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Markiert: Autos können mit sogenannter "künstlicher DNA" gekennzeichnet werden. Foto: Andrea Warnecke

GPS und künstliche DNA: Schutz vor Autodiebstahl

München (dpa/tmn) - Früher waren Drahtschlaufe und Schraubenzieher ihr Handwerkszeug. Heute arbeiten Autodiebe mit Störsendern, fangen Codes ab oder hacken gleich das ganze Fahrzeug. Schützen können sich Autofahrer trotzdem.

Das sind eigentlich gute Nachrichten: Laut dem Gesamtverband der Versicherer (GDV) hat sich die Zahl der Fahrzeugdiebstähle von 2001 bis heute fast halbiert. 2013 waren es rund 19 000 kaskoversicherte Diebstähle. Die tatsächliche Zahl allerdings liegt weit höher. Laut dem Bundeskriminalamt ist sie mit knapp 37 500 auf einem "weiterhin hohen Niveau". Und: Wer betroffen ist, dem ist Statistik egal.

Doch es gibt Schutz. An erster Stelle steht die elektronische Wegfahrsperre, die bei allen Neuwagen seit dem 1. Januar 1998 Pflicht ist. Sie bietet einen guten Basisschutz, der automatisch nach dem Abschalten der Zündung aktiviert wird. Das Fahrzeug kann nicht mehr gestartet werden, weil Kraftstoff- und Stromzufuhr unterbrochen sind.

Ältere Autos lassen sich nur mechanisch nachrüsten. Etwa mit Lenkradschloss oder Lenkradkralle. Bei diesen jedoch warnt der Auto Club Europa (ACE) vor zu hohen Erwartungen. "Die oft simplen Schließzylinder dieser Systeme schrecken maximal noch Amateure ab", sagt Rainer Hillgärtner. Eine massive Parkkralle an einem Rad könne eher einen gewissen Schutz bieten, sei jedoch im Alltag unhandlicher. Mit rund 40 Euro sind Lenkrad- und Parkkralle aber relativ günstig.

Deutlich teurer sind moderne GPS-Ortungssysteme, über die der Standort ermittelt werden kann. Das Hauptmodul kann 1000 Euro kosten, hinzu kommen meist monatliche Kosten von etwa 10 Euro für den Ortungsservice. "Bei sehr teuren Fahrzeugen oder Einzelstücken mag dies sinnvoll sein, bei einem durchschnittlichen Pkw würde ich eher abraten", meint Vincenzo Lucà vom TÜV Süd. Wird das geklaute Auto in seine Einzelteile zerlegt, nütze auch ein solches System nichts mehr.

Zu den modernen Abwehrmethoden gehört auch künstliche DNA, bei der die Fahrzeug-Identnummer chemisch in die Seitenscheiben geätzt wird. "Das Fahrzeug wird damit in jedem Fall unattraktiver für Autodiebe", so Lucà. Zu den Klassikern der Auto-Überwachung zählt die Alarmanlage, die es im Kfz-Zubehörhandel in allen Preisklassen ab rund 40 Euro gibt.

Kostenlos sind persönliche Vorsichtsmaßnahmen, die jeder Autofahrer beachten sollte. So rät die Polizeiliche Kriminalprävention auf ihrer Serviceseite www.k-einbruch.de dazu, immer das Lenkradschloss einzurasten und auch bei kurzen Stopps an der Tankstelle den Schlüssel einzustecken und das Fahrzeug zu verriegeln. Zu sorglos wird oft auch mit dem Autoschlüssel umgegangen. "Wenn Sie im Restaurant sind, hat der Autoschlüssel nichts in der Manteltasche an der Garderobe zu suchen", sagt Lucà. Geht ein Schlüssel verloren, sollten Autobesitzer in ihrer Vertragswerkstatt die Schlüsseldaten im Steuergerät löschen lassen. "Dann lässt sich die Wegfahrsperre auch mit dem abhanden gekommen Türöffner nicht mehr überbrücken", so Lucà.

Die Wahl des Abstellorts spielt für die Höhe des Versicherungsbeitrags eine Rolle. "In einer Garage oder im Carport steht der Wagen sicherer als auf der Straße. Darum wirkt sich dieser Umstand auch positiv auf die Versicherungsprämie in der Kasko-Versicherung aus", erklärt Karin Benning von der HUK Coburg. "Bei einigen Anbietern bzw. älteren Verträgen profitieren Kunden zudem indirekt, wenn ihr Fahrzeug mit einer Diebstahlsicherung ausgestattet ist. Denn dann sieht der Versicherer im Falle eines Diebstahls von einer Kürzung der Schadensleistung ab", ergänzt Kfz-Versicherungsexperte Roman Wagner von der Cosmos Direkt.

Gerade ältere Fahrzeuge ohne komplizierte Bordelektronik lassen sich aber auch bereits durch einfache Handgriffe effektiv vor Diebstahl schützen. "Hier hilft ein Batterieschalter mit Rändelschraube, die man einfach in die Tasche stecken kann", erklärt Lucà. Vor allem bei Oldtimern wird diese Art von Diebstahlschutz gerne eingebaut.

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