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Trotz der großen Marken und den vielen neuen Sportwägen, stehen in diesem Jahr die Kleinen im Blickpunkt des Genfer Autosalons.

Trends auf dem Autosalon in Genf

Gas geben ohne schlechtes Gewissen

Genf - Der traditionelle Autosalon (5. bis 15. März) am Genfer See könnte in diesem Jahr Krisengipfel und Weckruf zugleich sein. Die Branche steckt einerseits zu tief in Schwierigkeiten, um richtige Feierlaune aufkommen zu lassen.

Fast alle Autobauer meldeten zuletzt Absatzeinbrüche, Produktionsstopps und Kurzarbeit. VW will 16 500 Leiharbeiter entlassen, Opel kämpft um Staatsgeld und ums Überleben. Andererseits gibt es auch wieder ermutigende Signale. Dazu gehört zum Beispiel der Erfolg der Abwrackprämie, vielmehr aber auch das offensichtliche Umdenken der Branche. Das Bemühen um sparsame Autos und neue Antriebskonzepte scheint nicht mehr nur Lippenbekenntnis zu sein.

Das ökologisch korrekte Vorzeigeprojekt in diesem Jahr nennt sich “grüner Pavillon“. Dort wollen etwa zehn Aussteller zeigen, wie sie sich die saubere Zukunft des Autos vorstellen, angefangen vom Batterieflitzer-Hersteller Tesla bis hin zum spanischen Anbieter Comarth. Fast alle Hersteller basteln derzeit fieberhaft an Elektroautos und schmieden Kooperationen zur Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien. So suchte Daimler vor Weihnachten den Schulterschluss mit Evonik, Volkswagen holte sich Toshiba ins Boot. Eine Vorstufe zum reinen Elektroantrieb ist der Opel Ampera, das Schwestermodell des Chevrolet Volt. Das mit einem Elektro- und Verbrennungsmotor zum Aufladen der Batterie ausgestattete Fahrzeug soll ab 2011 auf den Straßen rollen.

79. Genfer Autosalon startet

Doch es bleibt nicht nur bei futuristischen Studien und wohlfeilen Ankündigungen. Zunächst mal werden Massenfahrzeuge sauberer. Volkswagen zum Beispiel zeigt die neue Generation seines Brot-und- Butter-Autos Polo. Die Wolfsburger statten den Kleinwagen mit Start- Stopp-Technik und verbrauchsarmen Motoren aus. Der Polo passt in die Zeit. Die Abwrackprämie treibt derzeit besonders die Nachfrage nach Kleinwagen in die Höhe.

Doch kann weder VW vom Polo, noch Opel vom Corsa allein leben. Die Hersteller müssen mehr bringen, um die Kauflust der Kunden wieder anzuschieben. Und in Genf gibt es Einiges zu sehen. Sparsamkeit ist dabei oberstes Gebot. Bei Volkswagen heißt das “BlueMotion“, bei der tschechischen Tochter Skoda “Green Line“ und “BlueEfficiency“ bei Mercedes. BMW setzt auf “Efficient Dynamcis“ und Ford auf “Econetic“. Egal, wie es heißt, das gemeinsame Motto dabei lautet: Gas geben ohne schlechtes Gewissen.

Mercedes-Benz setzt zum Beispiel auf die neue E-Klasse. Noch vor der offiziellen Markteinführung im März sind laut Daimler schon 30 000 Bestellungen aus Westeuropa eingegangen. Der zum Jahresauftakt in Detroit präsentierten Limousine wird nun das E-Klasse Coupe an die Seite gestellt. Die VW-Tochter Audi zeigt in Genf unter anderem das A5 Cabrio, BMW den sogenannten 5er Gran Turismo, zuvor bekannt unter dem etwas sperrigen Namen Progressive Activity Sedan (PAS). Der Reisewagen ist ein Mix aus Kombi, Limousine und SUV. Die Japaner wollen mit ihrem Vorsprung bei den Hybridmodellen punkten. So zeigt Toyota erstmals in Europa die dritte Generation des Prius, Honda den neuen Insight.

Trotz aller Krise und Vernunft - was auf einer Automesse nie fehlen darf, ist der Stoff zum Träumen. Ein Kandidat dafür ist der Bentley Continental Supersports, der mit 630 PS und einer Beschleunigung in weniger als vier Sekunden auf Tempo 100 seinem Namen alle Ehre machen will. Aber auch bei der noblen VW-Tochter darf der grüne Anstrich natürlich nicht fehlen: Der Continental Supersports soll als erster Bentley auch mit dem Biosprit E85 betrieben werden können.

Von Michael Friedrich, dpa, und Dorothee Tschampa, dpa-AFX

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