Hauptuntersuchung: Wenn das Auto auf den Prüfstand muss

- Irgendwann ist jeder fällig - und zwar zuerst nach drei Jahren, dann in der Regel alle zwei Jahre wieder: In diesem Rhythmus steht Fahrzeugen die gefürchtete Hauptuntersuchung (HU) bevor. Die Prüfer untersuchen dabei den Wagen auf seine Verkehrssicherheit.

<P>Falls das Fahrzeug sicher ist, bekommt es die neue Plakette, die den weiteren Einsatz befristet erlaubt. Doch obwohl die bunten Plaketten seit Jahrzehnten unverändert sind, haben viele Menschen Probleme, sie zu "lesen". Wichtig ist das hintere Kennzeichen: Dort ist die runde HU-Plakette zu finden, die eckige Plakette vorne informiert über die Abgasuntersuchung (AU). In insgesamt sechs Farben gibt es die HU-Plaketten. Jede Farbe steht für ein Jahr. In einer bestimmten Reihenfolge wiederholen sich die Farben immer wieder, sagt Roger Eggers, Sachverständiger des TÜV Nord.<BR><BR>Verwarnungsgeld droht</P><P>"Wird der Termin um mehr als zwei Monate überzogen, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Verwarnungsgeld geahndet werden kann", erklärt Eggers. Nach mehr als acht Monaten riskiert der Halter Punkte in Flensburg.<BR><BR>Steht der Prüftermin bevor, lässt sich auch ohne Werkstattbesuch absehen, ob man eine neue Plakette bekommt. "Jeder kann zum Beispiel selbst kontrollieren, ob alle Lampen funktionieren", sagt Jochen Hövekenmeier, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD). Das Gleiche gilt für das Reifenprofil sowie den Zustand von Bremsscheiben und Bremsbelägen.<BR><BR>Papiere mitbringen</P><P>"Auf jeden Fall müssen zur HU der Fahrzeugschein und die Prüfbescheinigung der letzten Abgasuntersuchung vorgelegt werden", sagt Hermann Schenk, Technik-Experte der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Auch Verbandskasten und Warndreieck müssen im Wagen sein.<BR><BR>Was kontrolliert wird</P><P>In der Prüfhalle werden von den Sachverständigen dann laut Hans-Peter Steinke von der Dekra neun bis zehn Prüfpunkte abgehakt. Kontrolliert werden etwa die Bremsanlage, die Lenkung und der Bereich Achsen, Räder, Reifen und Achsaufnahmen sowie Scheiben und Rückspiegel, Licht, Fahrgestell und Rahmen, die Umweltbelastung durch Abgase, die Identifizierung durch die Fahrgestellnummer sowie die sonstige Ausstattung mit Gurten oder Verbandskasten.<BR>Am Ende steht das Auto dann entweder ohne, mit geringen oder mit erheblichen Mängeln da. "Ein typischer geringer Mangel ist eine defekte Kennzeichenbeleuchtung", erklärt Steinke.<BR><BR>Mängel zügig beheben</P><P>"Die Plakette gibt es in solchen Fällen, wenn ich davon ausgehen kann, dass der Halter den Mangel umgehend behebt." Dazu ist dieser gesetzlich verpflichtet. Weil die Prüfer aber einen Ermessensspielraum haben, können sie die Plakette verweigern.<BR>Bei erheblichen Mängeln gibt es ohnehin keine Plakette. "Erheblich bedeutet, dass eine unmittelbare Gefahr besteht", sagt Hermann Schenk von der GTÜ, zum Beispiel bei einer nur einseitig funktionierenden Bremse. <BR><BR>Sind die Mängel allzu gravierend, etwa bei Bremsversagen, wird der Wagen als nicht verkehrssicher eingestuft und kommt vorerst nicht mehr vom Hof. Das trifft auf zwei bis drei Prozent zu. Hat aber alles geklappt, darf auf keinen Fall der Prüfbericht weggeworfen werden: Er muss stets vorgezeigt werden können.</P>

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