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Auf der Straße fällt ein Pick-up wegen seiner Größe meist auf: Den Ranger verkauft Ford seit 1989 in Deutschland. Foto: Ford/dpa-tmn

Weg von der Prärie

Für wen Pick-ups interessant sein können

Immer mehr Fahrzeughersteller bieten Pick-ups an. Sie punkten mit viel Ladefläche und robuster Technik. Das bringt auch Nachteile: Die Parkplatzsuche etwa kann mit den robusten Riesen zu einer Nervenprobe werden. Sind sie deshalb nur etwas für Landbewohner?

Stuttgart (dpa/tmn) - Robuste Trittbretter, Überrollbügel und eine große offene Ladefläche: Klassische Pick-ups gehören in Ländern mit weiten Flächen und leeren Straßen wie den USA oder Australien zum Straßenbild.

"Ursprünglich dienten sie dort den Farmern als Nutzfahrzeuge. Alles, was sie nicht im Auto haben wollten, transportieren sie auf der Ladefläche, beispielsweise Heuballen oder Haustiere", sagt Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE). Heutige Lifestyle-Pick-ups aber stehen zum Teil bei Ausstattung und Komfort normalen Autos in nichts nach.

Durch eine hohe Bodenfreiheit, meist optional verfügbaren Allradantrieb mit einem Untersetzungsgetriebe sowie Differentialsperre sind die Pritschenfahrzeuge für den Einsatz im Gelände gemacht - zum Beispiel für das Baugewerbe, Jäger, Landwirte, die Forstwirtschaft oder Landschaftsgärtner.

Durch verschiedene Karosserieaufbauten und Antriebe lassen sich Pick-ups für unterschiedliche Einsatzzwecke konfigurieren - zum Beispiel, um Sportgeräte zu transportieren. Mit einer Absetzkabine wird ein Pick-up zum geländegängigen Reisemobil. Sie erlauben eine Menge Zuladung, teilweise mehr als eine Tonne. Je nach Modell ziehen sie auch bis zu 3,5 Tonnen schwere Anhänger, auf denen beispielsweise Sportboote oder Pferde geladen sein können.

Immer mehr Hersteller bringen Pick-ups auf den Markt. Mittlerweile haben sie Ford, Fiat, Nissan, Renault, Toyota, Mitsubishi, Mazda, VW und seit neuestem auch Mercedes in ihrer Produktpalette. Die X-Klasse teilt sich die technische Basis mit dem Nissan Navara und dem Renault Alaskan.

Im Vergleich zu großen SUVs und Geländewagen kosten Pick-ups oft deutlich weniger in der Anschaffung, haben allerdings meist einen höheren Kraftstoffverbrauch.

Technisch ist die Karosserie eines Pick-ups ähnlich aufgebaut wie bei einem Lkw: Auf einem Rahmen sind das Fahrwerk mit Blattfedern sowie die Antriebstechnik angebracht. Eine meist in Fahrerkabine und Ladefläche zweigeteilte Karosserie ist aufgesetzt. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) führt Pick-ups deshalb entweder unter Lkw oder im Pkw-Segment bei den sogenannten Utilities, was sich mit Mehrzweckfahrzeugen umschreiben lässt.

"Pick-up-Fahrzeuge sind meist als Lkw zugelassen", sagt Thorsten Rechtien, Sachverständiger beim Tüv Rheinland. Bei der Versicherung haben Käufer keine Wahl: Ist ein Pick-up als Lkw zugelassen, muss es als Lkw versichert werden, erklärt ein Sprecher des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Für Lkw ist immerhin die Kfz-Steuer günstiger. Doch Pick-ups profitieren nicht automatisch davon. Nur wenn die Ladefläche größer als die Fahrzeugkabine ist, kann der Pick-up auch als Lkw besteuert werden. Bei Modellen mit Doppelkabine und fünf Sitzplätzen handle es sich steuerrechtlich meist um einen Pkw, so Mühlich. Die Einstufung als Pkw koste mehr Steuern - dafür sei die Versicherung günstiger.

Im Alltag kann die Größe von Pick-ups zum Hindernis werden. "Mit meist deutlich über fünf Metern Länge und zwei Metern Breite sind Parkhäuser und die linke Spur in Autobahnbaustellen tabu", erklärt Mühlich. Auch die Parkplatzsuche kann sich schwierig gestalten.

Aus praktischer Sicht sind Pick-ups tatsächlich eher etwas für Menschen, die auf dem Land leben. "Wenn man oft sperrige Dinge, die nichts im Fahrgastraum zu suchen haben, transportieren will, ist man mit einem Pick-up richtig beraten", sagt Mühlich.

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