Mit den Mountainbikes kamen Federgabeln auf und etablierten das Thema Federung allgemein beim Fahrrad. Foto: Martin Erd/www.haibike.de/pd-f
1 von 10
Mit den Mountainbikes kamen Federgabeln auf und etablierten das Thema Federung allgemein beim Fahrrad. Foto: Martin Erd/www.haibike.de/pd-f
Viele Fahrräder und Pedelecs werden mittlerweile mit Federung angeboten. Foto: Robert Günther
2 von 10
Viele Fahrräder und Pedelecs werden mittlerweile mit Federung angeboten. Foto: Robert Günther
Besonders im harten Geländeeinsatz können Federungen ihr Können unter Beweis stellen. Foto: www.cannondale.com/pd-f
3 von 10
Besonders im harten Geländeeinsatz können Federungen ihr Können unter Beweis stellen. Foto: www.cannondale.com/pd-f
Eine Federung am Fahrrad hat verschiedene Vorteile, von denen einige Radler profitieren können. Foto: Robert Günther
4 von 10
Eine Federung am Fahrrad hat verschiedene Vorteile, von denen einige Radler profitieren können. Foto: Robert Günther
Bei einigen Fahrradmodellen kann das für mehr Komfort auch ohne Federung sorgen. Foto: Robert Günther
5 von 10
Bei einigen Fahrradmodellen kann das für mehr Komfort auch ohne Federung sorgen. Foto: Robert Günther
Bei diesem Mountainbike hat auch der Rahmen eine Federung. Foto: Hoshi Yoshida/www.nicolai.net/pd-f
6 von 10
Bei diesem Mountainbike hat auch der Rahmen eine Federung. Foto: Hoshi Yoshida/www.nicolai.net/pd-f
H. David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). Foto: Robert Günther
7 von 10
H. David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). Foto: Robert Günther
Nikolaus Karlinský vom E-Bike-Hersteller HNF-Nicolai. Foto: Nikolaus Karlinský
8 von 10
Nikolaus Karlinský vom E-Bike-Hersteller HNF-Nicolai. Foto: Nikolaus Karlinský

Nachgeben ist manchmal besser

Fahrradfederungen im Überblick

Mehr Komfort, mehr Bodenhaftung: Federungen am Fahrrad machen das Sitzen im Sattel bequemer und sicherer. Die technischen Lösungen sind teils sehr komplex. Aber manchmal genügt schon geringerer Luftdruck.

Köln (dpa/tmn) - Beim Auto ist sie eine Selbstverständlichkeit, beim Fahrrad eine Option: die Federung. Allerdings werden immer mehr Fahrräder - ob Trekking-, Cross- oder E-Bike - mit entsprechender Technik ausgerüstet.

Federungen steigern den Fahrkomfort, machen das Radeln sicherer, sind aber teuer und erhöhen das Gewicht des Rades. Je nach Einsatzzweck und Radtyp können Federungen deshalb auch kontraproduktiv sein.

Im Gelände ist der Fall klar. Denn geht es über Wurzelwerk und Stein, wird die Fahrt angenehmer, wenn Erschütterungen abgefangen werden. "Mountainbikes werden fast gar nicht mehr ungefedert angeboten", sagt Stephan Behrendt, Fachreferent für Technikthemen beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Köln.

Heute meistverbreiteter Typ ist die Teleskopgabel mit Tauch- und Standrohren. Diese ineinander gesteckten Rohre verschieben sich dabei gegenläufig gegen einen Widerstand. Stand der Technik sind luftgefederte Gabeln. Durch Variieren des Luftdrucks mittels Hochdruckpumpe können sie je nach Fahrergewicht individuell eingestellt werden.

Das System erfordert ein bisschen Wartung: Die interne Schmierung muss in regelmäßigen Intervallen geprüft und gegebenenfalls erneuert werden. Für eine Gabelinspektion verlangen Fachwerkstätten ab rund 40 Euro. Auch Hinterbaufederungen benötigen Zuwendung. Rock Shox, Marktführer von Federgabeln und Dämpfungssystemen für Hinterbaufederungen, empfiehlt für seine Federgabeln einen Öl- und Dichtungswechsel alle 100 Betriebsstunden. "Das dürfte für den Normalradler ungefähr einen Service pro Jahr bedeuten", sagt Koßmann.

