Freudige Tage

- Saab-Händler hatten in den letzten Monaten ein bislang nicht gekanntes Erlebnis: Über 1000 Kunden bestellten bei ihnen ein Auto im Voraus - ohne es davor gesehen oder gar probegefahren zu haben. Das gabs noch nie bei der schwedischen Marke. Objekt der Begierde: der neue Sport Combi.

Wir haben uns darum auch eines der gefragten Fahrzeuge besorgt, um herauszufinden, was es so begehrenswert macht. Angetrieben wurde unser Exemplar vom 1.9 TiD -ein Diesel- Aggregat wählen über die Hälfte der Kunden, und die von uns gefahrene Version mit 150 PS (110 kW) Leistung ist mit großem Abstand am beliebtesten. Zu Recht.

Denn dieser Antrieb bringt den Kombi nicht zuletzt dank des maximalen Drehmoments von 320 Nm gut auf Trab, lässt auch mal eine flotte Etappe zu, arbeitet leise und unauffällig und ist dabei ziemlich sparsam. Wir ermittelten einen Durchschnittsverbrauch von 6,9 Liter auf 100 Kilometer -was mit der Sechs-Gang- Automatik (1920 Euro Aufpreis) ein ordentlicher Wert ist. Um diesen Wert zu erreichen, muss man aber nicht aufs Fahrvergnügen verzichten. Der Saab mit dem großen Rucksack bleibt sauber auf der gewählten Spur, wobei es keine Rolle spielt, ob nur der Fahrer am Steuer sitzt, oder ob die maximale Zuladung von 485 Kilogramm so ziemlich ausgereizt wird.

Gute Noten verdienen sich auch die Bremsen, die mit der Leistung in allen Situationen problemlos zurecht kommen. Ein Lademeister ist der Saab 9-3 Sport Combi aber nicht wirklich. Das Maximalvolumen beträgt bei umgeklappter Rückbank 1273 Liter -nicht ohne Grund trägt der etwas gedrungen wirkende Schwede daher das Wort "Sport" im Namen. Die Karosserie ist so unübersichtlich, dass die 365 Euro für die Einparkhilfe gut investiertes Geld sind. Für Einkäufe beim gelb-blauen Möbelriesen sollte man also doch lieber auf dessen Lieferservice zurückgreifen oder auf ein richtig großes Auto. Der Regal- Klassiker "Billy" etwa ist mit 2,03 Metern Höhe nur unter extremen Komforteinbußen transportierbar…

Für die Basisversion des 9-3 Sport Kombi mit 1.9-l-Turbodiesel (120 PS/88 kW) verlangt der Saab- Händler 29000 Euro, unser Exemplar mit stärkerem Motor und der Arc-Line kostet 32 300 Euro. Diverse Ausstattungspakete und Extras summieren sich aber leicht auf einige weitere Tausender. Für die Sicherheitsausstattung gibt es bei Saab traditionell Lob, das wir hier aber auch für die ordentliche Komfort-Serienausstattung spenden. Die freudigen Tage bei den Händlern dürften also noch eine Weile andauern.

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