+
Etwas mehr Stille auf der Straße: Redakteur Volker Pfau auf dem Unu-Elektroroller unterwegs in München.

Im Reich der Stille

Elektroroller: Auf dem Unu geräuschlos durch München

  • schließen

Elektroroller werden für den Verkehr in der Stadt immer attraktiver: Sie sind günstig, schnell und sparsam. Wir waren mit dem überarbeiteten Unu unterwegs.

Ruhe. Fast vollkommene Ruhe. Und das am Vormittag auf der Arnulfstraße, einer der zumeist chronisch verstopften Verkehrsadern Münchens. Der Fahrtwind säuselt, die Reifen sind leise zu hören, die Tachonadel zeigt 45 km/h. Auf dem Unu-Elektroroller werden die Sinne neu eingestellt.

Unu-Elektroroller: Komplett neuer Antriebsstrang

Seit drei Jahren gibt es die Strom-Scooter. Geboren sind sie in München, inzwischen ist die Firma nach Berlin umgezogen. Rund 3000 Exemplare wurden bislang gebaut, nun war es Zeit für eine Auffrischung. An die 50 Verbesserungen habe man realisiert, sagt Elias Atahi, einer der drei Firmengründer. "Der Antriebsstrang ist komplett neu und stammt von Bosch, die Reifen sind nun vom renommierten deutschen Hersteller Heidenau, es gibt neue Farben und die Sitzbank ist länger", zählt er auf.

Nach wie vor gibt es drei Leistungsversionen: mit einem kW (1799 Euro), mit zwei kW (2299 Euro) und mit drei kW (2799 Euro). Knapp 60 Prozent der Käufer wählen die 2-kW-Version, gut ein Drittel die Stärkste und der Rest das Einsteigermodell. Im Preis enthalten sind auch ein Hauptständer sowie ein Gepäckträger.

Online-Vertriebssystem hat sich bewährt

Der acht Kilogramm schwere portable Lithium-Ionen-Akku kann in fünf Stunden an der Steckdose geladen werden – dies soll nun beim neuen Modell vollkommen geräuschlos erfolgen. Unter der Sitzbank ist Platz für einen zweiten Akku, der für 700 Euro zu haben ist. Damit verdoppelt man die Reichweite auf rund 100 Kilometer.

Bewährt hat sich das Vertriebssystem, das so gut zu dem modernen Produkt passt: Der Unu wird im Internet konfiguriert und bestellt, gebaut wird er nun in China beim zweitgrößten Elektronikhersteller des Landes. Geliefert wird der Roller dann komplett montiert im großen Karton per Paketdienst, den Kundendienst kann man bei Bosch machen lassen. Probefahrten – auch in München – kann man online vereinbaren.

"So einfach wie ein Fahrrad": Unu nichts für Zweirad-Enthusiasten

Die 3-kW-Version, mit der wir unterwegs waren, zieht beim Start eher zahm los und beschleunigt dann auf die zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Das Fahrwerk meistert die Münchner Straßen mit ihren Herausforderungen, die Bremsen genügen, um den 67 Kilogramm schweren Roller samt Fahrer adäquat zu verzögern.

Es wird schnell klar: Der Unu ist eine reine Fortbewegungsalternative für die Stadt, leicht und günstig, aber kein Fahrzeug für Zweiradenthusiasten, für die der Weg das Ziel ist und die Freude am Fahren wichtig ist. Das bestätigt Elias Atahi: Der Unu sei "untechnisch, er ist so einfach wie ein Fahrrad zu fahren." Umsteiger von Benzin auf Elektro gebe es so gut wie keine. "80 Prozent der Käufer hatten noch nie einen Roller." Kunden sind junge Menschen, Studenten und Berufseinsteiger, die ein günstiges Fahrzeug suchen oder Ältere, die ein Fun-Fahrzeug wollen. Und ein bisserl Stille auf der Straße.

Von Volker Pfau

Intelligent Assistent: Sicherheit für Motorräder

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Neue Studie auf der IAA: Borgward elektrisiert die Isabella
Alter Name, Zukunftstechnik: Borgward hat eine Isabella als Konzeptstudie auf die Räder gestellt, die elektrisch fährt und die Insassen mit Hologramm-Anzeigen im …
Neue Studie auf der IAA: Borgward elektrisiert die Isabella
200 Euro und Fahrverbot: Handy-Verbot am Steuer wird verschärft
Abschreckendere Strafen für Autofahrer: Das Handy am Steuer kostet künftig bis zu 200 Euro plus Fahrverbot. Und es kommt noch mehr:
200 Euro und Fahrverbot: Handy-Verbot am Steuer wird verschärft
Rasern drohen künftig deutlich härtere Strafen
Manche Autofahrer mögen es sehr schnell und veranstalten illegale Rennen. Ein neues Gesetz soll solche Temposünder das Fürchten lernen. Denn es drohen nicht nur …
Rasern drohen künftig deutlich härtere Strafen
Vernetzt in die Zukunft: Erfahrungen mit dem Kymco AK 550i
Im Automobilbereich entlockt das Stichwort "Connectivity" kaum mehr als ein müdes Lächeln. Bei den motorisierten Zweirädern ist nun Kymco mit dem neuen AK 550i am Start, …
Vernetzt in die Zukunft: Erfahrungen mit dem Kymco AK 550i

Kommentare