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Hingucker: Fiat 500 TwinAir in babyblau ab 12 900 Euro.

Eine knappe Mass Hubraum

Im Biergarten ein Grund für Verdruss, im Fiat 500 der Beginn einer Revolution: Die Masseinheit von einem Liter wird deutlich unterschritten.

Eine schlecht eingeschenkte Mass kann vielleicht bei nur 875 ccm liegen – exakt jenem winzigen Hubraum, aus dem der revolutionäre TwinAir- Zweizylinder im Fiat 500 erstaunliche Werte hervorzaubert:

85 PS Leistung und das üppige Drehmoment von 145 Nm bereits bei 1900/ min. Umdrehungen. Damit entwickelt der sympathische Zwerg mit der Kraft der zwei Herzen bereits knapp über Leerlaufdrehzahl 42 Prozent mehr Kraft, als sein Vorgängermotor mit 1,2 Liter Hubraum.

Kraft der zwei Herzen: Den Fiat 500 TwinAir gibt es offen und geschlossen.

Dank Hightech- Maßnahmen ist das zierliche Motörchen obendrein trotz der nur zwei Zylinder überraschend laufruhig und auch noch sehr sparsam: Nur 4,0 l/100 km Spritverbrauch (mit „Dualogic“- Automatik) und 92 g CO2/ km machen den 12 900 Euro teuren Fiat 500 TwinAir (Cabrio: 15 700) ab 25. September zum sparsamsten Benziner der Welt. Das kleine Kraftwerk wiegt nur 85 kg und ist mit 33 cm Länge um ein Viertel kürzer als der bisherige Basis-Benziner – das bietet reichlich Platz für einen Elektromotor und Bremsenergie- Rückgewinnung (Stichwort: Hybrid) und natürlich für entsprechende Spekulationen. Wann der Fiat 500 als Hybrid oder gar als reiner Strom-Zwerg kommen könnte, verrät Fiat vorerst nicht. Wohl aber, dass in den nächsten zwei Jahren der TwinAir in zwei weiteren Zweizylinder-Varianten mit 65 und 105 PS kommen wird, und dass ein modularer Ausbau mit vier oder auch sechs Zylindern jederzeit möglich sei. 350 Mio. Euro hat Fiat in die TwinAir-Entwicklung gesteckt. Da überrascht es kaum, dass der neue Zweizylinder 1600 Euro mehr kostet als der bisherige Basis- Benziner. Höhrerer Fahrspaß und geringerer Verbrauch zahlen den Aufpreis heim.

Lifestyle sei gegrüßt: Trendiges Cockpit im attraktivem Design.

Der erste TwinAir mit seinem kleinen Hubraum und nur zwei Zylindern überwindet theoretische Nachteile seiner Bauart: Eine Ausgleichswelle sorgt für Laufruhe, MultiAir-Technologie steuert die Ventile einzeln optimal und ermöglicht die hohe Durchzugskraft, dazu Mehrventiltechnik, Turbolader, Start- Stopp-Automatik und ein besonders sparsamer Eco-Modus.DieaufdemPapiererfreulichen 4,1 l/100 km des Handschalters erschienen uns bei ersten Testfahrten zwar nur schwer realisierbar, aber der Zweizylinder werkelte erstaunlich vibrationsarm. Durch seinen Sound klang der 0,875-Liter-Motor stets angenehm knurrig wie ein Großer und drehte temperamentvoll hoch. Es wäre keine Überraschung, wenn die TwinAir-Technologie dank Lizenzvergabe schon bald unter den Motorhauben anderer Hersteller für viel Fahrspaß aus wenig Hubraum sorgen würde. Und: Im Unterschied zum neuen Fiat-Zweizylinder kann man eine schlecht eingeschenkte Mass nachfüllen lassen – der revolutionäre TwinAir hat eine solche Nachbesserung nicht nötig.

RALF SCHÜTZE

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