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"Blow up"-Hitzeschäden wie hier auf der Autobahn A5 stellen im Sommer eine große Gefahr für Verkehrsteilnehmer dar. 

Gluthitze

"Blow-ups": Vorsicht bei Hitzeschäden auf der Autobahn

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Im Sommer müssen Motorrad- und Autofahrer vermehrt mit Hitzeschäden auf Fahrbahnen rechnen. Wie gefährlich "Blow-ups" sein können, zeigen Unfälle der letzten Jahre.

Herrschen über einen längeren Zeitraum so hochsommerliche Temperaturen wie im Moment, können auf Betonfahrbahnen vermehrt Hitzeschäden auftreten. Diese Aufwölbungen, Hubbel oder auch ein plötzlich auftretendes Übereinanderschieben beziehungsweise Aufplatzen von Bodenplatten - "Blow up" genannt - birgt in den Sommermonaten eine hohe Gefahr für alle Straßenverkehrseilnehmer, besonders aber Motorradfahrer.  

In der Vergangenheit haben solche extremen Fahrbahnschäden zu teilweise verheerenden Unfällen geführt. Seit ein Motorradfahrer im Sommer 2013 auf der A93 über ein Blow-up fuhr und starb, gibt es in Südbayern sogar ein Warnsystem. Trotz dessen und obwohl die älteren Strecken sukzessive erneuert werden, bleibt ein Restrisiko. 

In Baden-Württemberg wurden auf Teilabschnitten der A 5 und A 6 deshalb erneut Tempolimits verhängt. Und neben Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt sind auch Strecken in Bayern - besonders die A 92 und A 3 - stärker von der Blow-Up-Gefahr betroffen.     

"Blow-ups": Ursachen für die Hitzeschäden

Bei der Gluthitze im Sommer sind derartige Hitzeschäden und Fahrbahnrisse jedenfalls fast vorprogrammiert. Ab 28 Grad wird die obere Schicht des Fahrbahnbetons so heiß, dass sie sich ausdehnt. Dies wiederum führt zu den Aufwölbungen.

Ursachen für diese gefährlichen Hitzeschäden gibt es viele. Es kann zum einen an fertigungsbedingten Mängeln wie einer zu geringen Dicke der Fahrbahn oder mangelhafter Verdichtung des Betons liegen. Und auch sogenannte erhaltungsbedingte Mängel können eine Rolle spielen, etwa die mangelhafte Pflege von Fugen oder auch das notdürftige Auffüllen von defekten Platten mit Asphalt.  

Davon betroffen sind vor allem alte Beton-Autobahnen. "Betonstraßen können sich nicht so sehr verformen wie Fahrbahnen aus Asphalt. Deshalb platzen sie auf," erklärt der ADAC-Straßenplaner Jürgen Berlitz.

Wie sollten sich Auto- und Motorradfahrer bei "Blow-ups" verhalten? 

Motorradfahrern empfiehlt der ADAC, gefährdete Strecken am besten ganz zu meiden. Sie sind durch die  Aufplatzungen schließlich potenziell am stärksten gefährdet. Aber auch für Autofahrer ist es häufig schwierig, sich auf diese Schäden vorzubereiten. "Vor allem, weil die Straße bei Blow-ups häufig sehr schnell aufplatzt und oft auch schon wenige Zentimeter reichen, damit es zu Schäden oder einem Unfall kommt," sagt Berlitz.  

Trotzdem ist natürlich erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht angebracht. Autofahrer sollten:

  • Die Geschwindigkeit drosseln und bremsbereit sein.
  • Vorausschauend fahren und nach Blow-ups Ausschau halten.
  • Den Sicherheitsabstand zum Vordermann vergrößern.
  • Auf Warnungen im Verkehrsfunk achten.

Wie können Autofahrer geschützt werden?

  • Verstärkte Kontrollen: "Wenn es so heiß ist, müssen die Autobahn- und Straßenbaumeistereien die Fahrbahnen verstärkt kontrollieren", sagt Dr. Markus Schäpe, Leiter der Abteilung Verkehrsrecht beim ADAC. Stellen diese Prüfer Mängel fest, müssen sie sofort reagieren, Warnschilder aufstellen oder sogar eine Streckensperrung veranlassen.  
  • Dehnungsstreifen: Solange die deutschen Autobahnen nicht vollständig saniert sind, können sogenannte Dehnungsstreifen in die Fahrbahn integriert werden und vorübergehend für Entlastung sorgen. 
  • Tempolimits: Zur Vorsorge und für mehr Sicherheit sind Geschwindigkeitsbegrenzungen unumgänglich. Auf Autobahnen gilt während einer Blow-up-Warnung dann Tempo 80 - in Bayern und Baden-Württemberg etwa von zehn bis 20 Uhr. Danach sinken die Temperaturen wieder in einen unbedenklichen Bereich.

Wer zahlt eigentlich bei Blow-up-Unfällen?

Das hängt vom Einzelfall ab. In den meisten Fällen sind Autofahrer damit gescheitert, Autobahnmeistereien für Unfälle verantwortlich und für Schäden haftbar zu machen. Es ist laut ADAC nämlich schwierig, nachzuweisen, dass die Autobahnmeistereien ihrer Sicherungspflicht nicht nachgekommen sind.

Falls man selbst haftet, kommt eine Vollkasko-Versicherung laut der Allianz für Schäden am eigenen Pkw auf, die Teilkasko nur für Schäden am Glas und die Haftpflichtversicherung nur für Schäden an anderen Fahrzeugen, Personen oder Gegenständen.   

Worauf Motorradfahrer neben den Blow-ups im Sommer Acht geben sollten, erfahren Sie in diesem Artikel. Und: Wissen Sie, was Sie als Autofahrer im Sommer am Steuer dürfen und was nicht?

Hitze im Auto: Was ist erlaubt und was verboten?

Quelle: ADAC, Allianz

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