Der GTI-Killer

- Sicher ist es kein Zufall, dass Volkswagen ausgerechnet zum nahenden Ende der vierten Golf-Generation (die 5. Ausgabe startet im nächsten Sommer) den sportlichsten Golf aller Zeiten auflegt. Wobei man sich dazu wieder mal geschickt aus den Konzern-Regalen bedient hat - dieses Mal durch eine Kombination von Golf-Basis und Phaeton-Motor. Denn der Golf R32 wird von dessem 3,2-l-Motor angetrieben, dessen sechs Zylinder 241 PS leisten. Ausgestattet mit 4Motion-Allradantrieb, tiefergelegtem Fahrwerk und diversen sportlichen Anbauteilen ist der R32 so nicht nur der schnellste, sondern auch der teuerste Golf aller Zeiten: Genau 31 950 Euro werden für den zunächst nur in der zweitürigen Version lieferbaren Kompaktsportler fällig.

<P>5000 Einheiten des Super-Golfs sind geplant, davon sollen 1800 Stück in Deutschland abgesetzt werden. Verkaufsstart ist der 23. August. Wobei das Projekt als Test dient. Denn wenn die Nachfrage entsprechend ausfällt, wollen, die Wolfsburger nach dem Vorbild von AMG (Mercedes-Benz), den M-Modellen von BMW und den S-Rennern von Audi gleichfalls den Aufbau einer sportlichen Individual-Linie wagen und eine R-Line ab dem Golf aufwärts bis hin zum Phaeton ins Leben rufen. In den darunter angesiedelten Modellreihen, etwa dem Lupo und dem Polo, bliebe es dagegen allein schon aus Kostengründen bei herkömmlichen GTI-Versionen mit vier Zylindern und Turboaufladung. </P><P>Typisch für den Wolfsburger Kompakten: Auch im Sprinter-Dress bleibt der Golf ein Golf. Wer im R32 Platz nimmt fühlt sich, trotz des voluminösen Sportlenkrads und den erstmals eingesetzten Schalensitzen mit integrierten Kopfstützen, von Anfang an zu Hause. Die Unterschiede zu den ja keineswegs lahmen Alltagsmodellen werden dann jedoch schnell deutlich. </P><P>In nur 6,6 sek. katapultiert der Top-Golf seine Passagiere auf Tempo 100 und Schluss ist erst im sechsten Gang bei 247 km/h. Den eigentlichen Fahrspaß macht jedoch vor allem das satte Drehmoment von maximal 320 Nm aus, wobei 300 Nm zwischen 2000 und 5000 Touren durchgängig anliegen und die Fahrmaschine förmlich auf dem Asphalt zu kleben scheint. </P><P>Der in dieser Fahrzeugklasse einmalige Vortrieb wird zudem akustisch sonor und dabei doch meist unaufdringlich in den Innenraum transportiert. Um so viel schiere Kraft auf die Straße zu bringen, haben die Wolfsburger neben dem famosen 4Motion-Allradantrieb und dem ESP das Fahrwerk deutlich modifiziert und mit verstärkten Stabilisatoren sowie strafferen Dämpfern und Federn versehen. </P><P>Die Bremsanlage stammt aus dem Passat W8 und verrichtet ihren Dienst im R32 präzise und ohne jeden Makel. Ein neuer Frontspoiler, breite Seitenschweller und ein kurzer Dachspoiler ergeben mit dem um 20 mm tiefer gelegten Fahrwerk und den 18-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 225/40 ZR-Reifen ein ansprechendes Bild zurückhaltender Sportlichkeit. Kein Wunder auch, soll doch angesichts des Preises ein eher nicht mehr ganz junges und finanziell potentes Publikum angesprochen werden.</P><P> Dafür ist der Golf 32R recht komplett ausgestattet: Klimaautomatik, Xenon-Licht, Tempomat, Alu-Applikationen und eine Diebstahlwarnanlage sind Serie, die Aufpreisliste sieht nur noch diverse CD-Wechsler und Radiosysteme, Lederausstattung, Schiebedach und Autotelefon vor.  </P>

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