Geklaut in China

- China bekommt in der Automobilwelt immer mehr Bedeutung. Nirgendwo wird das deutlicher als dieser Tagen beim Branchengipfel Auto Shanghai. Das "Reich der Mitte" hat mit insgesamt 7,2 Millionen Zulassungen letztes Jahr nicht nur Japan als zweitgrößten Automarkt der Welt überholt, sondern ist auch die Heimat von mehr als 200 Fahrzeugherstellern.

Anders als früher ist allerdings die Zahl der dreisten Kopien etwas zurück gegangen. Statt einfach nur europäische oder US-amerikanische Autos nachzuahmen, beauftragen die chinesischen Unternehmen nun auch europäische Designstudios und schlagen die Konkurrenten auf diese Weise mit ihren eigenen Waffen.

Dennoch sieht der europäische Messebesucher an vielen Ständen eine ganze Reihe Autos, die ihm im Ganzen oder zumindest im Detail bekannt vorkommen, etwa den vom Opel Astra inspirierten Haima S1 und eine Coupé-Mischung aus Subaru und Alfa bei Geely. Und kaum jemand imitiert etablierte Marken so unverfroren wie Great Wall Motors, wo sich Nachahmungen von Toyota Auris, Nissan Cube und dem Fiat Panda Cross im Rampenlicht drehen. Dazu kommen die legalen Nachbauten des Rover 75 bei Roewe und die in China wieder aufgelegten MG-Modelle.

Doch immer häufiger stehen bei den Chinesen selbstbewusste Entwürfe aus der eigenen Feder im Rampenlicht. So hat etwa Cherry das nach Schanghai übersiedelte Studio Turino Design mit einem Sportwagen für die Kompaktklasse beauftragt, der als Shooting Sport fast Chancen gegen einen kleinen Alfa hätte.

Der vermutlich wichtigste Messebeitrag allerdings kommt von Brilliance. Der Joint-Venture-Partner von BMW ist als erster chinesischer Hersteller mit einer europaweiten Or- Geklaut in China Heiraten 22 Bekanntschaften 21 Kunsthandel A23 Tiermarkt A23 Unterricht S1 Computer A23 Verkäufe A23 Weitere Anzeigenmärkte Die fernöstlichen Autobauer suchen immer noch einen eigenen Stil Kommt Autokennern irgendwie bekannt vor: Beim Haima S1 scheint der Opel Astra unfreiwillig Pate gestanden zu haben Sieht aus wie die Kopie eines Fiat Panda Cross: Diese Geländewagen-Neuheit stellt Great Wall Motors in Schanghai vor Coupé-Mischung aus Subaru- und Alfa-Design: Geely zeigt in Schanghai die Studie Muso ganisation am Start und hat in Schanghai als nächste Stufe seines Exportprogramms den seriennahen FRV enthüllt. Er soll schon bald auch in Deutschland gegen Autos wie den VW Golf oder den Kia Cee'd antreten.

Der prestigeträchtige Behördenmarkt und das Luxusgeschäft sind jedoch fest in der Hand der Ausländer. Allen voran sind das die Deutschen. So sieht Audi-Chef Rupert Stadler "China auf dem Weg zum zweiten Heimatmarkt" und enthüllte die Designstudie Cross Coupé Quattro (wir berichteten). Und auch BMW trägt dem Wachstum im Reich der Mitte Rechnung und feiert mit dem viertürigen Luxus-Sportcoupé Concept CS zum ersten Mal eine Weltpremiere in China.

VW stellt sein Engagement bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking in den Vordergrund und zeigt einen für China modifizierten Passat, der dabei hier zum Modell Magotan wird. Porsche zeigt seine aktuelle Modellpalette, und Mercedes lockt eilige Besserverdiener mit dem Maybach 62S sowie der in China noch ganz neuen AMG-Version der SKlasse.

Wie wichtig diese großen Limousinen in China sind, beweisen nicht nur die bei uns in Deutschland gar nicht erhältlichen Langversionen von Audi A6 und 5er BMW, sondern auch der Stand der General-Motors- Marke Buick. Während die Amis in den USA ihr Topmodell Park Avenue längst eingestellt haben, feiert die noble Limousine jetzt am anderen Ende der Welt gerade ihr Comeback.

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