Um dem Verschleiß vorzubeugen, kann der Radbesitzer die Gleitflächen der Federrohre mit lauwarmem Wasser und einem weichen, fusselfreien Tuch regelmäßig reinigen. "Das gilt umso mehr, wenn er oft auf staubigen Wegen unterwegs ist und nach dem Winter. Denn Schmutz und Streusalz greifen die Flächen an", sagt Koßmann.

Als Gegenleistung für erhöhte Kosten und Wartungsaufwand bekommt der Radler durch eine Federung mehr Traktion, die Fahreigenschaften verbessern sich. Das Schlüsselwort lautet Negativfederweg. Sitzt der Fahrer auf, tauchen die Federelemente schon im Stand durch das pure Körpergewicht ein Stück weit ein. Rollt das Rad über Löcher und Senken, federt das Rad blitzschnell wieder aus. "Auf diese Weise bleiben die Räder in Kontakt mit dem Boden", sagt Nikolaus Karlinský vom E-Bike-Hersteller HNF-Nicolai, der vollgefederte MTBs (sogenannte Fullys) im Programm hat, die neben Gabel- auch Hinterbaufederung bieten.

Sattelfederungen sind vor allem an Trekking- und Reiserädern, aber auch manchem Cityrad zu finden. An billigeren Rädern sind dabei meist Teleskopfederungen verbaut. Behrendt empfiehlt aber sogenannte Parallelogramm-Federungen: "Sie geben leicht schräg nach hinten und unten nach, sind aber teurer." Ab rund 150 Euro müsse man rechnen.

Eine weitere Stellschraube zu mehr Komfort ist es, den Luftdruck zu variieren. "Die Reifen sorgen, je nach Größe und Luftdruck, für die entscheidenden Fahreigenschaften eines Fahrrads bezüglich Komfort und Bodenhaftung", sagt Koßmann. Was sich für Rennräder mit ihren schmalen, prallen Pneus ausschließt, ist laut Behrendt vor allem bei Reise- und Alltagsrädern im Trend. Hier hat der ADFC-Referent beobachtet, dass immer mehr Hersteller auf breitere Reifen statt Federgabeln setzen.

Aus einem einfachen Grund: Denn wird Gepäck in der Nähe der Laufräder untergebracht, wie zum Beispiel im Falle von Lowrider-Gepäckträgern an der Gabel, ist die Funktion der Federung durch das erhöhte Gewicht stark eingeschränkt. Während die meisten Federgabeln deshalb erst gar keine Befestigungsmöglichkeit für Lowrider bieten, haben einige Hersteller spezielle Lowrider-Federgabeln im Angebot, die den Federungskomfort verbessern sollen.

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Eine Landpartie mit dem Cadillac XT4
Bislang war Cadillac vor allem für dicke Autos mit großen Motoren bekannt. Jetzt versuchen es die Amerikaner erstmals mit einem kompakten SUV. Neben dem Escalade wirkt …
Eine Landpartie mit dem Cadillac XT4
Den richtigen Fahrrad-Sattel finden
Fahrradfahren ist nur ein Vergnügen, wenn der Sattel passt. Viele Radler unterschätzen den Vorteil eines komfortablen Velo-Sitzes. Dabei ist die richtige Passform …
Den richtigen Fahrrad-Sattel finden
E-Transporter sind im Kommen
Handel, Handwerk und Gewerbe denken um: In Zeiten drohender Diesel-Fahrverbote steigt trotz der noch immer höheren Preise bei Firmenfahrern das Interesse an …
E-Transporter sind im Kommen
Die neue Mercedes A-Klasse Limousine im Fahrtest
Der neue Baby-Benz bietet deshalb nicht nur Platz und Prestige sondern vor allem Pixel und Pep. Doch er hat starke Konkurrenz - vor allem aus dem eigenen Haus.
Die neue Mercedes A-Klasse Limousine im Fahrtest