Der Ferrari der Ferraris

München - Ferrari steht für Tempo und Luxus, für Formel 1 und rote Sportwagen mit atemberaubenden Karosserien. Obwohl seit 1987 immer wieder neue Highlights aus den Hallen in Maranello rollten, ist der F40 immer noch etwas Besonderes.

Das liegt an seiner radikalen Technik und der martialischen Optik. Es liegt aber auch daran, dass er als eine Art Vermächtnis des Firmengründers Enzo Ferrari angesehen wird. Er gab 88-jährig 1986 den Auftrag, zum 40. Geburtstag der Marke ein herausragendes Modell zu entwickeln.

Es sollte an frühe Modelle anknüpfen - vorrangig Rennwagen, die auch auf öffentlichen Strecken zu bewegen waren. Es heißt, Ferrari habe befohlen, hier schlicht das "beste Auto der Welt zu bauen". Der F40 basierte denn auch auf der Rennsport- Version GTO Evoluzione. Die Verwandlung allerdings war eindrucksvoll. Der Karosserie-Schneider Pininfarina hatte den F40 auffällig eingekleidet. Das Heck zierte ein riesiger Spoiler, die Karosserie war kantig und zerklüftet mit vielen Lüftungsschlitzen. Kühlung brauchten die Bremsen: Sie mussten bei Bedarf 478 PS einbremsen, produziert von einem Achtzylinder mit drei Liter Hubraum und zwei Turboladern.

478 PS sind heute nicht mehr ganz so eindrucksvoll. Die Leistungen selbst aber haben kaum an Autoquartett-Tauglichkeit eingebüßt: Das Höchsttempo des nur knapp 1100 Kilo schweren Straßensportlers wurde mit 324 Sachen angegeben. Aus dem Stand schnellte der Zeiger des Tachos in nur elf Sekunden auf Tempo 200.

So weit, so Traumwagen-typisch. Doch das Auto taugt wenig dazu, mit Durchschnitts- Können bewegt zu werden, es fordert Fahrfähigkeiten - und Verzicht. So besitzt der F40 nur Rennschalensitze. Teppichboden und elektrische Fensterheber hat man sich gespart, statt Türgriffen an der Innenseite gibt es Zugschnüre.

Der F40 war eben vor allem der Traum der Traumwagen-Erbauer. Und für sie bot er viele technische Details - etwa die Tatsache, dass mit Kevlar für geringes Gewicht und hohe Stabilität gesorgt wurde. Oder dass es ein Fahrwerk gab, das bei hohem Tempo automatisch die Bodenfreiheit verringerte.

Wie immer, wenn Ferrari seiner Palette eine neue Krone aufsetzte, waren auch 1987 die Begehrlichkeiten groß. Daher kam der F40 für den damals utopisch hohen Preis von 444 000 Mark auf den Markt. Mehr als 1300 Fahrzeuge verließen insgesamt die Produktionshallen. Bald jedoch zeigte sich, dass es Menschen gab, die noch weit mehr Geld für einen F40 auszugeben bereit waren. Bei Auktionen sind später bis zu 2,7 Millionen Mark dafür gezahlt worden.

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