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Härtetest für den Panamera: Porsches neue viertürige Sportlimousine musste sich im heißen Death Valley bewähren

Erlkönige: IAA-Neuheiten beim Hitzetest in der Wüste

Glühende Geheimnisträger

Von wegen, Könige haben ein leichtes Leben: Zumindest als „Erlkönig“ ist das Dasein eine Schinderei. Denn die gleichnamigen Prototypen der Autohersteller werden harten Strapazen unterzogen.

Neben eisigen Wintertests am Polarkreis, tagelangen Stopp- und Go- Fahrten im Stadtverkehr von Shanghai und endlosen Kilometern auf abgesperrten Testgeländen müssen sie auch in glühender Hitze ihre Serienreife beweisen. Noch kurz vor der Premiere auf der IAA in Frankfurt (17. - 27. 9.) sind künftige Showstars vor allem im Death Valley im US-Westen unterwegs. Der Nationalpark rund um das „Tal des Todes“ zählt mit Temperaturen von mehr als 50 Grad Celsius zu den heißesten Orten der Welt.

Vor dem Serienstart werden die Autos unter den unterschiedlichen Bedingungen, bei Wind und Wetter, bei Eiseskälte und Gluthitze auf Herz und Nieren getestet. Da führt am Tal des Todes kein Weg vorbei. In dem Tal liegt das Augenmerk vor allem auf der Klimatisierung und der Kühlung von Motor und Getriebe. Denn wenn man selbst bei diesen Außentemperaturen drinnen angenehm reisen kann und das Kühlwasser auch nach vielen Stunden Dauerlauf nicht zu heiß wird, muss man sich vor dem Urlaubsstau auf dem Weg nach Italien keine Sorgen machen.

Es ist nicht die Hitze allein, die man hier mag, sagt man bei BMW zur Entwicklung des neuen Offroaders X1. In keiner anderen Region kann man so einfach Tests bei wechselnden Temperaturen fahren. Denn ein paar Meilen aus dem Tal heraus ist es schon 20 Grad kälter. Gerade die unterschiedlichen Belastungen bergen gewisse Risiken und müssen besonders gründlich untersucht werden.

Während die Industrie sonst auf strikte Geheimhaltung achtet, präsentieren sich die Geheimnisträger im amerikanischen Glutofen vergleichsweise offen. Verstecken ist in der Einöde kaum möglich: Die meiste Zeit im Jahr hat auf vielen hundert Kilometern nur ein einziges Hotel geöffnet, es gibt nur eine asphaltierte Straße, und auch zum Tanken haben die Autohersteller nicht viel Auswahl. So stehen die Prototypen an der Zapfsäule neben den Leihwagen und Wohnmobilen der Urlauber.

Dass sie im Death Valley mehr Zuschauer haben als beim Wintertest in schwedischen Arjeplog oder beim Dauerlauf im norddeutschen Papenburg nehmen die Entwickler in Kauf. Es gibt einfach nirgends sonst auf der Welt ein derart ideales Prüfgelände. Schließlich ist dort nicht nur diese ungeheure Hitze, sondern zudem noch Steigungen wie auf den steilsten Alpenpässen.

Immerhin liegt Badwater im Herzen des Death Valley mehr als 80 Meter unter dem Meeresspiegel und ist damit der tiefste Punkt der USA - die Hügelketten ringsum dagegen sind teilweise über 3000 Meter hoch. Was die Prototypen hier bei ihrer täglichen Berg- und Talfahrt durchmachen, gleicht deshalb beinahe einem Marathonlauf in der Sauna.

Und das dann auch noch unter erschwerten Bedingungen: So war der X1 von BMW im Death Valley nicht nur auf Asphalt unterwegs, sondern auch auf einer über 100 km langen Schotterstrecke - die führt staubig und mit teilweise knietiefen Schlaglöchern zum nördlichen Ausgang des Nationalparks. Weil Geländewagen oft als Zugfahrzeuge eingesetzt werden, waren gerade bei den Steigungstests häufig schwere Anhänger im Schlepp.

osw

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