So fährt sich der neue Mazda-Sportwagen RX-8:

- Viertürige Sportwagen? Porsche hat sich einmal an einem solchen versucht und bei der Entwicklung 250 Millionen Mark in den Sand gesetzt. Mazda zeigt mit dem neuen RX-8, wie das Prinzip erfolgreich funktioniert. Die beiden vorderen Türen öffnen sich konventionell, die beiden kleineren hinteren Türen gegenläufig zur Fahrtrichtung.

<P>Bis in die 60er Jahre erfreuten sich hinten angeschlagene Fondtüren großer Beliebtheit. Doch sprangen die Dinger manchmal während der Fahrt auf, Insassen fielen heraus und verunglückten tödlich. Drum nannte man die Türen "Suicide-doors" - Selbstmord-Türen. Beim RX-8 heißt das System "Freestyle" und ist absolut sicher: Die Fondtüren lassen sich nämlich nur öffnen, wenn die vorderen Türen bereits geöffnet sind. </P><P><BR>An der stilistischen Entwicklung des 4,44 Meter langen RX-8 waren die Mazda Designzentren in Japan, den USA und Europa beteiligt. Sie schufen eine Karosserie, die richtungsweisend für das künftige Aussehen von Sportfahrzeugen von Mazda sein wird: dynamisch, aber nicht aufgemotzt, mit hohem sportlichen und praktischen Nutzwert.<BR><BR>Dennoch behält der RX-8 das Grundkonzept Sportwagen bei: Frontmotor, Heckantrieb und eine Linienführung, der man die sportliche Kompromisslosigkeit der Entwickler ansieht. Kurze Überhänge, markante Kotflügel und Stoßfänger, schwellende Motorhaube mit akzentuierenden Chromelementen - der neue RX-8 zeigt sein Leistungspotenzial auch optisch.<BR><BR>Der kompakte Wankelmotor, der lange Radstand von 2,70 Meter und die raumsparenden Sportsitze ermöglichen großzügige Raumverhältnisse. Kopf-, Schulter- und Kniefreiheit können mit denen von konventionellen sportlichen Limousinen durchaus mithalten. Vier Passagieren und deren Gepäck bietet der neue Mazda-Sportwagen genügend Platz. Zwar können im Fond auch Erwachsene sitzen, doch bei der Bein- und Kniefreiheit wird&apos;s dann schon eng. Mit 287 Litern Kofferraumvolumen hat der RX-8 dafür ein weitaus größeres Gepäckfach als herkömmliche Sportwagen.<BR><BR>Wenn der Kolben im Automotor kreist, dann nur noch bei Mazda. Allein die Japaner pflegen heute das Erbe von Felix Wankel, dem deutschen Erfinder des motorischen Rotationsprinzips. Alle anderen Vertreter des rotierenden Kolbens haben längst den technischen Löffel geworfen.<BR><BR>Im RX-8, der im Juni 2003 auf den Markt kommt, rotieren gleich zwei der dreieckigen Scheiben. In der Basisversion leistet der wassergekühlte Rotationskolbenmotor mit zwei Rotoren und zwei Kammern mit jeweils 654 Kubikzentimeter Volumen 192 PS. Sein maximales Drehmoment von 220 Nm liegt bei 5000/min an. In 7,2 Sekunden erledigt er den Spurt von 0 auf die berühmten 100 km/h.<BR><BR>In der Sportversion leistet der Motor 240 PS und verfügt über ein maximales Drehmoment von 211 Nm bei 5500/min. Sein Spurtvermögen ist so beeindruckend wie seine äußere Hülle und die Hightech darunter: In 6,2 Sekunden schnellt die Tachonadel aus der Ruheposition auf die 100 km/h-Marke. Beide RX-8 schaffen 250 km/h Höchstgeschwindigkeit, und dazu brauchen die beiden Motoren nicht einmal einen Turbolader (oder gar zwei wie der RX-7).<BR><BR>Der heckgetriebene RX-8 steht auf einem 18-Zoll-Fahrwerk mit Reifen der Dimension 225/45 ZR 18. ABS und DSC gehören zur Standardausrüstung. Der Basis-RX-8 verfügt über ein Fünfgang-, die Sport-Version über ein Sechsganggetriebe.<BR><BR>Ganz konventionell lässt sich der RX-8 per Schlüssel starten, und dann drehen die Rotoren turbinengleich und absolut vibrationsfrei hoch. Fast lautlos entfaltet der Wankel im unteren Drehzahlbereich seine Leistung. Mit zunehmender Drehzahl jedoch kommt auch der Sound - kernig und sogar ein bisserl giftig. Und das hört der Fahrer gern.<BR><BR>Zumal auch das Fahrwerk mit doppelten Dreieckslenkern sportlichen Ansprüchen durchaus zu genügen weiß. Auf der Rennstrecke im kalifornischen Laguna Seca, auf der Mazda einen beträchtlichen Teil der Abstimmungsarbeiten vorgenommen hat, stellte der RX-8 sein ausgezeichnetes Fahrverhalten unter Beweis: weitgehend neutrales Kurvenverhalten, das sich erst im Grenzbereich zu einem sportwagenangemessenen Übersteuern wandelt, exzellente Reaktion auf Lastwechsel, tadelloses Ansprechen und Befolgen auch feinerer Lenkbefehle - das Auto macht einfach Spaß, auch und besonders, wenn man es kräftig fordert.<BR>ABS und DSC gehören zur Standardausrüstung, für die Sicherheit sorgen intelligente Front-Airbags, Seiten-Airbags zum Schutz gegen Kopfverletzungen bei Seitenaufprall und ein ebenfalls bei Front- und Seitenaufprall wirksamer Sicherungsmechanismus, der das Bremspedal wegklappt und damit Fußverletzungen vorbeugt.<BR><BR>Durch sein nonkonformes Design und die revolutionäre Technik nimmt der RX-8 eine Sonderstellung im Segment der Sportcoupé´s ein. Vom gesamten für Europa geplanten Volumen von rund 15 000 Fahrzeugen soll der deutsche Markt rund ein Drittel abnehmen. In diesem Jahr noch will Klaus Tarlatt, Geschäftsführer Mazda Deutschland, noch 3 500 Einheiten verkaufen. Ab 2004 sollen es 6000 sein.<BR>Das sollte angesichts der moderaten Preisgestaltung klappen. Der Basis-RX-8 kostet 26 300, die Sportversion 31 600 Euro. Zu Letzterer gibt es als Dreingabe noch einen Chronographen der Uhren-Manufaktur Sinn. Wenn das kein Zusatzmotivator ist.</P>

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