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Rahmengrößen vergleichen ist gar nicht so einfach - weil nicht alle Hersteller gleich messen. Foto: Kai Remmers

Fahrrad-Kauf: Richtige Rahmenhöhe und Sitzlänge finden

Weil die Fahrradhersteller keine einheitliche Norm für Rahmengrößen anwenden, ist die Auswahl des passenden Modells gar nicht so leicht. Doch wer einige Regeln beherzigt und ein Auge auf die Geometrien hat, wird sein Traumrad finden.

Berlin (dpa/tmn) - Wer ein neues Fahrrad sucht, muss die richtige Rahmenhöhe und Sitzlänge finden. Das ist mitunter gar nicht einfach, denn die Angaben unterscheiden sich je nach Hersteller und sind nicht genormt.

Sicherheit bietet nur ein Blick auf die Hersteller-Homepage, sagt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). "Dort ist meist eine Zeichnung der angebotenen Rahmen zu finden". Und an der lasse sich exakt nachvollziehen, wie die Firma misst.

Die Rahmenhöhe sei in der Regel am Sattelrohr angegeben. "Meist in Zentimeter, manchmal auch in Zoll", erklärt der Experte. Sie werde meist von der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Sattelrohrs gemessen, manchmal aber auch von der Mitte des Tretlagers bis zum Anfang des Oberrohrs.

Ob die Höhe passt, ermitteln Radler, indem sie zunächst ihre Schrittlänge bestimmen. Dazu stellt man sich barfuß an die Wand und klemmt sich ein Buch ganz oben zwischen die Beine. Vom Boden wird dann bis zur Oberkante des Buchs gemessen, erläutert Filippek. Dieses Maß ist die Schrittlänge. Sie wird dann je nach Radtyp mit verschiedenen Faktoren multipliziert. "0,665 für Rennrad, 0,226 für Mountainbike und 0,66 für Trekking-Räder", weiß der ADFC-Experte.

Das Ergebnis dieser Rechnung liegt meist zwischen zwei Rahmenhöhen, weil es unrund ist. Ein Beispiel: Mit einer Schrittlänge von 80 Zentimetern liegt der Wert bei einem Rennrad bei 53,2 Zentimetern. Wer sportlicher unterwegs ist und auf Wendigkeit Wert legt, ist mit dem kleineren Rahmen besser bedient, erklärt Filippek. Komfortorientierte Fahrer greifen dagegen eher zum nächst größeren Rahmenmodell.

Generell sei die Rahmenhöhe aber nur ein Anhaltspunkt, warnt der Experte. Bei einigen Rahmen kippe das Oberrohr zum Beispiel vom Sattel zum Lenker hin ab: "In diesem Fall fällt die passende Rahmenhöhe unter Umständen geringer aus als bei einem anderen Hersteller."

Wichtiger als die Rahmenhöhe sei die Sitzlänge, sagt Filippek. Sie entspreche der Länge des Oberrohrs zwischen Sattel- und Lenkerstange, wird je nach Hersteller aber ebenfalls unterschiedlich gemessen. Die Sitzlänge entscheidet letztlich darüber, welche Haltung man auf dem Rad hat: aufrecht, komfortabel oder sportlich gestreckt. "Sie hängt vom Radtyp und dem gewünschten Einsatzbereich ab."

Als Extrembeispiele nennt der Experte ein Hollandrad, bei dem die Sitzlänge sehr kurz ist und die Arme fast schon an der Hüfte sind, und ein Rennrad, auf dem der Fahrer stark nach vorne gebeugt sitzt.

Wer nicht gerade aufrecht auf einem Hollandrad unterwegs ist, sollte darauf achten, dass der Winkel zwischen Oberkörper und Oberarm nicht weniger als 90 Grad beträgt, rät Filippek. "Sonst überlastet man den Rücken." Der sollte gerade und nicht im Kreuzbereich gerundet sein, denn das deutet auf eine falsche Sitzhaltung hin.

Viele Radfahrer, die Rücken- oder Schulterschmerzen bekommen, neigen dazu, den Lenker zu erhöhen, weil sie sich mehr Komfort erhoffen, sagt Filippek. "Dabei wäre es andersherum besser, denn nur so spielen die Muskeln richtig zusammen."

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