Einparken aus der Vogelperspektive

München - Immer mehr Kamerasysteme erobern das Auto. Und machen das Fahren immer leichter, sorgen in der Zukunft für mehr Sicherheit und Bequemlichkeit im Straßenverkehr. So hoffen zumindest die Forscher. Ein Beispiel zukünftiger Hilfe am Steuer: Assistenzsysteme auf Basis optischer Sensoren erleichtern dem Fahrer beispielsweise das Einparken und warnen ihn vor dem Einschlafen während der Autofahrt.

Um das Rangieren noch einfacher zu machen, arbeitet der Automobilzulieferer Hella zurzeit am sogenannten "TopView"-System. Es besteht aus vier Kameras, die an Front, Heck und an den beiden Außenspiegeln des Wagens angebracht sind. Mit einem Öffnungswinkel von jeweils 180 Grad sammeln die Sensoren Eindrücke, die ein Computer zu einem Gesamtbild zusammensetzt. Auf einem Display im Wageninneren sieht der Fahrer dann sein Auto und die aktuelle nähere Umgebung aus der Vogelperspektive, sodass er sich besser in eine Parklücke einreihen kann.

Das System ergänzt damit die aktuellen gängigen Einparkhilfen, die bisher nur mit Ultraschall arbeiten. Doch bei der Entwicklung stoßen die Techniker bisher noch auf Probleme. Die Kameras sind in mittlerer Höhe angebracht. Und wie die Objekte in der Umgebung oberhalb ihrer Reichweite aussehen, weiß aber der Computer nicht. Auf dem Display sind Hindernisse deshalb nur als undefinierbare Schatten zu erkennen. Außerdem ist das Bild im Schnittbereich der Kameras noch recht unscharf. Mehr Sensoren einzubauen, würde das System allerdings viel zu teuer machen. Die Entwickler haben also noch zu tun, bis das System im Auto zum Einsatz kommen kann.

Eine weitere auf Kameras basierende Fahrhilfe ist der Aufmerksamkeits-Assistent, der den Fahrer vor dem Einschlafen schützen soll. Das System weist eine im Bereich des Lenkrads und der Instrumentenanzeige platzierte Kamera auf. Dieser Sensor misst den Lidschlag des Fahrers. Bleibt das Auge länger als 1,5 Sekunden geschlossen, dann ertönt ein Warnsignal. In Zukunft soll die optische Überwachung auch erkennen können, ob der Fahrer den Kopf zur Seite dreht und abgelenkt ist. Außerdem könnte eine biometrische Gesichtserkennung eingerichtet werden, so dass ein Fremder das Auto nicht mehr ohne Erlaubnis bewegen kann.

Der Aufmerksamkeits-Assistent steckt zur Zeit noch in der Vorentwicklung und ist frühestens in drei Jahren serienreif. Kurz vor der Markteinführung steht dagegen das "Lane Departure Warning"-System, das mithilfe einer Frontkamera den Fahrer durch optische oder akustische Signale warnt, wenn er auf der Straße unbeabsichtigt die Spur wechselt. Ebenso wie die neu entwickelte Verkehrszeichenerkennung, die die Schilder mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung oder einem Überholverbote im Display angezeigt. Ab 2009 dürften die beiden Fahrhilfen bereits auf der Straße eingesetzt werden.

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