Greenpeace warnt vor Biodiesel - "Beimischungsquote ist Irrweg"

Berlin - Die Umweltorganisation Greenpeace hat von der Bundesregierung einen Stopp der Beimischung von Biodiesel zu herkömmlichem Diesel gefordert.

"Biosprit beigemischt in Diesel ist eine immense Umweltgefahr, ist überhaupt kein Klimaschutz", sagte Greenpeace-Agrarexperte Alexander Hissting am Mittwoch in Berlin. Dies habe eine Studie ergeben. Biodiesel werde demnach nicht nur aus heimischem Raps, sondern zu fast 20 Prozent aus Sojaöl gewonnen. Für dessen Produktion würden in Südamerika und Indonesien Urwälder gerodet und Anbauflächen für Lebensmittel verdrängt. "Die Beimischungsquote ist ein Irrweg", sagte Hissting.

Für die Studie ließ Greenpeace bundesweit Dieselproben an Tankstellen der drei Mineralölkonzerne Shell, Esso und Aral untersuchen. Derzeit betrage die Beimischungsquote von Biodiesel 4,4 Prozent, von denen durchschnittlich ein Fünftel aus importierten Sojabohnen gewonnen werde.

Sollte die Regierung wie geplant den Anteil von Biodiesel bis 2020 auf 17 Prozent erhöhen, müssten nach Greenpeace-Berechnungen zusätzlich 4,9 Milliarden Liter Soja-Diesel im Jahr importiert werden. Denn der Rapsanbau in Deutschland sei bereits an seine Grenzen gestoßen. Dies entspreche einer Anbaufläche von 9,8 Millionen Hektar. "Die Bundesregierung zwingt deutsche Autofahrer, den Urwald in Argentinien zu zerstören", sagte Hissting.

"Wir fordern ganz klar eine Abschaffung der Beimischungsverordnung", sagte Hissting. Stattdessen solle ein Tempolimit eingeführt und die Autoindustrie zum Umdenken hin zu leichteren und sparsameren Autos bewegt werden, um den Kraftstoffverbrauch zu senken. Nachhaltig gewonnene Energiepflanzen sollten auf keinen Fall im Autotank landen, sondern zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden.

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