Flotter City-Flitzer

- Kleinwagen sind heute längst nicht mehr die klapprigen Billigheimer von einst. Selbst in diesem Segment möchte der Kunde mittlerweile in Sachen Styling und Komfort verwöhnt werden und ist dann auch bereit, bei entsprechender Gegenleistung viel Geld zu investieren. Wie der Erfolg des BMW Mini anschaulich beweist. Auch bei Nissan weiß man dieses und hat jetzt mit dem neuen Micra ein mutiges Fahrzeug auf die Beine gestellt. Wir sind den ansprechend gestylten City-Flitzer aus Fernost schon jetzt ausgiebig vorab gefahren.

<P>Kaum mehr ein Vergleich zum alten Liebling aller Frauen: Zum Basispreis von 10 800 Euro ist der frech dreinschauende Knirps ab dem 8. Februar 2003 bei uns als Dreitürer zu haben. Die fünftürige Variante kostet 500 Euro Aufpreis. Auffälligstes Merkmal außen sind die ellipsenförmigen, hoch angesetzten Scheinwerfer. Die integrierten Positionsleuchten, die wie ein Bürzel auf dem Glas sitzen, sind nicht nur ein optischer Gag, sondern sollen beim Einparken oder im dichten Verkehr Peilhilfe leisten.</P><P>Zur Markteinführung gibt es wahlweise zwei 1,2-l-16V-Vierzylinder mit 65 oder 80 PS. Als Spitzentriebwerk steht zudem ein 1,4-Liter mit 88 PS zur Verfügung. Damit sind Geschwindigkeiten zwischen 154 und 172 km/h möglich, die Verbrauchswerte bewegen sich um die sechs Liter Superbenzin auf 100 km.<BR>Hinzu kommt noch im Frühjahr ein 1,5-l-Common-Rail-Turbodiesel mit 65 PS vom Konzernbruder Renault ab 12 100 Euro. Der Selbstzünder soll bei einem Durchschnittsverbrauch von 4,6 l Dieselöl auf 100 km für eine Spitze von 155 Sachen gut sein.</P><P>Nach unseren ersten Fahreindrücken mit den beiden stärkeren Benzin-Versionen ist der 80 PS starke 1,2-Liter die harmonischere Motorisierung mit dem geringeren Geräuschpegel, während der 1,4-Liter mehr von der Drehzahl lebt, aber obenrum dann deutlich lärmt. Beide Motoren gehen agil ans Werk und bewegen das leer knapp über eine Tonne schwere Auto bei Bedarf rasant vorwärts. Angenehm die sehr präzise und direkte Lenkung, das straffe, aber immer noch komfortable Fahrwerk und die gut zupackenden Bremsen.</P><P>Innen bietet der gegenüber seinem Vorgänger um drei Zentimeter auf 3,72 m Länge geschrumpfte Micra erstaunlich viel Platz. Möglich macht dies vor allem der um 7 cm auf 2,43 m gestreckte Radstand. Die Sitze lassen sich vielfach verstellen und die Rückbank ist in der Länge um 20 cm verschiebbar. Das reicht entweder für eine passable Beinfreiheit hinten oder das Schluckvolumen des Kofferraums klettert von 237 auf 371 Liter. Optisch sind die Farbtöne gut auf einander abgestimmt, alle Hebel befinden sich am richtigen Platz und eine ansprechende Oberflächengestaltung kaschiert das viele Plastik.</P><P>Pfiffige Lösung: Durch das Hochklappen der Sitzfläche wird ein größerer Stauraum unter dem Beifahrersitz zugänglich, wo man beispielsweise ein Straßenatlas oder die teure Kamera gut verstauen kann. Die Basisausstattung ist bereits sehr ordentlich, in Sachen Sicherheit sind grundsätzlich ein ABS-Bremssystem mit elektronischer Kraftverteilung und Bremsassistent sowie jeweils zwei Front- und Seitenairbags an Bord, während ein ESP erst ab Herbst 2003 verfügbar ist. Auch einige Komfort-Zutaten wie eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung oder elektrische Fensterheber vorn sind generell Serie.</P><P>Daneben kann man aber auch Optionen ordern, die bislang ausschließlich größeren Modellen vorbehalten waren. Ein Regensensor gehört ebenso dazu wie eine Art kleines Keyless Go-System. Mit dem intelligenten Schlüssel ist es möglich, Türen und Heckklappe zu öffnen und den Motor zu starten, ohne den Schlüssel in die Hand nehmen zu müssen. Hat sich der Schlüsselbesitzer bis auf mindestens 80 cm dem Auto genähert, genügt ein Griff zum Schloss und die Tür lässt sich öffnen. Was sich jedoch so praktisch anhört, erfordert aber dennoch zuvor das Studium der Gebrauchsanleitung. Unter dem Strich bietet der neue Micra eine Menge Auto fürs Geld, so dass das von Nissan-Deutschland Chef Ralf-Toni Pulm anvisierte Verkaufsziel von rund 24 000 Einheiten für 2003 durchaus realistisch ist. </P><P> </P>

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