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Maria Zsolnay fuhr den Peugeot 208 GTi Probe.

Peugeot 208 GTi

Der freche Franzose

Oh, là, là, dieser Franzose hat das Zeug zum Liebhaber: Er ist muskulös und sportlich, sieht gut aus und man kann jede Menge Spaß mit ihm haben.

Sein Jagdgebiet: am besten kurvenreiche Landstraßen ohne großes Verkehrsaufkommen. Im hügeligen Hinterland von Nizza war unsere Gesellschaftskolumnistin Maria Zsolnay mit dem kleinen 200 PS starken Franzosen unterwegs – und hatte nach gefühlten 1000 Kurven immer noch nicht genug.

Kurven sind ein Kinderspiel für ihn: Der Peugeot 208 GTi auf seiner Testfahrt im Hinterland von Nizza. Für 22.900 Euro kommt er Anfang Mai in den Handel.

Der 1,6 Liter-Vierzylinder-Benzinmotor (mit BMW entwickelt) spurtet sofort los, in 6,8 Sekunden auf 100 km/h. Damit geht’s in die ersten langgezogenen Kurven. Präzise lässt er sich steuern, liegt sicher auf der Straße, bricht nicht aus. Ein Heidenspaß. Auch die engen und schmalen Kurven nimmt er mit Bravour, wendig heizt er um die Felswände. Mit seinen nicht mal ganz vier Metern scheinbar ein Kinderspiel für ihn.

Wer das Gas-und-Brems-Spiel lange genug betreibt, muss dafür allerdings zahlen: Der angegebene Verbrauch von 5,9 Litern ist theoretisch gut gemeint – wer’s sportlicher liebt, muss mit gut neun bis zehn Litern rechnen. Spitze macht dieser Peugeot 230 km/h.

Sein gutes Aussehen lässt so was schnell wieder vergessen: Spoiler, verbreiterte Kotflügel, verchromtes Doppelauspuffrohr, rot lackierte Bremssättel vorne und hinten – und am Kofferraum und an den hinteren Seitenscheiben prangt das GTi-Logo.

Peugeot 208 GTi - moderne Interpretation einer Legende

Innen wird’s nicht schlechter: Dort lässt man sich in bequeme, seitlich verstärkte Sportsitze fallen, bedient das praktische 7-Zoll-Touchscreen, die Alupedale und umschmeichelt das Lederlenkrad mit der roten 12-Uhr-Applikation. Nur groß genug sollte man für diesen Kleinen sein: Sonst muss man sich beim Blick über das Lenkrad auf die digitale Tachoanzeige richtiggehend strecken. Bis man die richtige Poleposition gefunden hat, dauert’s ein paar Minuten.

Legendäres Modell der Löwenmarke: der Peugeot 205 GTI.

Einen echten GTI-ler sollte das nicht stören, denn er fährt ja einen Mythos. Rückblick: Die 80er-Jahre in München. Wer cool sein wollte und sich aber keinen BMW oder was Größeres leisten konnte, röhrte mit einem 205 GTI über die Leopoldstraße. Der kleine Peugeot mit dem starken Motor war heiß begehrt, die Marke hatte ein modernes, sportliches, lässiges Image.

Daran will der Autobauer jetzt wieder anknüpfen. Dass er allerdings wie einst allein in Deutschland knapp 30.000 davon verkaufen wird, ist unrealistisch, dazu ist auch die Konkurrenz (u.a. Mini, Renault, Citroën) in diesem Segment zu groß.

Apropos Konkurrenz: Um sich endgültig vom Golf GTI abzusetzen, schreibt sich der Peugeot jetzt GTi, also mit kleinem i. Klein ist auch der Preis. 22.900 Euro soll er kosten, wenn er ab 6. Mai beim Peugeot-Händler einrollt.

Gibt’s auch Nachteile? Manchem Hobby-Schumacher ist das Fahrwerk nicht hart und der Sound nicht aggressiv genug. Ich habe es bei meinem frechen Franzosen allerdings nicht vermisst...

Maria Zsolnay

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