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Das Auto sendet nach einem Unfall einen Alarm an die Notrufzentrale, die dann die Rettung schickt.

Ab 2015 Pflicht

Automatischer Notruf für alle Neuwagen

Brüssel - Knapp ein Prozent aller Autos hat es bereits. Jetzt soll es für alle Neufahrzeuge verbindlich werden: Das automatische Notrufsystem eCall.

Die europäische Kommission in Brüssel stellte gestern einen Gesetzentwurf vor. Danach müssen alle neuzugelassenen Kfz ab 2015 damit ausgestattet werden. „EU-Parlament und Ministerrat müssen noch zustimmen“, sagt Peter Martin, Sprecher der Kommission in München. Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Warum wird eCall eingeführt?

Laut EU können jährlich 2500 Menschenleben gerettet und die Zahl der im Straßenverkehr verletzten Personen deutlich verringert werden. In ländlichen Gebieten könnten sich nach Schätzungen der Kommission die Zeit, die die Hilfskräfte brauchen, um zum Unfallort zu gelangen, halbieren, in Stadtgebieten um 40 Prozent sinken. Die Zahl der Verkehrstoten soll europaweit um mindestens vier Prozent, die Verletztenzahlen um sechs Prozent sinken. „Stellen Sie sich vor, Sie fahren nach Hause und schlafen ein. Sie fahren in einen Graben und können Ihr Auto nicht verlassen. Sie kommen nicht an Ihr Mobiltelefon oder sind bewusstlos“, beschreibt EU-Kommissarin Neelie Kroes eine Situation, in der eCall hilft.

Wie funktioniert eCall?

Mit eCall ausgestattete Fahrzeuge setzen nach einem Unfall selbsttätig einen Notruf an die nächstgelegene Notrufzentrale ab, die europaweit unter der Nummer 112 erreichbar ist. Auslöser für den Notruf sind Crash-Sensoren. Die Notrufzentrale erhält automatisch eine genaue Standortmeldung des Fahrzeuges und hat die Möglichkeit, mit den Insassen zu sprechen, um weitere Infos über die Schwere des Unfalls zu erhalten. Außerdem werden dadurch auch die nötigen Rettungsinformationen abgerufen und an die Retter übermittelt.

Was muss technisch nachgerüstet werden?

Die Autos brauchen GPS-Empfänger, eine GSM-Antenne, ein Steuergerät, das den Standort per Mobilfunk-Einheit an die Notrufzentrale meldet, Crash-Sensoren, Mikrofon und Lautsprecher, und eine Notstromversorgung.

Welche Nachteile hat eCall?

„Der Datenschutz muss beachtet werden. eCall ist sinnvoll, kann aber auch von den Herstellern zum Anbieten von Zusatzfunktionen genutzt werden, die datenschutzrechtlich bedenklich sind“, sagt ADAC-Jurist Klaus Heimgärtner. So können Versicherungen Bewegungsprofile abgreifen und vom Fahrverhalten abhängige Tarife anbieten. BMW und Mercedes haben eCall schon eingeführt. Weingärtner: „BMW bietet als Zusatzleistung bereits Ferndiagnose an, im Prinzip ist mit dem System ein Auto wie ein Handy vernetzt.“

K.-H. Dix

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