Mit großer Klappe

- An der Warenausgabe Bei Ikea und Co. müssen sie zwar noch häufig Vans und Geländewagen weichen. Doch allen alternativen Karosseriekonzepten zum Trotz bleibt der gute alte Kombi auch weiterhin in Mode. Sportliche Naturen mit großem Platzbedarf, heimliche Lademeister und Handlungsreisende mit großem Warenbestand können sich in diesem Sommer auf zahlreiche Neuheiten mit großer Klappe freuen.

Dabei beginnt die Modelloffensive heuer bereits in einem Segment, in dem der Kombi zumindest bei uns bislang kaum eine Rolle spielte: Bei den Kleinwagen. Hier werden nach den Sommerferien gleich drei kleine Lastenträger anrollen, die sich aber vor allem an Lifestyle- Kunden halten: So plant Peugeot für den Herbst den Nachfolger des 206 SW, der in Genf als 207 SW seine Weltpremiere gefeiert hat. Spätestens zur IAA im September wird Skoda den neuen Fabia auch als Kombi zeigen, und bis dahin wird auch aus dem gerade in Genf enthüllten Clio Grandtour Concept von Renault ein Serienmodell schlüpfen, das dann allerdings fünf statt bislang drei Türen bekommen soll. Außerdem geht auch der Mini Kombi endlich in Serie, der als "Clubman" ebenfalls im Herbst an den Start geht.

In der Klasse darüber dreht sich alles um die dritte Auflage des Golf Variant. Der um 36 cm auf 4,56 m gestreckte Kombi bietet jede Menge Platz: Bei voller Bestuhlung schluckt er 690 und bei umgelegter Rückbank bis zu 1550 Liter. Die Preise beginnen bei 17 600 Euro. Damit ist der Variant zwar trotz der Steuererhöhung sogar billiger als sein Vorgänger, doch ist er weder der günstigste noch der größte Kombi in dieser Klasse.

Diese Ehre gebührt dem einfach gestrickten Dacia Logan. Er kostet als preiswertester Kombi bei uns in der Basisversion nur 8400 Euro und bietet neben maximal 2350 Litern Stauraum als einziger in dieser Klasse auch die Option auf eine dritte Sitzreihe.

Irgendwo zwischen Preisbrecher und Bestseller wird sich der "Sporty Wagon" des Ceed einpendeln, den Kia jetzt in Genf enthüllt hat. Als zweite Karosserievariante des in Europa gebauten Hoffnungsträgers startet er im Herbst mit einer Länge von 4,50 m und einem Stauraum von 534 Liter. Und wer den Blick gerne ein wenig zurück wirft, dem bietet Chevrolet in der zweiten Jahreshälfte nun auch in Europa den Retro- Kombi HHR, der in den USA bereits seit fast zwei Jahren gegen den PT Cruiser von Chrysler antritt.

Doch die Musik bei den Kombis spielt vor allem in der Mittelklasse -dort sind Caravan, Tournier, Avant, Variant, Touring oder TModell vor allem als Firmenwagen sehr beliebt. Denn in vielen Dienstwagenregelungen werden die Vans und schweren SUV nach wie vor ausgeklammert, so dass hier Kombis das einzig denkbare Raumfahrzeug sind und die gerade in diesem Marktsegment bereits einen Anteil von mehr als 50 Prozent haben.

Entsprechend groß sind die Hoffnungen auf die neuen Modelle, die sich derzeit allerorten warm laufen. So kommt bei Ford nun zu Preisen ab 22 500 Euro die dritte Auflage des Mondeo Turnier in den Handel, die ein Ladevolumen von maximal 1745 Liter haben. Ein paar Wochen später startet bei der Konzernschwester Volvo die nächste Auflage des V70, den es zeitgleich auch im Geländelook und mit Allradantrieb auch als XC70 geben wird. Beide Autos sind um zehn Zentimeter in die Länge gegangen und werden nun auch mit einem V6-Motor ausgeliefert. Das Kofferraumvolumen gibt Volvo für den V70 mit 575 bis 1600 Liter an.

Dazu kommt als neue Alternative für sportliche Lademeister bei BMW der erste Touring des M5, der dessen V10-Motor mit satten 507 PS übernimmt. Damit ist es aber noch nicht genug. Auch auf der IAA werden eine Reihe Mittelklasse- Kombis Premiere feiern: Renault hat schon den neuen Laguna Grandtour angekündigt, Mazda enthüllt den Nachfolger des Mazda6, Mercedes zeigt das TModell der neuen C-Klasse, und sogar Cadillac kommt zum ersten Mal in der Firmengeschichte den Lademeistern entgegen und enthüllt in Frankfurt den BLS Wagon. Dass die Kombis nach wie vor hoch im Kurs stehen, hat seine Gründe: Von den Limousinen haben sie die Sportlichkeit und die Sparsamkeit, vom Van die Flexibilität und vom Geländewagen das Platzangebot. Dabei dürfte die Absatzkurve künftig sogar noch weiter nach oben zeigen. Wenn nämlich die SUV im Zuge der CO2- Diskussion noch stärker unter Druck geraten, könnten die Kombis einen weiteren Aufschwung haben.

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