+
Unverwechselbar: Ein Parkplatz für Frauen vor einem chinesischem Einkaufszentrum ist rosa markiert und rund 30 Zentimeter breiter als normal.

Ärger in Pink

XL-Parkplätze für Frauen in China

Sie sind pink markiert, 30 Zentimeter breiter als üblich und mit dem Hinweis "reserviert für Frauen" versehen. Die neuen XL-Parkplätze vor einem Einkaufszentrum in China machen viele wütend. 

Die neuen XL-Parkplätze eines Einkaufszentrums in der nordchinesischen Stadt Dalian sorgen für große Aufregung im Internet. "Wie sexistisch!", empören sich viele Frauen.

Das Einkaufszentrum "Dashijiedaduhui" - auf Deutsch "Weltmetropole" - unterscheidet sich nicht von den tausenden anderen, die in den vergangenen Jahren in China gebaut wurden: Filialen diverser Modeketten, Fast-Food-Lokale, gläserne Aufzüge und eines der bei den Chinesen so beliebten Starbucks-Cafés. Doch seit es die pinken Parkplätze gibt, steht das "Dashijiedaduhui" im Mittelpunkt einer neuen Diskussion um Frauenfeindlichkeit.

"Es wirkt zuvorkommend, aber tatsächlich ist es eine Beleidigung", meint ein Teilnehmer der Internet-Debatte. Andere sehen durch die extrabreiten Frauenparkplätze - wie es sie übrigens auch in Südkorea gibt - männliche Autofahrer benachteiligt.

"Frauen wissen einfach nicht, wie man einparkt"

Den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit weist die Leitung des Einkaufszentrums weit von sich. "Wir wollten es den Frauen lediglich einfacher machen, sie machen den größten Teil unserer Kunden aus", sagt Yang Hongjun, eine Managerin des Zentrums. "Dass die Frauenparkplätze breiter sind, hat ausschließlich praktische Gründe und soll nicht heißen, dass Frauen schlechter Auto fahren als Männer."

Yong Mei hat ihren Wagen auf einem der Frauenparkplätze geparkt. "Das ist nicht sexistisch, das ist einfach nur bequemer", sagt sie. Einen Unterschied zwischen Männern und Frauen am Steuer macht sie dennoch aus: "Frauen können beim Einparken einfach weniger gut sehen."

Offiziell sind Männer und Frauen in China gleichberechtigt. "Die Frauen tragen die Hälfte des Himmels", proklamierte schon Mao Tse-tung. Doch die Realität sieht anders aus. Die Politik der Volksrepublik bestimmen fast ausschließlich Männer und auch im Familien- und Berufsleben haben Frauen oft mit einem tief verwurzelten Chauvinismus zu kämpfen.

Chinesische Autowerbung richtet sich hauptsächlich an Männer und das Klischee von den angeblich unfähigen Autofahrerinnen ist weit verbreitet. "Männer, die kochen und Frauen, die Auto fahren - das sind die größten Gefahren auf der Welt." Sätze wie dieser fallen in der Diskussion um die Frauenparkplätze in Dalian zuhauf. "Frauen wissen einfach nicht, wie man einparkt", sagt Wu Zhicun, ein Kunde des Einkaufszentrums. "Sie sind ein bisschen grob am Steuer, sie schauen nur nach vorn und nicht in den Rückspiegel."

Derlei Vorurteile spiegeln sich auch in den Ratschlägen für Autofahrerinnen, die die Pekinger Polizei vergangenes Jahr veröffentlichte: "Fahren Sie nicht mit hochhackigen Schuhen" und "Lösen Sie die Handbremse vor dem Losfahren", lauteten zwei der Tipps. "Frauen sind nicht in der Lage, ihr Ziel zu finden, selbst wenn sie es schon mehrfach angesteuert haben", urteilten die Beamten. Die Verkehrsstatistik sprich eine andere Sprache: In der Mehrheit sind es Männer, die für Unfälle verantwortlich sind.

Verrückte Park-Unfälle

Diese Park-Unfälle sind absolut verrückt

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Volvo drängt ab Frühjahr mit dem XC40 in die Kompaktklasse
Volvo bringt mit dem XC40 bereits seinen dritten Geländewagen auf den Markt. Die Preise starten zunächst bei 46 100 Euro. Ein späterer Einsteiger soll bei 31 350 Euro …
Volvo drängt ab Frühjahr mit dem XC40 in die Kompaktklasse
Neue Studie auf der IAA: Borgward elektrisiert die Isabella
Alter Name, Zukunftstechnik: Borgward hat eine Isabella als Konzeptstudie auf die Räder gestellt, die elektrisch fährt und die Insassen mit Hologramm-Anzeigen im …
Neue Studie auf der IAA: Borgward elektrisiert die Isabella
200 Euro und Fahrverbot: Handy-Verbot am Steuer wird verschärft
Abschreckendere Strafen für Autofahrer: Das Handy am Steuer kostet künftig bis zu 200 Euro plus Fahrverbot. Und es kommt noch mehr:
200 Euro und Fahrverbot: Handy-Verbot am Steuer wird verschärft
Rasern drohen künftig deutlich härtere Strafen
Manche Autofahrer mögen es sehr schnell und veranstalten illegale Rennen. Ein neues Gesetz soll solche Temposünder das Fürchten lernen. Denn es drohen nicht nur …
Rasern drohen künftig deutlich härtere Strafen

Kommentare