Genfer Frühlings-Fantasien

- Große Automessen sollen vor allem zeigen, mit welchen Neuheiten die Hersteller demnächst den Markt erobern wollen. Doch neue Kombis und Limousinen sind nicht alles, was das Herz echter Autonarren höher schlagen lässt - sie wollen auf den Motorshows auch etwas zum Träumen und Staunen haben.

Gerade dafür war der Genfer Automobilsalon schon immer eine gute Adresse. Und auch heuer ist die Messe (2. - 12. 3) am Genfer See eine Bühne für ausgefallene Fahrzeugstudien. Da sorgt beispielsweise Rinspeed aus der Schweiz mit der Studie ZaZen (im Bild rechts) für Aufsehen. Auf einem Porsche 911 Carrera S montierten die Tüftler an Stelle des Stahldachs eine transparente Kuppel aus High-Tech-Kunststoff. Sie spannt sich von der Frontscheibe bis zum Heck und erfüllt dort einen weiteren ungewöhnli-chen Zweck: Die transpa-rente Heckscheibe wird beim Bremsen zur holografischen Leuchtfläche.

Ein drittes Bremslicht erstrahlt dann laut Rinspeed "wie aus dem Nichts". Sbarro wiederum hat sich Alfa Romeo als Grundlage für die Studie Diva genommen. Der rote Mittelmotor-Renner soll die Motorsport-Historie von Alfa neu interpretieren. Der Einstieg ins Cockpit erfolgt durch Flügeltüren. Um an den 3,2-l- V6 zu gelangen, wird das gesamte Heck weggeklappt. Eher an ein Flugzeug oder ein Tragflügelboot als an einen Sportler erinnert dagegen der Tramontana aus Spanien. Neben einem spitz zulaufenden Rumpf befinden sich vier freistehende Räder.

Am Bug prangt wie bei einem Doppeldecker ein Doppelflügel mit kleinen Rund-leuchten. Auf der Höhe des Fahrersitzes befinden sich große vergitterte Lufteinlässe, die den 720 PS starken V12-Motor mit Kühlluft versorgen. Besonders spektakulär ist es allerdings, dem Fahrer beim Ein- oder Aussteigen zuzusehen: Wie bei einer Flugzeugkanzel klappt die obere Hälfte der Fahrerkuppel schräg nach vorne. Der Fahrer muss dann eine mittelschwere Akrobatik-Einlage vollführen und aus seinem Sitz klettern.

Stolze 610 000 Euro kostet das gute Stück laut Hersteller -drei Exemplare sind schon verkauft. Die Genf-Attraktion bei Saab ist der Aero X. Der Zweisitzer, dessen Karosserie eben-falls Anleihen beim Flugzeugbau macht, soll laut Saab der "Vorbote einer progressiveren Formensprache" sein. Hier klappt wie bei einer Pilotenkanzel das gläserne Kuppeldach samt Frontscheibe und Seitenteilen schräg nach vorne hoch. Ungewöhnlich auch Nissans Stadtauto-Studie Pivo: Das 2,70 m kurze Elektromobil bietet drei Sitzplätze. Die Kabine lässt sich um 360 Grad drehen.

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