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Mit Rucksack: Suzuki Kizashi mit Stufenheck, 178 PS und viel Ausstattung ab 26 990 Euro

Die Generation Kizashi

Sie hören Bayern 1, weil dort immer öfter ihre alten Lieblingssongs von Supertramp oder der Spider Murphy Gang laufen?

Sie tragen noch dieselben Jeans von Levis oder Wrangler wie in den Siebziger Jahren und headbangen schon mal auf einer Ü30-Fete als sogenannte konservative Rebellen?

Praktisch: In den Kofferraum mit geteilt umklappbaren Lehnen passen 461 Liter, die Ladekante ist niedrig und die Klappe lässt sich weit öffnen.

Ü30 heißt bei Suzuki „30 Plus“, die angepeilte Zielgruppe geht bis weit in die 40er und 50er hinein, und die sogenannten „konservativen Rebellen“ könnten nach dem Wunsch von Suzuki ebenso „Generation Kizashi“ heißen – benannt nach der neuen japanische Mittelklasse mit Stufenheck, die ab sofort mit Vollausstattung zum spannenden Preis und mit mutigem Design die Freunde von klassischen Limousinen begeistern soll – als Kampfansage nicht an schier unerreichbare deutsche Bestseller, sondern gegen Konkurrenten in Schlagweite wie Alfa Romeo 159, Mazda 6 oder Skoda Octavia.

Zweizonen-Klimaautomatik, Xenon-Scheinwerfer, Ledersitze, 18-Zoll-Alus, Glas - Schiebehubdach, Sport-Designpaket mit Doppel- Auspuffanlage – klingt wie eine Aufpreisliste, ist aber die Serienausstattung des Kizashi. Der japanische Name heißt auf Deutsch „Vorgeschmack auf etwas Großes“ und stammt von den Studien, die seit 2008 Appetit auf Suzukis Stufenheck machen sollten. Jetzt bleibt der Vorgeschmack auf Dauer und bereichert die Showrooms der Markenhändler: Mit 4,65 m der längste, mit 215 km/h Spitze der schnellste Suzuki überhaupt. Allerdings: Viel Ausstattung bewirkt wenig Auswahl, denn es gibt beim Kizashi nur einen Motor (Benziner mit 178 PS) und eine Linie: 2.4 Sport. Lediglich zwei Extras kann sich der Rebell gegen Aufpreis gönnen: Metallic-Lackierung für 490 und ein umfangreiches Navi von Pioneer für 1702 Euro, sonst bleibt’s beim Einstiegspreis von 26 990 Euro.

Überzeugt: Schnittiges Design im Cockpit, ein gediegener Innenraum mit hochwertigen Materialien, sportlich ausgelegte Lenkung und 6-Gang-Handschaltung.

Was hat nun der leicht angegraute Old School-Fahrer von der Japan-Limo? Schnittiges Design, ein gediegener Innenraum mit hochwertigen Materialien, sportlich ausgelegte Lenkung und 6-Gang- Handschaltung – aber ebenso ein sehr straffes und bisweilen unkomfortables Fahrwerk. Und der Antrieb? Start/Stopp steht lediglich auf dem Knopf des Keyless Entry-Systems, der den 2,4-Liter-Benziner zum Leben erweckt oder ruhig stellt. Eine Start-Stopp-Automatik dagegen vermisst man ebenso wie Durchzugskraft unterhalb von 4000 Umdrehungen/ min. – erst darüber liegen die maximalen 230 Nm Drehmoment an und spürt man etwas von den bis zu 178 PS des Reihen-Vierzylinders – die maximale Leistung liegt erst bei 6500/min. an. Auch 7,9 l/100 km Normverbrauch sind keine Offenbarung, lediglich der Spurt von null auf 100 km/h kann sich sehen lassen: 7,8 Sekunden.

Am motorischen Schwachpunkt des Kizashi wird sich künftig ebenso wenig etwas ändern, wieanderKarosserieform. Nur die Antriebsart bekommt in Deutschland Ende 2010 Zuwachs: Dann gibt es gegen 3000 Euro Aufpreis zusätzlich den Kizashi 2.4 4x4 mit Allradantrieb und ausschließlich mit stufenloser CVT-Automatik.

Ralf Schütze

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