Gebremster Spaß auf 3 Rädern

- In steter Regelmäßigkeit rollen auf Messen insbesondere die Autohersteller Dreiräder ins Rampenlicht. Meist suchen sie dazu auch mit einer offenen Karosserie die Nähe zum Motorrad. Wenn es allerdings an die Serienfertigung geht, werden die Entwickler oft schnell wieder zurückgepfiffen.

Das jüngste Beispiel ist der VW GX3, den die Wolfsburger im Januar zur Motorshow in Los Angeles vorstellten. Das von VW als Crossover aus Sportwagen und Motorrad gefeierte Spaßmobil mit nur einem Hinterrad erlaubt mit einem nur 125 PS starken Vierzylinder Fahrleistungen wie ein Sportwagen -und das bei moderatem Verbrauch: So beschleunigt der GX3 in 5,7 Sekunden auf 100 Sachen, bei im Schnitt 5,2 Liter auf 100 km.

Der GX3 könnte für einen Preis unter 17 000 Dollar schnell als Serienversion realisiert werden, hatten die Wolfsburger in Los Angeles angekündigt und dies vor allem vom Echo des Messepublikums abhängig gemacht. Das war zwar laut Vertriebsvorstand Michael Kern positiv, doch wurde das Projekt nun trotz allem gestoppt -mit Hinweis auf die strengen Anforderungen der amerikanischen Produkthaftungsgesetze.

Damit teilt der GX3 das Schicksal des F 300 Life-Jet, den Mercedes vor acht Jahren bei der IAA zeigte. Zwar wurden nach Angaben aus Stuttgart einige der technischen Lösungen mittlerweile in die Serie übernommen. Das Dreirad aber ist ein Einzelstück geblieben…

Noch ohne konkrete Absichten ist das Projekt "Clever", das derzeit Studenten in Berlin mit Unterstützung von BMW vorantreiben. Sie forschen nach Angaben der Technischen Universität am "Compact Low Emission Vehicle for Urban Transport", das ein wenig an eine moderne Fassung des legendären Messerschmidt Kabinenrollers erinnert. Die Entwickler denken für den drei Meter langen und einen Meter breiten Zweisitzer derzeit auch über einen Erdgasmotor nach. Er soll mehr als 80 km/h erreichen und umgerechnet nur 2,5 Liter auf 100 km verbrauchen.

Kleinserienproduzenten und Zweirad- Hersteller aber haben ihre Dreiräder bereits auf dem Markt. Neben den bekannten Trikes, die in der Regel mit Hinterachse und Motor eines Autos und der Vorderachse eines Motorrades aufgebaut werden, gibt es aus Holland auch ein Dreirad, das nun als Carver One auch in Deutschland vertrieben wird. Der 3,40 m lange Zweisitzer kostet laut Regionalleiter Harry Stüdemann aus Grefrath (Nordrhein- Westfahlen) knapp 35 000 Euro und wird von einem fast 70 PS starken Vierzylinder angetrieben. Ebenfalls auf drei Räder setzt Piaggio.

Die Italiener haben den ersten Roller mit zwei Vorderrädern vorgestellt. Die erste Version des neuen MP3 soll im Herbst auf den Markt kommen. Dabei neigen sich beide Vorderräder beim Richtungswechsel in Schräglage und sorgen im Vergleich zu konventionellen Rollern in Kurven für eine stabilere Straßenlage.

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