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Statistik 2015

Auf Europas Straßen wieder mehr Verkehrstote

Erstmals ist die Zahl der Verkehrstoten seit 2001 im vergangenen Jahr in Europa wieder angestiegen, wie ein Bericht der Europäischen Kommission zeigt.

Brüssel –  2015 verloren 26 000 Menschen auf europäischen Straßen ihr Leben, 100 mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Zahl der Verkehrstoten lag 2015 bei 51,5 Opfern pro eine Million Einwohner in Europa. Am besten schneiden Malta (26), Schweden (27) und die Niederlande (28) ab, Schlusslichter sind Rumänien und Bulgarien (beide 95). Deutschland verzeichnete 43 Tote pro eine Million Einwohner. Auf den Straßen starben im vergangenen Jahr 3475 Menschen, das sind knapp 3 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Der EU-weite Anstieg ist zwar mit 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gering, doch die Europäische Union hat ein klares Ziel: Die Zahl der Verkehrstoten soll von 2010 bis 2020 halbiert werden. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. 2010 starben 31 500 Menschen im Straßenverkehr. „Ich glaube, wir können immer noch aufholen“, sagt Ellen Townsend vom European Transport Safety Council (ETSC). Aber es ist das zweite Jahr in Folge, in dem die Zahlen sich nicht deutlich verringern. „Das verspricht nichts Gutes.“

„Immer weniger Geld wird in Verkehrssicherheit gesteckt“, kritisierte EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc die EU-Mitgliedstaaten. Straßen würden nicht in Stand gehalten, die Ampeln entsprächen teilweise nicht den Standards. „Wir haben die offiziellen Hilfsmittel, wir haben die Gesetze, wir haben die Schwachstellen identifiziert“, erklärte Bulc weiter. Aber die Umsetzung in den EU-Staaten scheitere. „Ich erwarte, dass die Länder mehr Einsatz zeigen“, verlangte Bulc. Die Europäische Kommission fordert zum Beispiel Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen. Denn die Ablenkung durch das Telefon etwa sei ein großes Problem. Außerdem sei das Tempo der „Killer Nummer eins“, sagt Townsend vom ETSC. Wichtig sei es laut Bericht auch, die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern zu verbessern. Denn 22 Prozent der Verkehrstoten 2015 waren Fußgänger, insgesamt 8 Prozent waren Radfahrer.

Auch Motorradfahrer sind gefährdet

Sie machen 15 Prozent der Opfer aus und sind wie Fußgänger und Radfahrer im Falle eines Unfalls kaum äußerlich geschützt. Daher werden sie bei Verkehrsunfällen besonders häufig schwer verletzt. Seit 2015 zählt die Kommission auch die Schwerverletzten. In einem Jahr wurden demnach schätzungsweise 135 000 Menschen auf Europas Straßen schwer verletzt.

Technologische Fortschritte wie fahrerloses Fahren könnten zukünftig zur Verkehrssicherheit beitragen. „Ein voll automatisiertes Auto wird nicht betrunken sein oder sich vom Checken des Mobiltelefons ablenken lassen“, sagt Townsend. Allerdings gebe es eine Reihe von Bedenken bei der Kommunikation mit Fußgängern und Radfahrern. Das 2015 EU-weit eingeführte E-Call-System, das bei einem Unfall automatisch den 112-Notruf wählt, kann Schätzungen zufolge in Zukunft die Zahl der Verkehrstoten um etwa vier Prozent reduzieren. In Deutschland setzt man etwa auf die Plakatkampagne „Runter vom Gas“, um auf Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen. Auch technische Neuerungen wie atemalkoholgesteuerte Wegfahrsperren stehen auf der Agenda.

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