ADAC-Skandal

"Gelber Engel": Prüfungsbericht liegt vor

Vier Wochen haben die externen Prüfer von Deloitte weiter Interviews und Daten ausgewertet. Nun liegt der Abschlussbericht vor. Der ADAC hofft jetzt auf einen Neuanfang.

Der ADAC hat nach einem Bericht externer Prüfer lediglich bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen manipuliert. Eine Manipulation in den restlichen neun Kategorien der Preisverleihung „Gelber Engel“ in den vergangenen zehn Jahren habe nicht nachgewiesen werden können, berichtete der Autoclub am Dienstag. Der ADAC bezog sich dabei auf den Bericht des Beratungsunternehmens Deloitte. Dieses hatte in den vergangenen Wochen sämtliche Kategorien des Preises untersucht, nachdem Manipulationen bei der Wahl zum „Lieblingsauto der Deutschen“ den ADAC Mitte Januar in eine tiefe Krise gestürzt hatten.

„Gelber Engel" - Kritik an Bewertungskriterien in den einzelnen Kategorien 

In dem Bericht wird jedoch kritisiert, dass im Laufe der vergangenen zehn Jahre die Bewertungskriterien für einzelne Kategorien teilweise mehrfach verändert worden sind.
„Das mag zwar gute Gründe gehabt haben, Transparenz und Konsistenz waren dadurch aber nicht immer gegeben. Zumal interne Entscheidungen nicht immer schriftlich festgehalten wurden und insbesondere Daten aus den Vorjahren nicht mehr vollständig vorhanden waren“, sagte Frank Marzluf von Deloitte. Bei der Leserwahl zum „Lieblingsauto“ sei dagegen nachweislich manipuliert worden, heißt es in dem Bericht weiter.

Mangelnde Transparenz und Konsistenz

„Die nachgewiesenen Fälschungen haben das Vertrauen in den ADAC im Kern erschüttert. Wir arbeiten jetzt mit voller Kraft an einem Neubeginn“, sagte der kommissarische ADAC-Präsident August Markl. Der ADAC müsse sich von innen heraus erneuern, um die verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Arbeits- und zivilrechtliche Schritte gegen den ehemaligen Kommunikationschef des ADAC werden auf Grundlage des nun vorliegenden Deloitte-Abschlussberichts weiter vorbereitet und konkretisiert. Darüber hinaus behält sich der ADAC weitere juristische Schritte vor.

ADAC bekommt neue Geschäftsführung

Wie der kommissarische ADAC-Präsident August Markl am Dienstag in München vor Journalisten sagte, hat der ADAC mit dem bisherigen Geschäftsführer Karl Obermair Gespräche über eine "einvernehmliche Beendigung" seiner Tätigkeit begonnen. Außerdem sei die Zusammenarbeit mit Geschäftsführungs-Mitglied Stefan Weßling bereits einvernehmlich beendet worden.

Der ADAC-Skandal - eine Chronologie

Der ADAC-Skandal - eine Chronologie

Besonders Obermair stand in der Kritik. Er hatte die ersten Berichte über Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel" scharf zurückgewiesen und Manipulationen ausgeschlossen. In dem Skandal verloren zuvor bereits Kommunikationschef Michael Ramstetter und der langjährige ADAC-Präsident Peter Meyer ihre Posten.

dpa/afp

Rubriklistenbild: © dpa

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