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Paul-Heyse-Straße, gestern Mittag: Radfahrer müssen auf den Gehweg ausweichen, weil der Fahrradweg zugeparkt ist.

KVR will gegensteuern

Gefährliche Falschparker

Autos auf Fahrradwegen sind Hindernis und Ärgernis zugleich, nun soll es regelmäßig Schwerpunktkontrollen geben.

Falschparker auf Radwegen sind ein Ärgernis, vor allem in der Innenstadt. Nun will das städtische Kreisverwaltungsreferat (KVR) gegensteuern – zumindest etwas. Vierteljährlich soll es eine Schwerpunktkontrollaktion gebe. Die erste hat bereits stattgefunden. Und es gab viel zu tun.

Münchens Radler müssen oft Schleifen fahren, weil Autos auf Radwegen geparkt werden. Das ist ärgerlich und nicht ungefährlich, wenn man auf Straße oder Gehweg ausweichen muss und die Sicht stark behindert ist. Bereits im August hatte die Rathaus-SPD per Antrag Schwerpunktaktionen gegen zugeparkte Radwege gefordert. Das KVR habe zunächst ablehnend reagiert und auf die Aktion „Gscheid radln“ hingewiesen, bei der Rad- und Autofahrer verstärkt kontrolliert und informiert würden, teilte die SPD gestern mit. Zusätzliche Offensiven seien nicht drin, habe das KVR in dem Schreiben signalisiert. Die SPD habe daraufhin erneut auf gezielte Kontrollaktionen gedrängt, nun würden diese doch durchgeführt. Einmal im Quartal sollen städtische Verkehrsüberwacher Falschparker gezielt ins Visier nehmen. Die regelmäßige Aktion „Gscheid radln“ mit der Münchner Polizei soll unabhängig davon fortgesetzt werden.

Die erste Kontrolle hat bereits stattgefunden, wie die SPD mitteilte. Vom 11. bis zum 15. Januar überwachten täglich sechs Mitarbeiter über 30 Stunden hinweg intensiv die Radwege am Oberanger sowie die Schutzstreifen in der Kapuzinerstraße, die erfahrungsgemäß gerne zugeparkt werden. Die Bilanz: Am Oberanger wurden 42 Verstöße festgestellt, in der Kapuzinerstraße waren es 116. Die Autofahrer, so die SPD, hätten entweder eine Verwarnung wegen „Parkens mit Behinderung“ erhalten, oder seien vor Ort aufgeklärt sowie aufgefordert worden, weiterzufahren und in diesem Bereich nicht mehr zu halten. In einem Fall sei ein Auto, das eine Feuerwehrzufahrt blockierte, abgeschleppt worden.

„Die erste Schwerpunktaktion hat bereits gezeigt, wie wichtig es ist, intensiver gegen zugeparkte Radwege vorzugehen. Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, vierteljährliche Kontrollen durchzusetzen, mit denen das Problem gezielt angegangen wird“, sagte SPD-Stadträtin Bettina Messinger. Radfahrer könnten in gefährliche Situationen geraten, wenn sie in den fließenden Verkehr einfädeln müssen, weil der Radweg mal wieder zu ist. „Deshalb ist es auch nicht zu tolerieren, wenn ein Autofahrer seinen Wagen dort abstellt – und sei es auch nur für ein paar Minuten.“

Die SPD hat dem Kreisverwaltungsreferat eine Liste zukommen lassen mit von Bürgern benannten Problemstellen. Demnach gibt es häufig zugeparkte Radwege an der Zweibrückenstraße, Plinganserstraße, am Oberanger, an der Rosenheimer Straße, Kapuzinerstraße, Seidlstraße, Gabelsbergerstraße, Schleißheimer Straße, Gänselieselstraße vor der Schule, Therese-Giehse-Allee, Balanstraße, Ottobrunner Straße am Pflanzeltplatz und an der Leopoldstraße an der Staatsbibliothek und an der Universität. 

mm

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