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Hier kriegt auch Frau alles rein: Der Koleos bietet viel Platz und viel Lade-Bequemlichkeit. Mehr Infos zu Renault finden Sie hier.

Renault Koleos

Dickhäuter mit viel Platz

Warum nur stehen im TV-Spot Erdmännchen in der Smokingjacke für den Geländewagen Koleos von Renault in der Wüste Spalier – mit dem Werbeslogan „Elegant auf allen Wegen“?

Warum nicht kraftvolle Löwen? Oder schnelle und wendige Geparden? An Eleganz würden auch die Raubkatzen nichts vermissen lassen. Aber vielleicht ist das Erdmännchen-Understatement auch einfach nur ehrlich...

Wir haben die 150-PS-Allrad-Automatik-Night&Day-Version (ab 34.490 Euro) in der Praxis getestet. Seit seinem Facelift mit verchromtem Kühlergrill und katzenartig designten Scheinwerfern hat der Koleos seit Herbst zumindest an Charakter zugelegt, wie der erste äußere Eindruck zeigt. Für Eleganz sorgen, wenn man so will, stark getönte hintere Scheiben und die neue Farbe Kalahari-Orange, womit wir wieder bei den Erdmännchen wären, die sich bekanntlich gern verstecken.

Renault Koleos

Renault Koleos

Doch an dem französischen SUV klebt ein Image-Makel, weil es keine eigene Renault-Kreation, sondern eine Koproduktion mit Nissan ist, zwar designt von den Franzosen, aber entwickelt von den Japanern. Damit sind wir auch schon bei der eigenwilligen Namensgebung des Adoptivkindes: ­Koleos stand im alten Griechenland für Scheide, Schwertscheide. Zumindest bleibt die klangliche Assoziation an Koloss, was vielleicht die wahre Absicht für die Namensgebung des SUV war. Denn je elefantöser desto beliebter sind Offroader. Dickhäuter hätten dem Werbeauftritt des Koleos jedenfalls nicht geschadet...

Heckklappe oder Jägersitz?

Das erste Sitzgefühl ist erhaben: Panoramablick rundherum – sogar in den Himmel mit einem großzügigen Glasschiebedach. Unübersichtlich wird die Aussicht nur von oben nach unten. Erdmännchen hätten keine Chance beachtet zu werden.

Wer vor der Fahrt seine Jagdtrophäen verstauen will – der hat beim Koleos leichtes Spiel: Die Heckklappe lässt sich teilen, die untere Plattform sogar als Jägersitz (belastbar 200 Kilo) benutzen. Und die Rücksitze lassen sich mittels Hebel vom Heck aus schnell entriegeln. Viel Raum für große Beute, die sich komfortabel bei allen Wetter- und Geländelagen transportieren lässt, ist der Diesel erst Mal auf Touren, denn das sechsstufige Automatikgetriebe setzt auf solides Fortkommen, weniger auf spontane Jagdeinsätze. Ein Gepard steckt eben nicht drin, ein besonders gefräßiges Tier aber auch nicht: Der Zwei-Liter-Dieselmotor wurde im Rahmen der Modellpflege optimiert, sodass der Verbrauch in der Praxis bei rund acht Litern liegt. Spontane Richtungswechsel sind nicht unbedingt die Stärke des Koleos – das Wenden auf einer gewöhnlichen Landstraße gelingt mit dem großen Wendekreis nicht ohne Nachsetzen.

Für Fahrkomfort sorgen dafür eine Bergabfahr- und Anfahrhilfe, der Tempomat, der elektrisch einstellbare und beheizbare Fahrersitz und ein solides Ambiente – mit viel Ablagen, wie überhaupt die Ausstattung bei der Night & Day-Version (2500 Euro Aufpreis) mit Einparksensoren, Bose-Musik-System, 18-Zoll-Alurädern, Ledersitzen recht großzügig ist.

Fazit

Erdmännchen hätten in der Werbung nicht unbedingt Spalier stehen müssen, afrikanische Büffel wären angemessener gewesen.

Ulrike Schmidt

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