Die große Schau der PS-Protze

- Auf der Essen Motor Show (noch bis zum 8. Dezember) gibt es nicht nur skurrile Gefährte aller Arten zu sehen (wir berichteten bereits vorab). Auch die High-Tech-Tuner geben sich dort jedes Jahr die Ehre und zeigen ihre neuesten PS-Protzereien - hier die wichtigsten Studien: Nachdem Brabus 1996 mit dem 330 Sachen schnellen E V12 die "schnellste Limousine der Welt" vorstellte, will der Autoveredler aus dem Ruhrpott nun den eigenen Rekord brechen. Er präsentiert die Konzeptstudie einer 340 km/h schnellen Limousine auf Basis der aktuellen E-Klasse, von der nächstes Jahr eine Kleinserie aufgelegt werden soll. Das Herzstück der Studie ist ein Zwölfzylinder-Biturbo, der ursprünglich aus dem Mercedes S600 stammt.

<P>Für den neuen Einsatzzweck hat Brabus das Aggregat gründlich überarbeitet, so dass es nun satte 630 PS leistet. Damit will der Viertürer Fahrleistungen auf hohem Sportwagen-Niveau erreichen. Die Beschleunigung auf Tempo 100 absolviert der neue Brabus E V12 in 4,2 Sekunden, Tempo 200 werden nach 12,9 Sekunden erreicht. Das Schalten übernimmt dabei eine Fünfgang-Automatik. <BR><BR>Wegen der hohen Fahrleistungen entwickelte man zusammen mit Michelin für den E V12 Spezial-Reifen: vorne im Format 255/35 ZR 19, hinten im Format 285/30 ZR 19. Auch die Aerodynamik wurde im Hinblick auf das hohe Tempo penibel überarbeitet. Der Preis der Serienversion ist noch nicht endgültig kalkuliert, dürfte sich aber im Bereich von 300 000 Euro bewegen. <BR><BR>Was extremes Tuning aus einem eher unauffälligen BMW M3 Coupé machen kann, zeigt Hamann Motorsport aus Hüttisheim in Baden-Württemberg: Dort hat man dem Zweitürer den auf 485 PS und fünf Liter Hubraum gebrachten V8-Motor des BMW M5 eingesetzt. Damit die geballte Kraft auf den ersten Blick deutlich wird, ist in der Mitte der Motorhaube zudem nach dem Motto "Was Ferrari kann, können wir schon lange" ein Fenster eingearbeitet, das die Sicht auf den Motor frei gibt. Einen zusätzlichen Show-Effekt beim Ein- und Aussteigen bietet noch ein neues Türsystem - statt herkömmlicher Einstiegsluken gibt es im "Las Vegas Wings" Flügeltüren. <BR><BR>Die Fahrleistungen entsprechen der Optik: Laut Hamann beschleunigt der Wagen in vier Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, 200 km/h sind nach 12,9 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 315 km/h angegeben. Neben dem getunten Motor, den Sondertüren und einer Speziallackierung gibt es auch eine Leder-Komplettausstattung, 19-Zoll-Felgen sowie diverse Aerodynamik-Anbauteile - was sich dann zu einem Komplettpreis von schlappen 280 000 Euro summiert. <BR><BR>Erstmals wird in Essen auch der neue Dienstwagen von Jutta Kleinschmidt vorgestellt. Der Rallye-Buggy Tarek wurde von VW in Zusammenarbeit mit der Giugiaro aus Italien entwickelt; die endgültige Version soll in knapp einem Monat bei der Rallye Paris-Dakar an den Start gehen. Angetrieben wird die Rohrrahmen-Konstruktion mit einer Kohlefaser-Karosserie von einem 218 PS starken 1,9-l-Vierzylinder-TDI. <BR><BR>Mit einem Kompressor und einer NOS-Lachgas-Einspritzung steigert Novitec jetzt die Leistung des serienmäßig 130 PS starken Fiat Punto 1.8 HGT auf 312 PS. Die Höchstgeschwindigkeit des Punto "X-one" liegt bei 275 Sachen, dazu muss aber während der Fahrt die Lachgasanlage eingesetzt werden. Ohne den zusätzlichen Kraftschub leistet der getunte Motor 204 PS - was immerhin noch für eine Geschwindigkeit von 239 km/h reicht. Der Umbau zum "X-one" mit Titanpleuel, geschmiedeten Kolben und einer ganzen Reihe weiterer Maßnahmen kostet 11 990 Euro, hinzu kommen Montagekosten von 1990 Euro. <BR><BR>Dem Tuner Abt aus Kempten sind die 450 PS des Audi RS6 Avant noch nicht genug: In Essen präsentiert er eine Version, die es nach Modifikationen an der Motorelektronik auf 505 PS bringt. Damit beschleunigt der Kombi in 4,6 Sekunden auf Tempo 100 und ist maximal 280 km/h schnell. <BR>Die Karosserie wurde nur in Details überarbeitet. So will eine Vier-Rohr-Auspuffanlage den sportlichen Anspruch unterstreichen. Außerdem rollt der getunte RS6 auf 20-Zoll-Rädern mit 255er-Bereifung. Und damit der schnelle Kombi auch rechtzeitig wieder zum Stehen kommt, wurde eine Sportbremsanlage eingebaut. Den Abt RS6 gibt es ab 113 780 Euro. <BR><BR>Eine Leichtmetallfelge mit 21 Zoll Durchmesser stellt jetzt BBS vor: Das Rad-Modell RX II wird in den Formaten 9 mal 21 und 10,5 mal 21 angeboten. Trotz des Trends bei Alurädern zu immer größeren Durchmessern bildeten bislang 19 bis 20 Zoll die Obergrenze. Gedacht ist das neue zweiteilige Großrad vor allem für Modelle wie die M-Klasse von Mercedes oder die X5- und 7er-Baureihe von BMW. Die Preise für die 21-Zöller beginnen bei rund 922 Euro. Wiesmann aus Dülmen zeigt erstmals eine geschlossene Version seines klassischen Roadsters mit BMW-Technik. </P><P>Auch wenn der Prototyp des Coupés Wiesmann GT optisch den Stil des offenen Zweisitzers fortsetzt, ist er ein komplett neu entwickeltes Fahrzeug. Das Chassis ist aus Aluminium gefertigt, die Karosserie besteht aus glasfaserverstärktem Verbundwerkstoff. Als Motor kommt ein BMW-4,4-l-V8 mit 333 PS zum Einsatz. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Wiesmann mit 280 km/h an, die Beschleunigung auf Tempo 100 mit 4,6 Sekunden. In Dülmen wird erwartet, dass der GT nach Abschluss der Detailarbeiten im ersten Halbjahr 2003 die technischen Abnahmen durchläuft. Mit dem Produktionsbeginn in Kleinstserie sei dann im vierten Quartal 2003 zu rechnen, etwaige Preise stehen aber noch nicht fest. <BR><BR>Carlsson beweist, dass sich auch Tuningmodelle weiter veredeln lassen. Der Tuner aus dem Saarland stellt erstmals den Carlsson CK55 SL-RS vor, dessen Basis der SL55 AMG der Mercedes-Tuningsparte AMG ist. Die Motorleistung des Roadsters wurde mit einem neuen Kompressorsystem auf 580 PS gesteigert. Damit ist der Carlsson mehr als 320 Sachen schnell, der Spurt auf Tempo 100 wird in 4,4 Sekunden absolviert. <BR><BR></P>

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