Die Golf-Schläger kommen

- Noch heißt das Segment der Kompakten Golf-Klasse. Und nach wie vor stellen der VW Golf, der Opel Astra und der Ford Focus den größten Zulassungsanteil im mit großem Abstand wichtigsten Marktbereich in Deutschland. Doch das Volumen schrumpft, und die Vormachtstellung der heimischen Hersteller schmilzt. Denn in diesem Jahr fahren die Importeure groß auf und drängen mit zahlreichen Neuheiten auf den Golf-Platz.

Speziell die Konkurrenz aus Asien hat ihre Hausaufgaben gemacht und will dafür sorgen, dass auch der schon für nächstes Jahr erwartete Golf-Nachfolger keine so dominante Vormachtstellung wie früher einmal erreichen wird. Zu den wichtigsten Herausforderern zählt dabei der Toyota Auris, der ab 15 200 Euro die Nachfolge des Corolla angetreten hat. Ihn gibt es zunächst als Drei- und Fünftürer mit drei Benzinern und zwei Dieseln zwischen 97 und 177 PS.

Ebenfalls große Hoffnungen in der Kompaktklasse macht sich Kia mit dem Cee'd, der als erstes Auto der Koreaner in Europa entwickelt wurde und auch hier vom Band läuft. Er steht mit ebenfalls fünf Motoren von 90 bis 143 PS beim Händler und kostet ab 14 300 Euro. Was rund 3000 Euro günstiger ist als der Wolfsburger Klassenprimus.

Ebenfalls ein Europäer mit asiatischen Wurzeln ist der Quashqai, mit dem Nissan mit Preisen ab 19 790 Euro einen neuen Anlauf in der Kompaktklasse nimmt. Er beerbt den Almera und will als kompakter Cross-Over mehr sein als eine gewöhnliche Steilheck-Limousine. Deshalb hat er das Design eines kleinen Offroaders, bietet eine höhere Sitzposition und kann auf Wunsch auch mit einem Allradantrieb bestellt werden.

Weitere japanische Neuheiten in der Kompaktklasse sind der Dreitürer und der sportliche Type R beim Honda Civic und das Stufenheck des Suzuki SX4. Aber auch die Europäer wollen es wieder wissen und rollen viele Neuheiten in die Kompaktklasse. Den Anfang macht Fiat mit der Rückkehr des Bravo, der Ende April den Stilo ersetzt. Er kostet ab 15 400 Euro und will vor allem mit seinem italienischen Design und seinem überdurchschnittlichen Platzangebot verlorenen Boden gut machen.

Später im Jahr wird es als wichtigen Wettbewerber auch einen neuen Peugeot 308 geben. Und sogar die Amis geben nicht auf und denken nun bei Chevrolet "intensiv über den Export des Retro-Kombis HHR nach".

Die deutschen Platzhirsche kontern zunächst einmal nur mit Pflege und Ausweitung der aktuellen Modellpalette. So hat Opel jetzt den Astra überarbeitet und mit aufgefrischtem Design und sparsameren Motoren an den Start geschickt. VW ergänzt die Golf-Familie um einen neuen Kombi und bei Ford ist dem Vernehmen nach ein sportlicher Focus ST in der Pipeline. Doch nicht nur die preiswerten Importmodelle machen dem deutschen Trio Konkurrenz: Es gibt auch einen Trend zu höherpreisigen Autos in der Kompaktklasse wie dem BMW Einser oder dem Volvo C30, mit dem die Schweden erstmals in diesem Segment antreten.

In derselben Liga werden nächstes Jahr auch der neue Alfa Junior und der Lancia Delta spielen, die Fiat bereits angekündigt hat. Doch ganz so bedrohlich ist die Lage für die großen drei Deutschen nun auch wieder nicht: Renault Mégane, Toyota Corolla und Mazda3 kamen nämlich als stärkste Importmodelle 2006 auf lediglich 66 000 Zulassungen und konnten damit nicht einmal gemeinsam der 71 000 mal verkauften Mercedes A-Klasse das Wasser reichen.

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