Ebenbürtige Edelkatze

- So fährt sich der neue Jaguar XJ

<P>Doch das ist jetzt Vergangenheit. Denn ein gänzlich neuer XJ steht jetzt vor der Tür. Und der ist nach unseren ersten ausgiebigen Fahreindrücken der deutschen Oberklasse durchaus wieder ebenbürtig.</P><P><BR>Schnell kommt der Engländer daher und sehr leichtfüßig. Denn die Ingenieure der Ford-Tochter haben ihr neues Flaggschiff um einige Hundert Kilogramm gegenüber herkömmlicher Stahlbauweise abgespeckt. Im Gegensatz zum Audi A8 verzichtet Jaguar sogar auf einen Rahmen und setzt auf eine selbsttragende Alu-Monocoque-Bauweise. Erreicht werden so nur 1545 kg Basisgewicht. Für den Zusammenhalt sorgt hier eine Niet/Klebetechnik aus der Luft- und Raumfahrt. Das Ergebnis: Die Karosserie ist um 40 Prozent leichter und um 60 Prozent steifer als beim Vorgänger.</P><P><BR>Schon der erste Blick macht klar: Von außen zeigt sich die Edel-Raubkatze - in ihrer 7. Auflage seit 1968 - mit den bisherigen Tugenden. Dazu zählen die flache Frontpartie mit den Doppelscheinwerfern ebenso wie die katzenhafte Seitenlinie. Allerdings ist der Wagen mit einer Höhe von 1,45 m kein Flachmann mehr. Die Länge erreicht 5,09 m und die Breite 1,86 m. Der Radstand mit 3,03 m übertrifft sogar die S-Klasse von Mercedes um 16 cm.</P><P><BR>Davon profitiert natürlich der Innenraum: Vorne wie hinten geht es nun standesgemäß großzügig zu; Kopf-, Bein- und Schulterfreiheit sind im Gegensatz zum Vorgänger kein Thema mehr. Auch für die Lederkoffer und die Golfausrüstung ist mehr Platz da. Das Gepäckabteil ist höher geworden und fasst nun 470 statt bislang 430 Liter.</P><P><BR>Im Inneren herrscht eine gelungene Mischung aus polierten Hölzern, noblem Leder und edlen Instrumenten, wobei leider der Tachometer und seine Skalierung arg klein und eng ausfällt und somit schlecht ablesbar ist. Im neuen XJ findet man nun moderne Technik vor, gepaart mit luxuriösem Stil. Diverse Rückhaltesysteme, Fahrhilfen für brenzlige Situationen, Audio- und Videogeräte auch für hinten, elektrisch verstellbare Ledersitze und Holz, wohin das Auge blickt, gehören dazu; einiges wie Navigationssystem oder gehobene Unterhaltungstechnik gibt es allerdings nur gegen Aufpreis.<BR><BR>Auch die Qualität hält bei einer ersten Prüfung, was sie verspricht. Die Spaltmaße stimmen, nichts klappert und alle technischen Helferlen verrichten klaglos ihren Dienst. Müssen sie wohl auch. Denn die Preisliste beginnt bei 59 900 Euro für die Basisversion XJ6 3.0 mit 238 PS. Das ist im Schnitt etwas weniger, als die etablierte Konkurrenz für ihre High-Tech-Produkte verlangt.<BR><BR>Wie im automobilen Oberhaus üblich, sind aber nach oben fast keine Grenzen gesetzt. Nahezu aller erdenklicher Luxus kann zusätzlich geordert werden. Dann ist mit den stärkeren Motoren auch die 100 000-Euro-Grenze schnell überwunden. Für den Vortrieb gilt die alte Regel: Je mehr PS und je mehr Hubraum, desto souveräner das Dahingleiten. <BR><BR>Der 3,0-l-V6-Motor mit seinen 238 PS bewegt das Auto zwar schon mehr ausreichend, doch so richtig schön wird es erst mit den V8-Aggregaten. Der Fahrspaß beginnt hier beim neuen, 258 PS starken 3,5-Liter, steigert sich beim 4,2-Liter mit 298 PS und endet beim XJR mit Kompressor-Aufladung und 395 PS. Die Höchstgeschwindigkeiten liegen je nach Motor zwischen 233 und abgeregelten 250 km/h. <BR><BR>Bei allen Modellen leitet eine vorzüglich arbeitende Sechsgang-Automatik von ZF die Kraft auf die Hinterräder. Eine Schaltversion wird nicht angeboten. Die Verbräuche bewegen sich laut Jaguar im Mix zwischen 10,5 und 12,3 Liter Superbenzin auf 100 km, sind aber jederzeit bei entsprechender Fahrweise leicht nach oben zu bringen.<BR><BR>Kein Zweifel also: Mit seinem neuen Flaggschiff hat Jaguar wieder Anschluss an die Oberklassen gefunden. Markteinführung in Deutschland ist der 24. Mai. Rund 2000 Einheiten will man hier heuer noch absetzen. <BR></P>

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