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Makro-Raumgefühl im Mikro-Auto - ein Test von Ulrike Schmidt

Eine Große (1,86 cm), testet die Kleinen

Stadtleben ist verkehrstechnisch kein Zuckerschlecken: wenig Parkplatz, viel Stau. Und so heißt das Gebot der Stunde für das Auto neumodisch: downsizing, zu Deutsch: verkleinern.

Womit natürlich weniger der Premiumkunde gemeint ist, als der Durchschnittsmensch, der sein Geld noch auf Euro und Cent abzählen muss. Der nicht mal schnell 30.000 für einen schicken Wagen hinblättern kann, aber doch auch ganz gern genug Platz für lange Beine und Kind und Kegel hätte.

Der japanische Autobauer Nissan hat unter dieser Maxime drei Kleinwagen verschiedener Gattung im Angebot: den brandneuen Mini-SUV Juke (ab 16.990 Euro), den Mini-Van Note (ab 13.910 Euro) und den Mini-Cityflitzer Micra (ab 10.740 Euro) in der vierten Generation.

Doch wie fährt sich ein günstiger Mini von Maxi? Wie sitzt eine wählerische XXL in einem bescheidenen XS? Ausprobiert hat das tz-Societykolumnistin Ulrike Schmidt, die mit 1,86 Meter Größe maxi Ausmaße und ein Großmaß an Erfahrungsschatz in Sachen Beinfreiheit im Auto hat und diesbezüglich die teuren Premiummarken BMW und Audi auch weiterhin generell für die Großzügigsten hält – besonders auch bei den kleineren Fahrzeugen.

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Überraschend allerdings war das Makro-Raumgefühl im Micra, der äußerlich einen sehr kompakten Eindruck macht, sich innen aber als komfortables Raumwunder entpuppt. Bei einer Gesamtlänge von 3,78 Metern bot er im Fahrerraum sogar mehr Beinfreiheit beim Fahren als der 36 Zentimeter längere Juke, bei dem die Beine der Fahrerin am Lenkrad klebten, genauso wie beim Note mit 4,10 Metern Länge.

Bei Letzterem allerdings lässt es sich zumindest auf der Rückbank luxuriös wie in einer Oberklassenlimousine sitzen – die Rückbank kann man nämlich (auf Kosten des Kofferraumes) flexibel verschieben.

Doch Bequemlichkeit für Große ist ja noch nicht alles – pfiffig soll’s auch sein. Und da wiederum hat der Juke die Nase vorn, der eine Mischung aus SUV und Sportcoupé ist. So eigenwillig, dass sich die Geschmäcker daran scheiden. Doch mit dem roten Discolack, den Ledersitzen mit roten Ziernähten, der Mittelkonsole wie ein Motorrad­tank mit Flaschenhalter, dem hohen Einstieg und der ebenso hohen Ladefläche hat er durchaus etwas von einer Jukebox: eben von allem ein bisschen. Ein witziges Auto mit Charakter (auch Allrad), nur beim Vollgas-Fahren mit dem stufenlosen CVT-Automatik-Getriebe und 190 PS auf der Autobahn ist der Juke überraschend unsportlich und laut. Aber wer muss denn auch schon immer über 200 Stundenkilometer fahren.

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Nissans Lifestyle-Stadtflitzer

Der Familien-Van Note macht auf grundsolide, der Micra (90 bzw. 98 PS) auf erfrischend jung. Er hat den Knuddel-Look zugunsten von ein bisschen mehr Sachlichkeit abgelegt und punktet mit seinem geringen Kraftstoffverbrauch von durchschnittlich fünf Litern. Und mit dem Panorama-Glasdach in der hochwertigeren Ausführung fühlt sich dann auch der Größte im kleinsten Auto ganz frei. Fazit: Für XXL ist der XS-Micra der Größte! Und der günstigste!

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