennoch scheinen für die meisten Nutzer die Vorteile zu überwiegen, sodass ihnen wohl kaum einfallen würde, ihr Smartphone gegen ein Tastenhandy oder ähnliches einzutauschen.

Anders scheint es sich mit Elektroautos zu verhalten: Durchschnittlich einer von fünf E-Auto-Besitzern in Kalifornien steigt wieder auf Verbrenner um, wie Forscher der University of California in Davis herausfanden. Sie haben Gründe untersucht, weshalb Menschen, die sich ein E-Auto kaufen, nicht dabei bleiben. Demnach verabschieden sich 20 Prozent der Hybrid- und 18 Prozent der E-Auto-Besitzer wieder von dem Trend, schreiben sie in ihrer Studie, die im Fachmagazin Nature Energy veröffentlicht wurde.

Viele E-Auto-Besitzer kehren zu Verbrennern zurück

Ein entscheidender Punkt, weshalb Autofahrer ihre E-Autos wieder abgeben, ist laut der Studie „Unzufriedenheit mit der Bequemlichkeit des Aufladens“. 70 Prozent der Befragten gaben als Grund an, keine 240-Volt-Steckdose (in den USA bekannt als „Level 2 charging“) zu Hause zu haben, sondern nur gewöhnliche „Level 1“-Steckdosen mit 120 Volt. Business Insider zitiert den Automobilanalysten Kevin Tynan, der E-Autos verschiedener Hersteller testet: „Wenn du kein Level 2 hast, ist es fast unmöglich.“ Denn das Aufladen dauert seine Zeit.

Zudem könne es laut der Studie für Haushalte mit geringerem Einkommen sowie Mieter schwieriger sein, eine Ladevorrichtung dort zu installieren, wo sie parken. „Vielleicht müssen wir darüber nachdenken, für so viele Haushalte wie möglich Lademöglichkeiten zu bekommen“, folgern die Autoren der Studie. Es gaben außerdem zwei Drittel der Befragten an, alternativ zum Strom daheim keine öffentlichen Ladestationen zu nutzen. Daher sei fraglich, ob Investitionen in öffentliche Ladeinfrastruktur die Entscheidungen von Käufern überhaupt beeinflussten.

Aufladen bei E-Autos stellt Problem dar

Die Forscher stellten fest, dass sich bei E-Autos in Sachen Sicherheit, Reichweite, Komfort und technischer Funktionen in den vergangenen Jahren zwar viel getan habe, dagegen aber nur wenig bezüglich des Aufladens. Sie warnen, dass dieser Trend es Herstellern erschweren könnte, E-Autos zu verkaufen und den Markt zum Wachsen zu bringen. Nicht nur in Kalifornien, sondern auch in anderen Ländern.

„Es sollte nicht davon ausgegangen werden, dass ein Verbraucher nach dem Kauf eines E-Autos auch weiterhin eines besitzen wird“, heißt es in der Studie. „Es ist klar, dass dies das Marktwachstum von E-Autos verlangsamen und einen Absatz von 100 Prozent E-Autos erschweren könnte.“

Industrie und Forschung beschäftigen sich bereits mit dem Problem des Aufladens. So entwickelte das israelische Unternehmen StoreDot erstmals eine E-Auto-Batterie, die innerhalb von fünf Minuten komplett aufgeladen werden kann. Auch dass bald bis zu 1.000 Kilometer mit einer Batterieladung zurückgelegt werden können, stuft ein renommierter Chemieprofessor als realistisch ein. (ial)

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